Grünewald kritisiert drohende Restriktionen bei Drogentherapie

Geplante Verordnung des Gesundheitsministeriums übereilt und gefährlich

Wien (OTS) - Im Bereich der Drogenersatztherapie hat sich eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten durch die Entwicklung neuer Medikamente eröffnet. Unter ExpertInnen entwickelte sich ein Richtungsstreit über den Einsatz retardierter Morphine, die in den letzten Jahren die Substitutionstherapie bereicherten.
Nunmehr scheint das Ministerium unter Rauch-Kallat einseitig und überstürzt Partei zu ergreifen und die Behandlungsfreiheit der mit der Ersatztherapie beschäftigten ÄrztInnen einzuschränken. "Die geplante und restriktive Verordnung des Gesundheitsministeriums ist übereilt und gefährlich. Gefährlich deswegen, weil die Therapiekontrolle von niedergelassenen ÄrztInnen deren Handlungsfähigkeit einschränkt und es ihnen erschwert, auf die ganz spezifischen Bedürfnisse und Lebenssituationen ihrer PatientInnen einzugehen", kritisiert der Grüne Gesundheitssprecher.

Bewährte Systeme wie des Methadonprogramm seien keineswegs medizinisch so unproblematisch wie nunmehr vorgeschützt wird. Methadon-Abbauprodukte kumulieren und können schwere Leberschäden bei RisikopatientInnen auslösen, und sie sind mit einer Reihe weiterer Nebenwirkungen behaftet, die bei den Betroffenen Widerstand hervorrufen. Neuere und länger wirksame Präparate zeigen diese ungünstigen Effekte nicht und lösen auch weniger heftige Entzugssymptome aus.

"Die Angst vor Missbrauch dieser Medikamente und die Furcht, dass diese von den PatientInnen in den Handel gebracht werden darf nicht isoliert betrachtet werden und dazu führen, dass hier beinahe ein Therapieverbot mit allen begleitenden Risiken verhängt wird. Ich erwarte mir daher, dass die Bundesministerin die überwiegend äußerst kritischen Stellungnahmen von ExpertInnen und aus der mit der täglichen Praxis konfrontierten ÄrztInnen berücksichtigt", schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel +43-1-40110-6707, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002