• 20.01.2006, 11:49:39
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Wifo-Aiginger: Flexibilisierung setzt hohes Wachstum voraus

Wirtschaftliche Bilanz der EU in den vergangen Jahren enttäuschend

Villach (ÖGB) - "Flexibilisierung am Arbeitsmarkt setzt hohes
Wachstum voraus", stellte der Leiter des
Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO), Univ. Prof. Karl Aiginger,
bei der ÖGB-BetriebsrätInnenkonferenz in Villach fest. Die EU müsse
daher dem Wachstum oberste Priorität beimessen. Vor allem auch
angesichts der Tatsache, dass die wirtschaftliche Bilanz der EU in
den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren enttäuschend ausfällt.++++

"Viele in der EU setzen voll auf Flexibilisierung des
Arbeitsmarktes. Ich sage, Wachstum muss Priorität haben und die
Flexibilisierung ist die Feinabstimmung", skizzierte
Wirtschaftsforscher Aiginger seine Vorstellung von der Zukunft der
EU. So werde auch die europäische Integration erst ein
wirtschaftlicher Erfolg, wenn die Einkommen auf breiter Front steigen
und die Arbeitslosigkeit sinkt. Derzeit gäbe es ein Policy Mix, das
zu geringem Wachstum und steigender Arbeitslosigkeit führe. Aiginger:
"Das ist ein tödlicher Cocktail."

Allerdings gibt es in der EU auch einige erfolgreiche Länder. Es
sind dies Schweden, Dänemark und Finnland. Diese Länder haben ein
dichtes Sozialnetz, sie gestalten ihre Wirtschaftspolitik unter
Einbezug von Sozialpartnern und ExpertInnen und geben der Ökologie
einen hohen Stellenwert. Es gibt privates und öffentliches
Kostenbewusstsein, ökonomische Anreize wurden besonders auf dem
Arbeitsmarkt wachstumsfreundlich gesetzt, und in die Zukunftsfaktoren
Forschung, Ausbildung, Weiterbildung und Diffusion von Technologien
wurde enorm investiert. Die Forschungsausgaben liegen gleich hoch wie
in den USA und um 50 Prozent höher als im EU-Durchschnitt.

Aiginger schlägt vor, die Chancen der Flexibilisierung zu nutzen
und die Gewinne zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zu
teilen. Gleichzeitig sollten die Rechte jener, denen Flexibilisierung
zugemutet werde, gestärkt werden. Aiginger: "Das europäische
Wirtschafts- und Sozialmodell ist unter diesen Bedingungen kein

Hindernis für den Wirtschaftserfolg.(ff) 

ÖGB, 20. Jänner
2006                                                                   
Nr. 36

Rückfragehinweis:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
   Franz Fischill
   Tel.: (++43-1) 534 44/510 DW
   Fax: (++43-1) 533 52 93
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   http://www.oegb.at

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