- 13.01.2006, 12:00:03
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Broukal zu Enzenhofer: "Lernen Sie bitte Geschichte, Herr Präsident!"
Bildung ist Grundvoraussetzung für Chancen und Perspektiven der Jugend
Wien (SK) - "Wenn Landesschulratspräsident Enzenhofer die
international anerkannten Erfolge des finnischen Schulsystems ins
Lächerliche zieht, bleibt ihm das überlassen. Wenn er aber Fakten
falsch darstellt, muss man reagieren", erklärte
SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal in Reaktion auf Aussagen
Enzenhofers an der Tageszeitung "Neues Volksblatt" vom 10.Jänner
2006. Der oberösterreichische Landesschulratspräsident hatte dort
sinngemäß gemeint: Wie kann Bildung Voraussetzung für Jobchancen von
jungen Menschen sein, wenn PISA-Sieger Finnland über hohe
Jugendarbeitslosenquoten klagt? "Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in
Finnland ist eine Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion, damals
der wichtigste Handelspartner der finnischen Wirtschaft. Das sollte
der oberste Vorgesetzte aller oberösterreichischen
GeschichtslehrerInnen eigentlich wissen", so Broukal. ****
Vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte Finnland noch im Jahr
1990 eine Jugendarbeitslosenquote von 9,3 Prozent. In den folgenden
vier Jahren stieg die Jugendarbeitslosigkeit rasant auf 34 Prozent
(1994) - "die SU war Finnlands wichtigster Handelspartner, und sie
hörte von einem Tag auf den anderen damit auf, in Finnland
einzukaufen. Einen Schock wie diesen hätte keine Volkswirtschaft der
Erde ohne schwere Wunden überstanden hätte", so Broukal. Da die
finnische Gesellschaft jedoch auf gut ausgebildete Junge Menschen und
die Regierung auf Beschäftigungsprogramme setzte, konnte die
Jugendarbeitslosigkeit von 1994 bis November 2005 (aktuellster
Eurostat-Datenstand) auf 19,5 Prozent gesenkt werden.
Vergleicht man Finnland mit Österreich, zeigt sich aus
österreichischer Sicht nicht nur beim Schulsystem, sondern auch bei
der Jugendarbeitslosigkeit ein ernüchterndes Bild: Während Finnland
die Jugendarbeitslosigkeit zwischen 2000 und November 2005 um 7,6
Prozent senken konnte, ist sie in Österreich in diesen sechs Jahren
um exakt hundert Prozent gestiegen", konstatierte
SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal. "Eine gute Ausbildung von jungen
Menschen kann nicht jeden wirtschaftlichen Schock abfedern. Sie ist
aber Grundvoraussetzung, um der Jugend Chancen und Perspektiven für
die Zukunft zu eröffnen", so Broukal abschließend. (Schluss) wf/mp
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
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