- 27.01.2006, 11:38:27
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Grünewald kritisiert drohende Restriktionen bei Drogentherapie
Geplante Verordnung des Gesundheitsministeriums übereilt und gefährlich
Wien (OTS) - Im Bereich der Drogenersatztherapie hat sich eine
Vielfalt an neuen Möglichkeiten durch die Entwicklung neuer
Medikamente eröffnet. Unter ExpertInnen entwickelte sich ein
Richtungsstreit über den Einsatz retardierter Morphine, die in den
letzten Jahren die Substitutionstherapie bereicherten.
Nunmehr scheint das Ministerium unter Rauch-Kallat einseitig und
überstürzt Partei zu ergreifen und die Behandlungsfreiheit der mit
der Ersatztherapie beschäftigten ÄrztInnen einzuschränken. "Die
geplante und restriktive Verordnung des Gesundheitsministeriums ist
übereilt und gefährlich. Gefährlich deswegen, weil die
Therapiekontrolle von niedergelassenen ÄrztInnen deren
Handlungsfähigkeit einschränkt und es ihnen erschwert, auf die ganz
spezifischen Bedürfnisse und Lebenssituationen ihrer PatientInnen
einzugehen", kritisiert der Grüne Gesundheitssprecher.
Bewährte Systeme wie des Methadonprogramm seien keineswegs
medizinisch so unproblematisch wie nunmehr vorgeschützt wird.
Methadon-Abbauprodukte kumulieren und können schwere Leberschäden bei
RisikopatientInnen auslösen, und sie sind mit einer Reihe weiterer
Nebenwirkungen behaftet, die bei den Betroffenen Widerstand
hervorrufen. Neuere und länger wirksame Präparate zeigen diese
ungünstigen Effekte nicht und lösen auch weniger heftige
Entzugssymptome aus.
"Die Angst vor Missbrauch dieser Medikamente und die Furcht, dass
diese von den PatientInnen in den Handel gebracht werden darf nicht
isoliert betrachtet werden und dazu führen, dass hier beinahe ein
Therapieverbot mit allen begleitenden Risiken verhängt wird. Ich
erwarte mir daher, dass die Bundesministerin die überwiegend äußerst
kritischen Stellungnahmen von ExpertInnen und aus der mit der
täglichen Praxis konfrontierten ÄrztInnen berücksichtigt", schließt
Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel +43-1-40110-6707, [email protected]
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