• 21.12.2005, 12:12:10
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Pacher: Dörfler agiert wirtschaftsfremd und frauenfeindlich

Angebot der mobilen Tagesmütter für viele Familien unverzichtbar

Wien (OTS) - Als ebenso wirtschaftsfremd wie frauenfeindlich wies
heute Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher Aussagen von Landesrat
Gerhard Dörfler zurück. Dieser hatte von den Unternehmen
"müttergerechte Dienstpläne" eingefordert und sich gegen eine
"Rundumbetreuung gleich nach dem Wochenbett" ausgesprochen. Pacher:
"Der blanke Zynismus von Dörfler ist gegenüber jenen Frauen, die sich
der doppelten Herausforderung von Familie und Beruf stellen, völlig
fehl am Platz. Als früher in der Privatwirtschaft Beschäftigter
sollte Herr Dörfler eigentlich wissen, dass Betriebe sich nach den
Erfordernissen ihrer Kunden zu richten haben und nicht danach, wann
ihre Mitarbeiter Zeit haben."

Ohnedies würden alle Unternehmen im Rahmen der Möglichkeiten
versuchen, auf Wünsche ihrer Mitarbeiter flexibel einzugehen, solange
die interne Organisation nicht darunter leide. Die Forderung nach
müttergerechten Dienstplänen solle Kindergartenreferent Dörfler
vielmehr an sich selbst stellen und die anachronistischen
Öffnungszeiten der Kindergärten endlich auf die radikal veränderten
Bedürfnisse der Arbeitswelt abstimmen. Pacher: "Es ist Aufgabe der
Kindergärten, ihre Leistungen bedarfsgerecht zu Zeiten anzubieten, in
denen sie benötigt werden. Ein Kindergarten, der um 16.00 Uhr
schließt, nützt einer Supermarktverkäuferin wenig, wenn sie bis 19.00
Uhr arbeitet."

Umso wichtiger sei die Einrichtung der mobilen Tagesmütter, die zu
erträglichen Tarifen auch in den Tagesrandzeiten die Kinder betreuen
und damit einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von
Familie und Berufstätigkeit leisten würden. Die europaweite
Diskussion über die Besorgnis erregende Bevölkerungsentwicklung
scheine an Dörfler spurlos vorüber gegangen zu sein. Pacher: "Nicht
nur die finanziellen, auch die organisatorischen Rahmenbedingungen
sind heute für junge Paare in der Frage der Familiengründung
ausschlaggebend und müssen daher von der öffentlichen Hand
entsprechend attraktiv gestaltet werden. Wenn wir dieses Problem
nicht lösen, sind alle unsere Anstrengungen - ob in der Wirtschaft
oder in der Politik - langfristig sinnlos."

Rückfragehinweis:
Präsident Franz Pacher
Wirtschaftskammer Kärnten
M 0676-885868259
E-Mail: [email protected]

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