- 25.01.2006, 11:29:17
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OÖ Zeitarbeitsfirma umgeht Kollektivvertrag
Beschäftigte werden zu einvernehmlichen Lösungen gezwungen
Linz (GMT/ÖGB) - Für eine oberösterreichische Zeitarbeitsfirma
sind Verträge und Gesetze offenbar uninteressant. Kündigungsfristen
werden ignoriert, den Betroffenen entgehen dadurch hohe Geldbeträge.
Die Gewerkschaft Metall - Textil Oberösterreich zeigt Fälle von
"Schwarzen Schafen" auf und hilft den Betroffenen.++++
Bei der Firma DVD-Personalbereitstellung zählt es zur
betrieblichen Praxis, die ZeitarbeiterInnen sofort nach Ende eines
Einsatzes mit "einvernehmlichen" Lösungen loszuwerden. Über andere
theoretische Möglichkeiten, die Arbeitsverhältnisse zu lösen,
beispielsweise Kündigung durch den Arbeitgeber bzw. durch den
Beschäftigten werden die Betroffenen gar nicht erst informiert. Das
heißt im Klartext, dass alle Beschäftigten, die eine einvernehmliche
Lösung unterschreiben, einer Verzichtserklärung zustimmen. Darin ist
die Kündigungsfrist nicht enthalten - für die ArbeitnehmerInnen
bedeutet das den Verlust von 800 bis 2.000 Euro. Denn je länger die
oder der Beschäftigte im Betrieb ist, desto länger ist laut
Arbeitskräfteüberlassungs-Kollektivvertrag auch die Kündigungsfrist.
Die Firma DVD-Personalbereitstellung umgeht mit diesem Verhalten
eindeutig den Arbeitskräfteüberlassungs-Kollekvivvertrag - bricht
damit Verträge und Gesetze, die in Österreich gelten.
Einvernehmlich heißt im beiderseitigen Einvernehmen
Der Arbeiterbetriebsrat der Firma Frictec, Franz Krammel, ist
sofort nachdem ihm diese Vorgehensweise bekannt wurde, für die in
seinem Betrieb eingesetzten LeiharbeiterInnen aktiv geworden und hat
sie über die Missstände und über ihre Rechte beraten. Er forderte sie
auf, solche einvernehmlichen Lösungen oder jegliche dem
Kollektivvertrag widersprechenden Abmachungen nicht zu
unterschreiben, weil sie dadurch finanzielle Einbußen von mindestens
einem halben Monatsentgelt hinnehmen müssten. "Grundsätzlich ist
nichts gegen einvernehmliche Lösungen zu sagen, nur muss in diesem
Fall ein Nutzen für beide erkennbar sein und die ArbeitnehmerInnen
dürfen nicht um ihr Geld betrogen werden", sagt Franz Krammel. "In
diesem Fall werden sie mit Sicherheit um ihr Geld betrogen, denn der
Punkt Entgelt für überlassungsfreie Zeiten (Stehzeiten), der im
Kollektivvertrag für die Arbeitkräfteüberlassung geregelt ist, wird
in diesem Betrieb nicht eingehalten." Gabriele Sobol, allein
erziehende Mutter von drei Kindern, ist dieser Vorgangsweise zum
Opfer gefallen. Sie hofft, genau wie Betriebsratsvorsitzender Franz
Krammel, dass dieser Misstand bei der Firma
DVD-Personalbereitstellung sofort abgestellt wird und die
gesetzlichen und kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen eingehalten
werden.
Wettbewerbsverzerrung
Derartige Zustände bedeuten natürlich auch eine
Wettbewerbsverzerrung gegenüber anderen Personalbereitstellern, die
die gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bedingungen einhalten.
Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Zeitarbeitsbranche im
Herbst 2005 hat die GMT mit den ArbeitgeberInnen vereinbart, offensiv
gegen schwarze Schafe vorzugehen. Nachdem die
Kollektivvertragspartner ihre Vereinbarungen ernst nehmen, wird die
GMT auch weiterhin Missstände aufzeigen und für deren Beseitigung
eintreten.
Die Gewerkschaft Metall - Textil bietet für Beschäftigte im
Arbeitskräfteüberlassungsbereich Rechtsberatung und Begleitung.
Nähere Informationen dazu in der GMT Oberösterreich unter der
Telefonnummer (0732) 653347, in der Zentrale in Wien unter der Nummer
(01) 501 46 Dw 281 und 282 (Rechtsbüro), weitere Kontakte unter
www.metaller.at
Fotos der beteiligten Personen in druckfähiger Qualität können in
der Presseabteilung der GMT angefordert werden.
ÖGB, 25. Jänner 2006 Nr.
49
Rückfragehinweis:
GMT OÖ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reinhold Weiermeier
Tel. 0732 - 653347
Web: www.metaller.at
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