- 14.12.2005, 10:12:57
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Bauarbeiter gegen Lohnkürzungen durch flexible Arbeitszeit
Ja zu Jahresarbeitszeit mit Jahreseinkommen und Beschäftigungsgarantie
Wien (GBH/ÖGB) - Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz
(GBH) spricht sich in seiner heutigen Sitzung gegen jegliche weitere
Lohnkürzungen für die rund 200.000 Bauarbeiter aus.
GBH-Bundesvorsitzender und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer: "Eine
weitere Einkommenskürzung durch Ausschaltung der
Arbeitszeitregelungen in den Kollektivverträgen kommt gerade für die
Bauarbeiter, die schon auf Grund ihrer wechselnden
Beschäftigungsverläufe und Zeiten erzwungener Arbeitslosigkeit mit
sehr niedrigen Durchschnittseinkommen auskommen müssen, nicht in
Frage."++++
Driemer weiter: "Die Bauarbeiter wollen nicht Jahr für Jahr in die
Arbeitslosigkeit delegiert werden, sie wollen arbeiten und das ganze
Jahr über ein geregeltes Einkommen beziehen. Denn die wiederkehrende
erzwungene Arbeitslosigkeit und die unsozialen Pensionsreformen der
Bundesregierung bringen den Bauarbeitern nicht nur wesentliche
Einkommenseinbußen im aktiven Arbeitsleben, sondern auch Einbußen in
der Pension. Politik und Wirtschaft müssen die nötigen
Voraussetzungen für eine durchgehende Beschäftigung und eine wirksame
Schwerarbeitsregelung für Schwerarbeiter schaffen. Die Bauarbeiter
und die Gewerkschaft Bau-Holz haben ihren Beitrag zu einer
Durchbeschäftigung bereits geleistet: Mit der Einführung des
Jahresbeschäftigungsmodells konnte eine Verbesserung der
Jahresbeschäftigung erreicht werden. Dazu haben die Bauarbeiter mit
einen Teil ihres Einkommens beigetragen und damit auch nachweislich
die Arbeitslosenversicherung entlastet. Eine weitere Kürzung der
Löhne durch flexible Arbeitszeitregelungen ist für die Bauarbeiter
inakzeptabel. Jetzt sind Initiativen von Politik und Wirtschaft für
die von Arbeitslosigkeit durch die Pensionsreform Betroffenen
gefragt!"
Öffentliche und private Auftraggeber müssen nach Meinung des
Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz zu einer
kontinuierlicheren Auftragsvergabe und vernünftigen Setzung von
Fertigstellungsterminen in der Bauwirtschaft beitragen. Dies wäre ein
wesentlicher Beitrag zur Verringerung der Winterarbeitslosigkeit in
der Bauwirtschaft.
Es ist auch nicht einzusehen, dass trotz Wachstumsraten der
Bauwirtschaft, die über den Durchschnitt der Gesamtwirtschaft liegen,
und bei vollen Auftragsbüchern die Arbeitslosigkeit in der
Bauwirtschaft steigend ist. Der Bundesvorstand der GBH fordert von
der Politik Maßnahmen gegen die zum System gewordene "Hire and Fire
Politik" in der Auftragsvergabe, der Bauabwicklung und Beschäftigung
in der Bauwirtschaft.
Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz sagt Ja zu einem
Jahresarbeitszeitmodell bei Sicherung eines Jahresarbeitseinkommens
mit einer Jahresbeschäftigungsgarantie und einer berufsbegleitenden
Gesundheitsvorsorge. Dazu muss es eine Speicherung der geleisteten
Arbeitsstunden in der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse
geben, die eine individuelle Kontrolle der geleisteten Arbeitsstunden
und des Zeitausgleiches des einzelnen Arbeitnehmers ermöglicht. Der
Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz spricht sich aber ebenso
deutlich gegen Lohnkürzungen, durch Arbeitszeitmodelle und Eingriffe
in Kollektivverträge aus, die für die ArbeitnehmerInnen
ausschließlich Nachteile bringen.
ÖGB, 14. Dezember 2005
Nr. 708
Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
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