• 03.01.2006, 12:16:41
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ARGE ÄrztInnen: Versicherungspflicht hebelt das solidarische Gesundheitssystem aus

Nur Heraufsetzen der Höchstbeitragsgrundlage kann Zwei-Klassen-Medizin verhindern

Wien (ÖGB) - Die von Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler
angedachte Versicherungspflicht als Ersatz für die bestehende
Pflichtversicherung wird von der Vorsitzenden der ARGE ÄrztInnen im
ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, strikt abgelehnt: "Die Einführung der
Versicherungspflicht in der Krankenversicherung würde die Auflösung
des Prinzips bedeuten, dass die Gesunden für die Kranken in der
Gesellschaft einstehen." Anstatt der von Brettenthaler geforderten
allgemeinen Beitragserhöhung fordert Oberhauser ein Anheben der
Höchstbeitragsgrundlage.++++

Der gleiche und freie Zugang zur Gesundheitsvorsorge für alle
gehöre zu den demokratischen Grundwerten, an denen nicht gerüttelt
werden dürfe. Ein Versicherungspflicht-System würde bedeuten: Wer
jung ist und es sich leisten kann, zahlt niedrige Prämien, jene die
krank und alt sind, müssen wegen ihres erhöhten Krankheitsrisikos
hohe Prämien bezahlen. "Ein solidarisches Gesundheitssystem hingegen
bedeutet, dass niemand in einem Arzt-Wartezimmer sitzen darf und sich
denken muss, hätte ich nur mehr Geld, um mir eine bessere
medizinische Versorgung leisten zu können", betont Oberhauser.

Bei der im Jahr 2001 durchgeführten ÖGB-Urabstimmung sprachen sich
94,6 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für die Beibehaltung der
Pflichtversicherung aus. Die ARGE ÄrztInnen fordert daher die
Beibehaltung der Pflichtversicherung, damit auch in Zukunft alle -
unabhängig von ihrem Einkommen - auf die Gesundheitsversorgung
vertrauen können.

Gerechte Gesundheitsfinanzierung statt allgemeiner Gebühren- und
Selbstbehaltserhöhungen

Um die Kosten, die durch den medizinischen Fortschritt entstehen,
sozial gerecht zu verteilen, dürfen die Versicherungsbeiträge nicht
einfach angehoben werden. Auch die ständige Anhebung von
Selbstbehalten, wie zuletzt bei Rezeptgebühren, Heil- und Sehbehelfen
erfolgt, lehnt die ARGE ÄrztInnen ab. "Wer hier eine faire Verteilung
will, kommt nicht daran vorbei, die Höchstbeitragsgrundlage
anzuheben, und damit auch von den BesserverdienerInnen einen
gerechten Anteil an den Gesundheitskosten einzufordern. Nur so ist
ein Abrutschen in die Zwei-Klassen-Medizin zu verhindern", schließt
Oberhauser.(fk)

ÖGB, 3. Jänner
2006 Nr. 3

Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

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