OeNB - Österreichs Wertpapieranleger auf Rekordkurs

Zahlungsbilanz in den ersten drei Quartalen 2005

Wien (OTS) - Die grenzüberschreitenden Wertpapierinvestitionen Österreichs erreichten in den ersten drei Quartalen 2005 einen neuen Rekord jenseits der 30-Milliarden-Euro-Schwelle. Potenziell ertragreiche Veranlagungen in Aktien und Investmentzertifikate spielten dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Der ungebrochene Erfolgskurs des ATX spiegelt umgekehrt die hohe Attraktivität österreichischer Unternehmen im Ausland insbesondere infolge ihrer erfolgreichen Oststrategie wider.

Mit 36,1 Mrd EUR erreichte das in ausländische Wertpapiere investierte Volumen in den ersten drei Quartalen 2005 einen neuen Spitzenwert. Selbst der bisherige Rekordwert, nämlich die Veranlagungen des gesamten Jahres 2000 (29,2 Mrd EUR), wurde deutlich übertroffen. Das geringe Zinsniveau und Aufwärtstendenzen der internationalen Börsen rückten in jüngster Zeit Aktien und Investmentzertifikate wieder verstärkt in den Blickpunkt der Anleger:
In den ersten neun Monaten 2005 flossen 3,6 Mrd EUR in ausländische Anteilscheine (Vergleichszeitraum 2004: 2,5 Mrd EUR), wovon allein 1,5 Mrd EUR auf das dritte Quartal 2005 entfielen. Hier zeigt sich ein Substitutionseffekt: Langfristige Rentenpapiere, die im Berichtszeitraum im Umfang von 23,1 Mrd EUR (nach 17,4 Mrd EUR) gekauft wurden, tendierten im dritten Quartal etwas schwächer.

Auch der Absatz österreichischer Wertpapiere an das Ausland in Höhe von 25,8 Mrd EUR wurde vor allem von Anteilscheinen stimuliert. Österreichische Unternehmen boten ausländischen Anlegern 2005 weiterhin attraktive Veranlagungsmöglichkeiten und hielten den ATX damit auf Erfolgskurs. Von Jänner bis September 2005 flossen 4,8 Mrd EUR in heimische Aktien und Investmentzertifikate (nach 2,9 Mrd EUR im Vergleichszeitraum 2004). Die große Anziehungskraft der Wiener Börse auf internationales Kapital ist vor allem mit dem erfolgreichen Engagement österreichischer Unternehmen in Osteuropa zu erklären. Infolge der positiven Wachstumsperspektiven dieser Region hat sich der stark ostorientierte Finanzplatz Wien bei internationalen Investoren einen guten Ruf erarbeitet. Der Zugang zu ausländischen Kapitalquellen ist eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Expansion österreichischer Unternehmen im Osten. Im Gegensatz zu Anteilscheinen blieben in den ersten drei Quartalen 2005 heimische Rentenwerte, die zu 19,9 Mrd EUR an das Ausland verkauft wurden, hinter dem Vergleichswert 2004 (23,0 Mrd EUR) zurück. Vor allem im dritten Quartal wurden per Saldo langfristige Titel von Österreich zurückgekauft bzw. getilgt.

Der Nettoanstieg österreichischer Unternehmensbeteiligungen von 2,7 Mrd EUR auf 4,5 Mrd EUR wurde vowiegend durch - im Vergleich zu 2004 - geringere Beteiligungsauflösungen bestimmt. Brutto veranlagten heimische Direktinvestoren im Berichtszeitraum mit 6,0 Mrd EUR etwas weniger als in den ersten drei Quartalen 2004 (6,3 Mrd EUR). Ausländische Investoren steigerten dagegen ihr Engagement in Österreich spürbar, woraus sich Nettobeteiligungen in Höhe von 3,6 Mrd EUR ergaben (nach 2,4 Mrd EUR).

Das vorwiegend von den Banken bestimmte Kredit- und Einlagengeschäft ergab für Österreich in den ersten drei Quartalen 2005 einen Finanzierungsbedarf gegenüber dem Ausland von 10,7 Mrd EUR. Dieser wurde vor allem durch den Aufbau kurzfristiger Einlagen ausländischer Investoren im Umfang von 17,0 Mrd EUR (nach 7,9 Mrd EUR) gedeckt.

Der Leistungsbilanzsaldo lag mit 1,0 Mrd EUR innerhalb des von der OeNB als ausgeglichen bezeichneten Bereichs von +/-1% des BIP (Jänner bis September 2004: 0,6 Mrd EUR).

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