• 13.12.2005, 11:41:32
  • /
  • OTS0122 OTW0122

ARMUTSKONFERENZ: Noch immer über 100 000 ohne Krankenversicherung!

Studie über Nichtversicherte bereits vor einenhalb Jahren präsentiert. Für e-card: Krankenbeiträge bei Soziahilfe halbieren.

Wien (OTS) - Statt Beiträge auf Basis der Höchstbeitragsgrundlage
für Sozialhilfeempfänger schlägt die Armutskonferenz vor, einen
durchschnittlichen Krankenversicherungssatz festzusetzen. "Damit
nicht zehntausende Menschen, die in Armut leben, vom Bezug der e-card
ausgeschlossen werden.", so Sozialexperte Martin Schenk. Der
durchschnittliche Beitrag würde 150 Euro ausmachen. Die Kosten für
die Versicherung von Menschen, die jetzt von der e-card
ausgeschlossen sind, würde sich damit für die Länder verringern.",
rechnet Schenk vor. "Und die soziale Krankenversicherung käme ihrem
Anspruch nach, eine Solidargemeinschaft zu sein."

"Die Lücken im Krankenversicherungsschutz könnten durch die
Einbindung bedürftiger Nichtversicherter über die Sozialhilfe
geschlossen werden -oder gleich durch einen generellen
Krankenversicherungsschutz für alle.", argumentiert die
Armutskonferenz, das österreichische Anti-Armutsnetzwerk. "Das ist
das Modell mit dem größten Erfassungsgrad."
"Beim Modell der Einbindung Nichtversicherter über die Sozialhilfe
müssten sämtliche Nichtversicherte einen Status als Selbstversicherte
in der Krankenhilfe erhalten. In einem Rahmenvertrag zwischen
Gebietskrankenkassa und Ländern mit Unterstützung des Bundes könnte
so ein sofortiger Versicherungsschutz vorgesehen werden.Die 6montige
Wartefrist sollte fallen, um "Krankenversicherung im Bedarfsfall"
möglich zu machen.", fordert Sozialexperte Schenk.

Die hohe Zahl Nicht-Krankenversicherter zeigt, dass der
Almosencharakter der Sozialhilfe keine Zukunft hat. Statt
Gnadenrecht braucht die Sozialhilfe eine moderne Orientierung an
sozialen Grundrechten, die für alle gelten und Existenzsicherung
garantieren.

Die Studie über Nichtversicherte wurde übrigens vor genau
einenhalb Jahren von der ARMUTSKONFERENZ präsentiert. "In der
Gesundheitspolitik wird einfach zu wenig Augenmerk auf die sozialen
Lebensbedingungen gelegt.", fordert Schenk Gesundheits- und
Sozialministerium zu mehr Engagement auf. "Gemeinsam ist allen
Nichtversicherten, dass sie geringes Einkommen haben, ein Drittel war
schon öfters von fehlender Versicherung betroffen."

DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen Armut und
soziale Ausgrenzung. Wir betreuen und unterstützen im Jahr über 100
000 Hilfesuchende. www.armutskonferenz.at

Rückfragehinweis:
Medien: Tel.: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
Koordinationsbüro: 01/ 402 69 44

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ARM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel