- 14.12.2005, 10:03:40
- /
- OTS0057 OTW0057
Lust auf Öko-Fisch
Umfrage: Europas Verbraucher und Händler bevorzugen Fisch ohne Umweltzerstörung
Wien/London (OTS) - Der Schutz der Umwelt spielt für 79 Prozent
der Verbraucher und Händler aus drei europäischen Ländern eine
wichtige Rolle beim Kauf von Meeresfrüchten. 86 Prozent der
Konsumenten würden an der Ladentheke Fisch aus nachhaltigen Quellen
bevorzugen, wenn dieser entsprechend gekennzeichnet wäre. Unter Fisch
aus nachhaltigen Quellen versteht man Fisch aus Meeren oder
Binnengewässern, der so schonend gefangen wird, dass sein Bestand
nicht gefährdet und die Unterwasserumwelt nicht zerstört wird oder
aus Fischzuchten, die für Fütterung und Haltung strenge
Umweltauflagen haben. Zwei von fünf Kunden wären bereit, mehr Geld
für Öko-Fisch zu zahlen. Dies sind die Ergebnisse einer heute von
Greenpeace und dem WWF veröffentlichten Befragung des Londoner
Meinungsforschungsinstitutes RSM unter 1.207 Verbrauchern,
Supermarktchefs, Köchen und Restaurantbetreibern aus Deutschland,
England und Spanien.
"Europas Verbraucher und Händler sind weiter als die Politik, die
noch immer auf die Plünderung der Meere setzt", folgert
Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms aus der Befragung. In der
kommenden Woche entscheiden die europäischen Fischereiminister in
Brüssel über die Fangquoten für 2006. Der dem Treffen zu Grunde
liegende Vorschlag der EU-Kommission ist laut Greenpeace "eine
Katastrophe" für die schon jetzt arg dezimierten Bestände von
Schollen, Kabeljau und Tiefseefischen. "Wenn die Kunden wüssten, was
sie mit dem Kauf dieser Fischarten anrichten, würden sicher viele auf
Fisch im Speiseplan verzichten", so Helms. "Wenn wir so weiter mit
den Beständen umgehen, bleiben die Theken bei uns bald leer."
Als erfreulich hoch bewertet Greenpeace das Problembewusstsein der
Befragten. 88 Prozent der befragten Händler und 85 Prozent der
befragten Verbraucher zeigen sich besorgt über den Zustand der Meere.
Über 70 Prozent der Händler und über die Hälfte der Konsumenten
nennen Überfischung und Beifänge als Bedrohungen für die Ozeane.
Allerdings mangelt es derzeit noch an der nötigen Aufklärung, damit
das Wissen in Kaufentscheidungen umgemünzt werden kann. 95 Prozent
der Verbraucher und 85 Prozent der Fischereiwirtschaft wünschen sich
mehr Informationen über die Möglichkeiten, nachhaltigen Fisch zu
kaufen.
"Fisch ist vor allem in der Dritten Welt ein wichtiges
Grundnahrungsmittel. Unsere eigenen Meere das Mittelmeer oder die
Nord- und Ostsee haben wir längst geplündert, jetzt sind die Flotten
der EU weltweit auf Raubzug. Das muss sofort aufhören", so Helms. Die
Umweltverbände betonen, dass die Plünderung der Weltmeere nicht nur
der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft schade, wenn die wachsende
Nachfrage nach Öko-Fisch nicht befriedigt werde. Dies illustriere ein
weiteres Ergebnis der Befragung, nach dem 84 Prozent der befragten
Konsumenten den Kauf von Meeresfrüchten ablehnen, die aus
überfischten Beständen stammen oder mit zerstörerischen Methoden
gefangen wurden.
Die RSM-Umfrage finden Sie auf www.marktcheck.at
Rückfragehinweis:
Greenpeace Österreich
Dipl.-Biol. Antje Helms, Greenpeace-Meeresexpertin, 0664-2148952
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP






