OeNB - Fälschungen in Österreich 2005 halbiert -

OeNB, BM.I und Staatsanwaltschaft präsentieren die Euro-Fälschungsstatistik für das Jahr 2005

Wien (OTS) - Im 2. Halbjahr 2005 lag die Zahl der Fälschungen europaweit bei 286.000 Stück. Im gleichen Zeitraum wurden in Österreich 2.880 Fälschungen aus dem Umlauf sichergestellt, ein Anteil von lediglich 1 % aller Fälschungen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 7.127 gefälschte Banknoten in Österreich eingezogen. Und das, obwohl 2005 in Österreich 950 Mio. Stück Euro-Banknoten, das sind um 18,7 % mehr als im Vorjahr, von der OeNB ausgegeben wurden.

Vergleicht man den Anteil der in Österreich sichergestellten Fälschungen mit dem Anteil an der Wirtschaftsleistung (BIP-Anteil 3,1 %) des Euroraumes, sieht man, dass in Österreich relativ wenige Fälschungen auftreten. Die Anzahl aller ATS-, Valuten- und Euro-Fälschungen aus dem Umlauf liegt 2005 sogar auf dem niedrigsten Stand seit der Euro-Einführung 2002. In Österreich besteht für Privatpersonen kaum die Gefahr, mit Fälschungen in Kontakt zu kommen.

Im Jahr 2005 waren mehr als die Hälfte der Fälschungen EUR 50-Banknoten. Damit ging der Trend weg von den höheren hin zu den niedrigen Denominationen. Europaweit sind sogar 84 % der gefälschten Banknoten EUR 50- und EUR 20-Banknoten.

Stück Prozent Eur 5 51 0,7 % Eur 10 191 2,7 % Eur 20 728 10,2 % Eur 50 3.600 50,5 % Eur 100 1.372 19,2 % Eur 200 945 13,3 % Eur 500 240 3,4 % Gesamt 7.127 100 %

Diese Tendenz spiegelt sich auch beim Schaden wider, der 2005 durch Fälschungen entstanden ist. Dieser verringerte sich gegenüber 2004 um EUR 853.735,--, dies bedeutet ein Minus von 57 % .

Der Schwerpunkt des Falschgeldaufkommens liegt unverändert in und um Wien. So traten 2005 53 % aller Fälschungen in der Bundeshauptstadt und in Niederösterreich auf.

Stück Prozent Wien 2.939 41 % NÖ 875 12 % Tirol 758 11 % OÖ 644 9 % STMK 643 9 % SBG 430 6 % KTN 406 6 % VBG 241 3 % BGLD 191 3 % Gesamt 7.127 100 %

Neben dem guten Informationsstand der Bevölkerung zeigen die neuesten Statistiken die hervorragende Zusammenarbeit zwischen OeNB, BM.I und Staatsanwaltschaft.

Das Bundeskriminalamt setzt bei der Falschgeldbekämpfung auf internationale Zusammenarbeit. Diese Strategie scheint, bei Betrachtung der gegenwärtig rückläufigen Falschgeldzahlen, der richtige Weg zu sein. 2005 gelang es durch die Einbindung von Europol und Interpol mehrere in Europa operierende Falschgeld-Druckereien auszuheben. Die Erfolge wirkten sich unmittelbar auf die Kriminalitätslage Österreichs aus. Die Fahnder verzeichneten beispielsweise nach der Schließung einer Produktionsstätte in Litauen einen eklatanten Rückgang von 100-Euro-Fälschungen. Ein weiterer Faktor für die positive Bilanz war die Zerschlagung einiger Verteilerringe. So beschlagnahmten österreichische Falschgeldermittler im letzten Jahr 4.771 gefälschte Banknoten im Wert von EUR 1.148.640,--, noch ehe sie in den Verkehr gelangten.

Die Euro-Banknoten sind mit den modernsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Anhand dieser Merkmale sind mittels der Methode "FÜHLEN-SEHEN-KIPPEN" echte von falschen Banknoten leicht zu unterscheiden. Diese Prüfschritte sind auf der Homepage www.oenb.at beschrieben und können ohne technische Hilfsmittel durchgeführt werden.

Die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit sowie die Schulungsaktivitäten der OeNB dienen dem sicheren Umgang mit dem Euro. Immerhin ist das Bargeld - insbesondere bei Zahlungen bis
EUR 200,-- _ das gängigste Zahlungsmittel. Die OeNB wird auch heuer wieder mit mehreren Aktivitäten, unter anderem Kooperationen mit Medien und der Euro-Tour 2006 ihre Informationsoffensive fortsetzten.

Innerhalb der Oesterreichischen Nationalbank wurde ein Testzentrum eingerichtet, in dem Banknotenbearbeitungs- und Banknotenprüfgeräte entsprechend der Richtlinien der Europäischen Zentralbank getestet werden. Dabei arbeitet das OeNB-Testzentrum eng mit den Herstellern bzw. Vertreibern dieser Geräte, aber auch mit den Kriminaltechnikern zusammen. Das Hauptanliegen des OeNB-Testzentrums ist es, nicht nur die Gerätehersteller bzw. -vertreiber bei ihrer Entwicklung der Geräte, sondern auch die Nutzer solcher Geräte zu unterstützen. Nützlich sind nämlich nur jene Geräte, die permanent weiterentwickelt und getestet werden, um dauernd vor Fälschungen geschützt zu werden.

Jeder Euro ist hart verdient, schauen wir auf unser Geld!

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