- 18.12.2005, 10:00:00
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TOIFL: Europa braucht eine einheitliche Unternehmensbesteuerung
25 verschiedene Steuersysteme gehen auf Kosten der KMUs
Wien (PWK968) - Diese Woche hat der Europäische Gerichtshof (EuGH)
in Luxemburg das pauschale Verbot grenzüberschreitender
Verlustanrechnungen durch Unternehmen gekippt. Nunmehr können
grenzüberschreitend tätigte Großunternehmen unter bestimmten
Voraussetzungen von ihren steuerpflichtigen Gewinnen im Inland die
Verluste von ihren Töchtern im Ausland abziehen.
Durch dieses Urteil wird laut Bundesspartenobmann Georg Toifl
wieder einmal deutlich bewusst, dass der Binnenmarkt in Europa noch
lange nicht vollständig ist. "Es ist ganz natürlich, dass Firmen ihre
Verluste in anderen EU-Staaten berücksichtigt haben wollen. Wenn
jedoch Firmen ausländische Verluste von ihrem steuerpflichtigen
Gewinn im Inland abziehen können, dann spielt das nur in die Hände
von großen Konzernen und wird den Wettbewerbsnachteil von kleinen,
nur im Inland tätigen Unternehmen, noch weiter vergrößern."
Solange Europa also keine einheitliche Unternehmensbesteuerung hat,
bringt dieses Urteil nur großen Firmen Vorteile. "Unterschiedliche
Regelungen in Europa ermöglichen es zwar großen, international
tätigen Unternehmen, ihre Erträge steuerschonend zu verschieben,
jedoch kleine, national gebundene Unternehmen tragen die Hauptlast
bei den direkten Steuern", so die Aussage von UEAPME, der
Europäischen Union des Handwerks und der KMU. "Die Kosten, sich den
unterschiedlichen Steuersystemen in Europa anzupassen, sind für KMUs
im Vergleich zu großen Unternehmen oft bis zu 200 Mal höher, da nur
wenige KMUs auch Niederlassungen im Ausland haben", so Toifl, auch
Vizepräsident der UEAPME, weiter und fordert eine einheitliche
konsolidierte Steuerbemessungsgrundlage für Unternehmen auf
europäischer Ebene.
Die Umsetzung dieser Maßnahme muss oberste Priorität bei der
Verwirklichung des europäischen Binnenmarkts sein. "Nur so wird es
für kleine Unternehmen attraktiv, grenzüberschreitend zu agieren",
betont Toifl abschließend. (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Mag. Iris Marlovits
+43 664 817 98 51
E-Mail: [email protected]
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