• 30.12.2005, 12:30:15
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Niederwieser: Die bildungspolitischen Zielsetzungen und Forderungen der SPÖ für das Jahr 2006

Wien (SK) - Die zentralen Zielsetzungen der SPÖ in der
Bildungspolitik für das Jahr 2006 formulierte SPÖ-Bildungssprecher
Erwin Niederwieser am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Einer
der Schwerpunkte wird die Erstellung eines attraktiven Wahlprogramms
in Sachen Bildung sein, dem die Menschen zustimmen, erklärte
Niederwieser. Weiters wird die SPÖ darauf drängen, dass die wenigen
Punkte, die aus acht angekündigten "Gehrer-Paketerln" realisiert
wurden, "nicht nur halbherzig, sondern wirklich umgesetzt werden".
Das betreffe die ganztägigen Schulen ebenso wie die
Nachmittagsbetreuung, Förderunterricht und Begabungsförderung,
Lehrer/innen Aus- und Weiterbildung und die Frühförderung, betonte
Niederwieser. Dazu bedürfe es endlich konstruktiver Gespräche
zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. ****

Für den bildungspolitischen Teil des SPÖ-Wahlprogramms werde in
erster Linie auf das Bildungsprogramm der SPÖ zurückgegriffen, sagte
Niederwieser. "Wir haben ein Bildungsprogramm, das in vielen Punkten
den Abschlussbericht der Zukunftskommission vorweggenommen hat und
werden daraus einige zentrale Reformpunkte formulieren - von der
Frühförderung im Kindgarten und einem harmonischen Übergang in die
Grundschule über die Schulen der 2. und 3. Chance bis zur
Bildungskarenz", so der SPÖ-Bildungssprecher. "Die Menschen sollen
wissen, wie sie dran sind. Denn nach der Abschaffung der
Zwei-Drittel-Barrieren für Schulgesetze, worauf ich wirklich stolz
bin, wird die SPÖ diese Ziele auch durchsetzen können, ohne oder mit
einer veränderten ÖVP", betont der SPÖ-Bildungssprecher.

Weiters werde die SPÖ das Unrecht zur Sprache bringen, dass unser
Schulsystem einem Fünftel der Kinder zufügt, denen keine für das
Leben ausreichenden Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik mit
gegeben werden, erklärte Niederwieser. "Wir werden mit aller Kraft
gegen die untergriffige Argumentation von FPÖ, BZÖ und ÖVP vorgehen,
dass die schlechten Noten, die die Pisa-Studie der heimischen
Bildungspolitik ausstellt, vor allem auf die Kinder von
Migranten/innen zurückzuführen sind." Das sei zum einem unrichtig,
denn ca. zwei Drittel der "Risikoschüler/innen" stammen aus
deutschsprachigen österreichischen Familien. Zum anderen seien diese
Behauptungen auch unsachlich, denn auch Länder mit hohen Anteilen an
Kindern aus Migrantenfamilien können gute Leistungen aufweisen
(Beispiel Kanada), wenn diesen Kindern rechtzeitig mit ausreichenden
Mitteln geholfen wird und nach Möglichkeit beide Elternteile
einbezogen werden können.

Frühe Förderung der sprachlichen Fähigkeiten im besonderen und der
kognitiven im allgemeinen beginne im Kindergartenalter, eigentlich
schon mit der Geburt, aber für dieses Alter könne und solle der Staat
den Eltern Informationen und Hilfestellung geben, wie sie ihr Kind
selbst bestmöglich fördern können, betonte Niederwieser. "Wir wollen
daher Grundstandards an Hilfestellung im frühkindlichen Alter und an
Kindergartenqualität bundesweit sicherstellen und die Vorschule ab
fünf verpflichtend einführen", so der SPÖ-Bildungssprecher.

"Im gesamten Schulbereich - von der Volksschule bis zur letzten
Klasse einer AHS oder BHS - sind Standards und deren regelmäßige
Überprüfung unerlässlich", so eine weitere Forderung der SPÖ. Diese
garantierten ein verlässlicheres, faires und gerechteres
Bildungssystem und sind Unterstützung für die überwiegend gute Arbeit
der Lehrerinnen und Lehrer. "Wir wollen die Verantwortung für die
einzelne Schule deutlich dezentralisieren. Am Ort sollen die
Schulpartner mit den Schulerhaltern gemeinsam Verantwortung
übernehmen können und in Bildungsregionen soll das gesamte Angebot
(von der Vorschule bis zur Erwachsenenbildung) organisiert werden",
sagte der SPÖ-Bildungssprecher.

Die SPÖ wolle außerdem die Wissenschaft wieder ins Boot holen und
PraktikerInnen mit ExpertenInnen gemeinsam an Verbesserungen für
Österreichs Schulen arbeiten lassen, erklärte Niederwieser. Aufgabe
der Politik sei es, diese Vorschläge dann umzusetzen und "nicht in
nahezu päpstlicher Manier zu erklären, was richtig und was falsch
ist". Zudem soll nach Ansicht von Niederwieser das schlechte Gesetz
über die Pädagogischen Hochschulen, bei dem es den Regierungsparteien
vor allem um politische Besetzungen gegangen ist, überarbeitet
werden.

Die SPÖ wird überdies darauf drängen, dass in den Berufsschulen und
den Polytechnischen Schulen die notwendige Zahl an LehrerInnen
vorhanden ist, um alle erforderlichen Fähigkeiten vor Ende der
Pflichtschulzeit vermitteln zu können. Deutliche Impulse sollen auch
im Bereich der Weiterbildung gesetzt werden, wie es
sozialdemokratisch regierte Bundesländer auch schon vorgemacht haben.
Bildungsfreistellung und Bildungskarenz sowie neue
Finanzierungsformen unter privater Beteiligung (Beispiel
Bildungsprämie und Bildungssparen) sollen neu eingeführt bzw. in
ihrer bestehenden Form verbessert werden, so Niederwieser
abschließend. (Schluss) ps

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

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