- 21.12.2005, 09:51:17
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Rumänien: Größte österreichische Auslandsinvestition durch Este-Bank
Österreichs Position als Auslandsinvestor Nr.1 weiter ausgebaut - Holzindustrie Schweighofer will weiteres Sägewerk bauen
Wien (PWK976) - "Die BCR-Übernahme durch die Erste Bank ist auch
in Rumänien ein Stück Wirtschaftsgeschichte", meint Walter FRIEDL,
österreichischer Handelsdelegierter in Bukarest. Die Erste Bank wurde
gestern als Gewinner der Ausschreibung über die Privatisierung der
rumänischen BCR (Banca Comerciala Romana) - mit mehr als 25%
Marktanteil in Rumänien - bekannt gegeben. Der 3,7 Mrd. Euro-Deal ist
die größte österreichische Auslandsinvestition. Rumänien liegt bei
Austro-Unternehmen voll im Trend: Holzindustrie Schweighofer und
Egger Spannplatten haben ebenfalls weitere Werksbauten in Rumänien
angekündigt. Mit insgesamt über 7 Mrd. EUR Investitionen ist
Österreich damit in Rumänien mit Abstand der Auslandsinvestor Nr. 1.
Auch der Außenhandel boomt: Die österreichischen Exporte stiegen in
den ersten neun Monaten des Jahres 2005 um 19,2% auf 1,022 Mrd. Euro,
die Importe um 4,2% auf 529 Mio. Euro.
"Rumänien wandelt sich gerade von einem exotischen
Wirtschaftsstandort mit Goldgräberstimmung zu einem funktionierenden,
nachhaltig wachsenden Markt und das rasche Wachstum der vergangenen
fünf Jahre wird sicher weitere Jahre anhalten", so Friedl.
Österreichische Unternehmen profitieren vom rumänischen
Wirtschaftsboom. Schon bisher gab es mehr als 3.500 österreichische
Investitionen in Rumänien und rund 120.000 Rumänen arbeiten für
österreichische Firmen. Rumäniens Wirtschaftspolitik trägt ihrerseits
viel dazu bei, das Land zu einem attraktiven Wirtschaftspartner zu
formen. Anfang 2005 wurde eine Flat Tax in der Höhe von 16% für alle
Unternehmensgewinne und Gehälter eingeführt, Einkommen und damit
Kaufkraft steigen schnell, die Privatisierungen sind nahezu
abgeschlossen, der EU-Beitritt steht vor der Türe.
Österreichs Stärke in Rumänien ist kein Zufall. Bereits zu Zeiten
des Kommunismus waren österreichische Unternehmen in Rumänien aktiver
als andere, und nach der Wende kamen sie bald, um zu investieren. Und
dies trägt Früchte. Bei Banken, Versicherungen, Treibstoffen,
Holzbearbeitung, Immobilien, Baumaterialien, Verpackungen, Bier,
Zucker und vielen anderen sind österreichische Firmen Marktführer in
Rumänien, teils mit Produkten aus lokaler Fertigung, teils mit
Exporten aus Österreich. "Im Grunde genommen gibt es keinen Bereich,
in dem österreichische Firmen in Rumänien noch nicht aktiv wären", so
Friedl. "Genauso, wie es auch keinen Bereich gibt, der nicht noch
attraktiv für einen Einstieg wäre." Österreichische Unternehmen
gelten in Rumänien als besonders seriös und glaubwürdig. Das gilt
genauso für österreichische Produkte. Der Handel zwischen Rumänien
und Österreich hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich um 20-30%
von einem Jahr aufs andere zugelegt, gleichermaßen bei Importen wie
bei Exporten. Erstmals wird 2005 das bilaterale Handelsvolumen
deutlich die 2 Milliarden Euro Marke überschreiten, bei einem
Exportüberschuss für Österreich von ca. 700 Mio. Euro. Friedl: "Im
Gegensatz zu anderen sehen österreichische Unternehmen Rumänien nicht
als verlängerte Werkbank, um mit jetzt noch niedrigen Lohnkosten für
den Export zu produzieren und bei bald schon höheren Löhnen
einzupacken und in ein anderes Land weiterzuziehen." Die meisten
österreichischen Firmen, die in Rumänien investiert haben, seien
wegen des Marktes gekommen. 22 Millionen Menschen im Land mit dem
stärksten Wirtschaftswachstum Europas sind ein starkes Argument zu
bleiben.
Natürlich gibt es in Rumänien auch noch Nachholbedarf: Die
Infrastruktur ist weit davon entfernt, dem Transportaufkommen eines
modernen Staates gewachsen zu sein. Die Landwirtschaft ist viel zu
klein strukturiert und zu ineffizient, die Lebensmittelindustrie
nicht auf europäischem Standard. Verwaltung und Justiz entsprechen
nicht den Anforderungen der Wirtschaft. Aber jeder dieser Bereiche
bietet auch Chancen. Allein um die Umweltstandards der Europäischen
Union erfüllen zu können, werden in den kommenden 20 Jahren rund eine
Milliarde Euro jährlich zu investieren sein.
Das Rumänien-Programm der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) im 1.
Halbjahr 2006 sieht u.a. vom 21. bis 23. März 2006 eine
Marktsondierungsreise nach Westrumänien (Timisoara) für die
Automobilzulieferindustrie vor. Am 4. und 5. Mai werden in einem
Seminar die Investitionsbedingungen Rumäniens detailliert
dargestellt. Speziell für KMU ist am 18. Mai ein AWO-Länderforum zu
Rumänien geplant. Weiters findet vom 5. bis 7. März 2006 findet in
der Wirtschaftskammer Österreich eine Sondertagung des Forum Alpbachs
über das Schwarzmeerland statt. (BS)
Weitere Infos: http://www.wko.at/awo/ro
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich,
AWO-Süd-Osteuropa (AWO),
Mag. Franz Rössler
Tel: +43 (0)5 90 900 4442,
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