• 21.12.2005, 09:49:30
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Greenpeace stellt Walfangflotte im Südpolarmeer. Österreicher an Bord.

Japanisches Walfangschiff drängt Greenpeace-Schiff Esperanza mit gefährlichem Manöver ab.

Wien (OTS) - Wien/Südpolarmeer - Zwei Greenpeace-Schiffe, die
"Esperanza" und die "Arctic Sunrise" haben heute die japanische
Walfangflotte im Südpolarmeer gestellt und diese aufgefordert, das
Walschutzgebiet im Südpolarmeer unverzüglich zu verlassen. Weitere
acht Schlauchboote waren im Einsatz, um die Walfangflotte am weiteren
Abschlachten von Walen zu hindern. Greenpeace-Crewmitglieder
forderten mit "Stoppt den Walfang"-Bannern die Japanische
Fischereibehörde auf, die "wissenschaftliche" Waljagd sofort
einzustellen. Von der Brücke der Arctic Sunrise forderte Yuko Hirono
von Greenpeace Japan die Walfänger in einem Funkspruch dazu auf, "das
Töten zu beenden und die international anerkannte Walschutzgebiet zu
verlassen".

Mit im Einsatz in einem der Schlauchboote ist auch der in der
Steiermark geborene und in Kärnten lebende Greenpeace-Aktivist Erich
"Joe" Böhm. Böhm gehört derzeit zur Crew der Esperanza, des mit 70m
Länge größten Schiffs der Greenpeace-Flotte. Die Esperanza startete
am 19. November von Südafrika aus, um die Walfangflotte aufzuspüren
und am Fang zu hindern.

Während der Greenpeace-Aktion versuchten zwei der insgesamt drei
Fangschiffe der japanischen Walfangflotte zwei bereits getötete
Zwergwale an das Fabrikschiff Nisshin Maru zu übergeben. Da die
Esperanza den Zugang zur Rampe am Heck der Nisshin Maru blockierte,
versuchte eines der Fangschiffe, die Kyo Maru No. 1, zweimal, die
Esperanza mittels gefährlicher Manöver aus dem Weg zu schieben. Aus
Sicherheitsgründen zog sich die Esperanza daraufhin zurück.

Trotz scharfer internationaler Proteste und wiederholter Aufrufe der
Internationalen Walfangkommission (IWC) plant die Japanische
Fischereibehörde heuer den Fang von 935 Zwergwalen und hat damit
seine Fangquote seit dem letzten Jahr mehr als verdoppelt. Hinzu
kommen zehn gefährdete Finnwale. Während der nächsten zwei Jahre
sollen darüber hinaus weitere 40 Finnwale sowie 50 Buckelwale getötet
werden. Finnwale sind nach Blauwalen die zweitgrößten Lebewesen
unseres Planeten und stehen wie die Buckelwale auf der Roten Liste
der gefährdeten Tierarten.

"Auf der Bordwand des Fabrikschiffes Nisshin Maru ist in großen
Buchstaben das Wort "Forschung" zu lesen", berichtet Erich "Joe"
Böhm von seinem Einsatz auf einem der Greenpeace-Schlauchboote.
"Doch nachdem die erlegten Wale von den vermeintlichen
‚Wissenschaftlern’ an Deck vermessen und gewogen wurden, gehen sofort
die Schlachter ans Werk, zerlegen die Wale und packen das Walfleisch
marktfertig in Portionen ab", so Böhm weiter. "Der wahre Zweck der
Waljagd wird mehr als deutlich", schildert Böhm seine Eindrücke.

"Dieser Walfang ist unnötig, ungerechtfertigt und international
unerwünscht", kommentiert Antje Helms, Greenpeace-Meeresexpertin in
Wien. "Niemand lässt sich täuschen vom angeblich
"wissenschaftlichen" Zweck, mit der Japan seinen Walfang zu
rechtfertigen versucht. Die Wissenschaft ist lediglich ein
Deckmantel, doch eigentlich geht es um den Profit."

Greenpeace hat gemeinsam mit der Environmental Investigation Agency
(EIA) und der Humane Society die Firmen ausrecherchiert, die hinter
der Walfangflotte stecken. So profitieren aus international
renommierte Firmen aus dem Verkauf des Walfleisches in Japan:
Beispielsweise die US-Supermarktkette "Gorton’s", Marktführer in den
USA für Tiefkühlprodukte aus Fisch und Meeresfrüchten. Gorton’s steht
im Besitz der japanischen Handelsgruppe Nissui, die ein Drittel der
Anteile Kyodo Sepaku hält, also die Firma, in deren Besitz die
japanischen Walfangschiffe sind. Greenpeace fordert derzeit Kunden
von Gorton’s in den USA auf ihrer Einfluss auf die Supermarktkette
durch Protestmails wahrzunhemen.

"In einer Welt, wo internationale öffentliche Meinung ignoriert wird
und hochrangiger diplomatischer Druck versagt, können die Konsumenten
ein für alle mal bewirken, dass sich der Walfang nicht lohnt", so
Helms.

Rückfragehinweis:
Für weitere Informationen sowie Foto- und Videomaterial:
Dipl. Biol. Antje Helms, Greenpeace Meeresexpertin, 0664-2148952
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186

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