• 06.02.2006, 10:02:21
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HGPD-Kaske: "Tourismusarbeitsmarkt bleibt problematisch"

Fast zehn Arbeitslose kommen auf eine offene Stelle

Wien (HGPD/ÖGB) - "Der Tourismus floriert und trotzdem steigen die
Arbeitslosenraten in der Branche", erklärte Rudolf Kaske,
Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst
(HGPD) in einer Pressekonferenz am Montag, dem 6. Februar 2006, um 10
Uhr im Cafe Schottenring: "So waren Ende Jänner trotz Hochsaison
31.961 Menschen arbeitslos - um zwei Prozent mehr als im Jänner
2005." Der Tourismusgewerkschafter stellte fest, dass die offenen
Stellen kaum zugenommen haben, die durchschnittliche Arbeitslosenrate
in der Branche aber konstant im Steigen begriffen sei.++++

Der HGPD-Vorsitzende: "Die Arbeitsmarktsituation im Tourismus ist
voller Gegensätze. Zwar hat die Beschäftigung im Jahresschnitt um 2,9
Prozent auf 163.644 Personen zugenommen, gleichzeitig waren aber 2005
im Durchschnitt 35.950 Personen in der Branche arbeitslos." Das seien
1.482 oder 4,3 Prozent mehr als noch 2004. Im Vergleich zu 2004 wären
2005 nur 28 zusätzliche offene Stellen angeboten worden. "Auf zehn
Arbeitslose kommt derzeit eine offene Stelle" ergänzte der
Tourismusgewerkschafter: "Das steht im krassen Widerspruch zur oft
geäußerten Unternehmeraussage, Arbeitslose wollen nicht arbeiten. Die
Frage ist, ob da ausreichend attraktive Arbeitsplätze angeboten
werden?" Dass wenig Abwäscher und Stubenmädchen zu bekommen seien,
wundert Kaske nicht: "Laut Lohntabelle Wien bekommen die 1.042 Euro
brutto - im Gegensatz zu Reinigungskräften der Lohngruppe fünf, die
mit 1.148,50 Euro für ähnliche Tätigkeiten rechnen können."

Die Zahl der bewilligungspflichtigen ausländischen Beschäftigten
gehe zurück. Dafür gebe es einen regen Zustrom deutscher
Arbeitskräfte, erklärte der HGPD-Vorsitzende: "Im Jänner 2005 waren
z.B. 9.684 und im August 7.276 deutsche Kolleginnen und Kollegen in
Österreich beschäftigt - und der Trend hält an." Interessant sei
auch, dass noch vor wenigen Jahren das Hauptkontingent ausländischer
ArbeitnehmerInnen aus der Türkei und Ex-Jugoslawien gekommen sei,
während jetzt mehr als die Hälfte der beschäftigten AusländerInnen
aus den neuen EU-Staaten komme.

"Der touristische Arbeitsmarkt ist ein schwieriger", erklärte
Kaske: "Beschäftigungsverhältnisse dauern im Durchschnitt nicht
länger als sieben Monate, Saisonen sind kaum verlängerbar, die
Bezahlung ist unterdurchschnittlich." So lagen die Medianeinkommen
von ArbeiterInnen 2004 bei 1.546 Euro brutto, im Hotel-, Gastgewerbe
bei 1.145 brutto, die Medianeinkommen von Angestellten 2004 bei 1.898
Euro brutto, im Hotel und Gastgewerbe bei 1.401 Euro brutto. "Ganz zu
schweigen von den Rahmenbedingungen: Überlange Arbeitszeiten, Stress,
schlechtes Arbeitsklima etc.", meinte der Tourismusgewerkschafter
abschließend und verwies auf die Präsentation einer gemeinsam mit AK
und GPA erstellten Studie zum Thema "Arbeiten im Tourismus: Chance
oder Falle für Frauen?" kommenden Freitag, den 10. Februar, im Cafe
Griensteidl.

ÖGB, 6. Februar
2006
Nr. 68

Rückfragehinweis:
HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske, Tel.: (01) 534 44/501
HGPD-Presse Katharina Klee, Tel.: 0664/381 93 67

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