- 02.02.2006, 17:29:09
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SCHÜSSEL: UNGLAUBLICHER AUFSCHWUNG IN DER MUSEENLANDSCHAFT SPÜRBAR
Zu den Klimt-Bildern: "einzig richtiger und transparenter Weg"
Wien (ÖVP-PK) - Die Situation der österreichischen Bundesmuseen
war in den 80er Jahren deplorabel. Mittlerweile sind 300 Millionen
Euro in die österreichischen Bundesmuseen geflossen. Wir haben
Tiefspeicher gebaut, elektrifiziert, Sicherheitsmaßnahmen gesetzt,
und es ist ein unglaublicher Aufschwung in der Museenlandschaft
spürbar. Da braucht man nur mit offenen Augen durch Wien gehen",
meldete sich heute, Donnerstag, Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel
in der Sondersitzung des Nationalrats "als Zeitzeuge für den enormen
Aufschwung, den die österreichischen Museen in den letzten 15 Jahren
genommen haben", zu Wort. ****
Die Bundesmuseen haben heute über 300 Millionen Besucher, das ist
eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber der Zeit, bevor diese große
Offensive gestartet wurde. Die Albertina hatte vor ihrer Schließung
zu Renovierungszwecken 50.000 Besucher pro Jahr, jetzt hat sie
650.000.
Der prioritäre Schwerpunkt Museen in den 90er Jahren sei mit dem
Namen Wilfried Seipel im Kunsthistorischen Museum (KHM) verbunden.
Man müsse Seipel nicht mögen und könne auch das eine oder andere
kritisieren, "aber dass der Aufschwung des KHM mit seinem Namen zu
tun hat, sollte man auch im wildesten Gefecht zwischen Regierung und
Opposition nicht vergessen", so Schüssel weiter.
83 Prozent aller ausländischen Besucher kämen wegen des
Kulturangebots nach Wien. Zwei Drittel der Besucher im KHM seien
ausländische Gäste. Das KHM zähle zu den fünf weltbesten Sammlungen.
In den acht Jahren unter Seipels Vorgänger habe es vier
internationale Ausstellungen im KHM gegeben. In 15 Jahren unter
Seipel gab es 164 internationale Ausstellungen. Darauf könne man mit
Fug und Recht stolz sein. Die Ausgliederung der Museen sei ein Segen
für diese Institutionen gewesen, seien sie früher doch in ein
bürokratisches Korsett eingezwängt gewesen. Heute haben diese eine
garantierte jährliche Basisabgeltung von 70 Millionen Euro und
erwirtschaften selber 30 Millionen dazu. Alle Museen zusammen haben
ein Budget von 100 Millionen Euro, das ist doppelt so viel wie vor
zehn Jahren. Das brauche man nicht schlecht reden, so der Kanzler
weiter.
Der Diebstahl der Saliera sei schmerzlich und eine mittlere
Katastrophe gewesen. Aber: "Glauben Sie wirklich, dass man bei
Millionen Besuchern eine absolute Sicherheit garantieren kann? Es ist
denkunmöglich, dass wir Kirchen und Klöster so sichern, dass nach
menschlichem Ermessen überhaupt nichts geschehen kann", so der
Kanzler zur Opposition. "Eigentlich sollten wir uns hier freuen,
dass sie zurückgebracht wurde, den Ermittlern danken und nicht einen
Verbrecher zum Helden machen und einen Direktor zum Verbrecher machen
und zum Rücktritt auffordern. Das versteht niemand", so Schüssel.
Anschließend ging Schüssel auf die Klimt-Bilder ein: Diese Regierung
setze keinen Schlussstrich unter die Geschichte, die vor 1945 bitter
genug war, sondern tue konkret etwas zur Aufarbeitung, verwies der
Kanzler auf den Nationalfonds, das Kulturgüterrückgabegesetz, den
Zwangsarbeiterfonds und den zweiten Teil des generellen
Entschädigungsfonds - alles einstimmig beschlossen. Der Kanzler
verwies auf die Einsetzung des Schiedsgerichts, das die Rückgabe
einstimmig beschlossen habe. "Ich finde das völlig in Ordnung, dass
wir das jetzt tun. Glaubt wirklich jemand, dass wir angesichts der
Preisvorstellungen, die öffentlich sind, hier handeln können?" Hier
bestehe auch die Gefahr des Vorwurfs, dass die Republik die Erben der
Opfer um ihren wohl verdienten Preis bringen wolle. Andere wiederum
würden meinen, dass dieser Preis nicht vertretbar sei. Das könne
daher nur im Marktzusammenhang entschieden werden. "Der einzig
richtige und transparente Weg ist jener, der heute beschlossen wurde.
Ein anderer wäre nach meiner Überzeugung nicht tragbar gewesen",
schloss Schüssel.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at
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