• 17.01.2006, 10:51:50
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  • OTS0082 OTW0082

Tödliche Arbeitsunfälle 2004 um fast ein Drittel gestiegen Arbeitsinspektionsbericht 2004 liegt dem Parlament vor

Wien (PK) – Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle hat im Jahr
2004 um fast ein Drittel – von 103 im Jahr 2003 – auf 132
zugenommen. Dies geht dem Bericht des Bundesministers für
Wirtschaft und Arbeit über die Tätigkeit der Arbeitsinspektion im
Jahr 2004 (III 193 d.B.) hervor, der kürzlich dem Parlament
zugeleitet wurde. Entgegen diesem Trend bei den tödlichen
Arbeitsunfällen hat, nach den Daten der AUVA, 2004 die Zahl der
anerkannten Arbeitsunfälle unselbständig Erwerbstätiger (ohne
Wegunfälle) geringfügig (2004: 115.216, 2003: 115.259)
abgenommen.

Mehr als drei Fünftel aller Arbeitsunfälle und fast zwei Drittel
aller tödlichen Unfälle ereigneten sich in folgenden sechs
Wirtschaftszweigen: Bauwesen; Handel; Realitätenwesen;
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen; Metallerzeugung und –
bearbeitung; Verkehr/Nachrichtenübermittlung.

Knapp 48.000 Betriebsstätten und über 14.000 Baustellen überprüft

Dem Bericht der Arbeitsinspektion ist weiter zu entnehmen, dass
im Berichtsjahr die Arbeitsinspektorate bei 73.482
Betriebsstätten und auswärtigen Arbeits-(Bau-)stellen
Amtshandlungen durchgeführt haben. Dabei wurden 47.924
Betriebsstätten und 14.579 Arbeits-(Bau-)Stellen überprüft. Von
den 181.996 Amtshandlungen waren fast zwei Drittel Überprüfungen.
Ferner nahmen die Arbeitsinspektoren/innen an 20.385 behördlichen
Verhandlungen (z.B. gewerberechtliche Genehmigungsverfahren,
Bauverhandlungen) teil und führten – abgesehen von der
schriftlichen Erledigung, internen Besprechungen – 43.964
sonstige Tätigkeiten (Vorbesprechungen betrieblicher Projekte,
Unterstützungs- und Beratungsgespräche) durch.

Schwerpunktaktionen

Zusätzlich wurden 2004 als Schwerpunktaktionen die Kampagne
"Sicherheit und Gesundheitsschutz in Bäckereien" fortgeführt und
– in teilweiser Abänderung des Projektdesigns 2003 – die
europäische Kampagne im Bauwesen 2004, eine Schwerpunktaktion in
Alten- und Pflegeheimen und in Krankenanstalten durchgeführt.
Außerdem wurde der 2003 erstellte Leitfaden für Sicherheits- und
Gesundheitsmanagementsysteme überarbeitet und im Zuge der
Ausarbeitung eines praktischen Leitfadens zur Umsetzung der
Lärmrichtlinie im Unterhaltungssektor einschlägige
Schwerpunktaktionen und Erhebungen durchgeführt.

Übertretung von Arbeitnehmerschutzvorschriften

Die ArbeitsinspektorInnen stellten bei den durchgeführten
Überprüfungen insgesamt 83.047 Übertretungen von
Arbeitnehmerschutzvorschriften (ohne Lenkkontrollen) fest. Die
Übertretungen im Jahr 2004 bei den Arbeitsstätten und Baustellen
betrafen vor allem allgemeine Anforderungen (u.a. Sicherung von
Gefahrenbereichen, Lagerungen, Reinigung), Brand-
/Explosionsschutz sowie Erste Hilfe. Auf sechs Wirtschaftszweige
entfielen fast drei Viertel aller Übertretungen: Bauwesen;
Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern;
Beherbergungs- und Gaststättenwesen; Realitätenwesen, Leasing,
Erbringung von unternehmensbezogenen Dienstleistungen;
Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken,
Tabakverarbeitung; Erbringung von sonstigen öffentlichen und
persönlichen Dienstleistungen.

38 % der Berufskrankheitsfälle gehen auf Gehörschäden durch
Lärmeinwirkung zurück

Die von der AUVA veröffentlichte Zahl anerkannter
Berufserkrankungen nahm von 1.035 (2003) auf 1.100 (845
männliche, 255 weibliche Beschäftigte) zu, davon endeten 62
tödlich. Eine Ursache für die Zunahme der anerkannten
Berufskrankheitsfälle ist laut Bericht, dass die Zahl der
Gehörschäden durch Lärmeinwirkung gestiegen ist. Sie übertrifft
mit 38 % aller Berufserkrankungen wie schon in den beiden
Vorjahren die Anzahl der Hauterkrankungen (24 %). Gering
zugenommen hat die Anzahl der Erkrankungen an Asthma
bronchiale(2003: 110; 2004: 112); ebenso hat sich die Zahl der
Erkrankungen der tieferen Atemwege und der Lunge durch die
Einwirkung chemisch-irritativ oder toxisch wirkender Stoffe von
64 auf 69 nur leicht erhöht. Die Erkrankungen durch Einwirkung
von Asbeststaub, aber auch die Erkrankungen durch Einwirkung von
Quarzstaub sind angestiegen. Die Folgen einer Asbest- oder
Quarzstaubeinwirkung führten bei 58 Beschäftigten zum Tod.
(Schluss)

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