Broukal zu Enzenhofer: "Lernen Sie bitte Geschichte, Herr Präsident!"

Bildung ist Grundvoraussetzung für Chancen und Perspektiven der Jugend

Wien (SK) - "Wenn Landesschulratspräsident Enzenhofer die international anerkannten Erfolge des finnischen Schulsystems ins Lächerliche zieht, bleibt ihm das überlassen. Wenn er aber Fakten falsch darstellt, muss man reagieren", erklärte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal in Reaktion auf Aussagen Enzenhofers an der Tageszeitung "Neues Volksblatt" vom 10.Jänner 2006. Der oberösterreichische Landesschulratspräsident hatte dort sinngemäß gemeint: Wie kann Bildung Voraussetzung für Jobchancen von jungen Menschen sein, wenn PISA-Sieger Finnland über hohe Jugendarbeitslosenquoten klagt? "Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Finnland ist eine Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion, damals der wichtigste Handelspartner der finnischen Wirtschaft. Das sollte der oberste Vorgesetzte aller oberösterreichischen GeschichtslehrerInnen eigentlich wissen", so Broukal. ****

Vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte Finnland noch im Jahr 1990 eine Jugendarbeitslosenquote von 9,3 Prozent. In den folgenden vier Jahren stieg die Jugendarbeitslosigkeit rasant auf 34 Prozent (1994) - "die SU war Finnlands wichtigster Handelspartner, und sie hörte von einem Tag auf den anderen damit auf, in Finnland einzukaufen. Einen Schock wie diesen hätte keine Volkswirtschaft der Erde ohne schwere Wunden überstanden hätte", so Broukal. Da die finnische Gesellschaft jedoch auf gut ausgebildete Junge Menschen und die Regierung auf Beschäftigungsprogramme setzte, konnte die Jugendarbeitslosigkeit von 1994 bis November 2005 (aktuellster Eurostat-Datenstand) auf 19,5 Prozent gesenkt werden.

Vergleicht man Finnland mit Österreich, zeigt sich aus österreichischer Sicht nicht nur beim Schulsystem, sondern auch bei der Jugendarbeitslosigkeit ein ernüchterndes Bild: Während Finnland die Jugendarbeitslosigkeit zwischen 2000 und November 2005 um 7,6 Prozent senken konnte, ist sie in Österreich in diesen sechs Jahren um exakt hundert Prozent gestiegen", konstatierte SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal. "Eine gute Ausbildung von jungen Menschen kann nicht jeden wirtschaftlichen Schock abfedern. Sie ist aber Grundvoraussetzung, um der Jugend Chancen und Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen", so Broukal abschließend. (Schluss) wf/mp

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