Unerträgliche Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadi-Nejad

Der Empörung müssen Taten folgen

Wien (OTS) - Nachdem der iranische Präsident vor einigen Wochen "Israel von der Landkarte tilgen" wollte, bezeichnete er Israel in Mekka als "Krebsgeschwür" und empfahl, die Juden nach Österreich und Deutschland zu übersiedeln, um den Nahost-Konflikt zu lösen. Empörte Reaktionen in Europa, den Vereinigten Staaten und der UNO haben Herrn Ahmadi-Nejad nicht beeindruckt, im Gegenteil. Er scheint diese absurden Vorschläge ernst zu meinen und wir können sicher sein, daß noch weitere Erklärungen folgen werden. Unter diesen Voraussetzungen führen EU-Vertreter ab 21.12. neuerliche Gespräche, um das Atomprogramm des Iran in kontrollierte Bahnen zu lenken. Wie man mit einem solchen Extremisten glaubwürdig verhandeln kann, mögen die Verhandler der Öffentlichkeit erklären. Aber es ist die Verantwortung Europas, rasch der Empörung Taten folgen zu lassen. Da genügt es nicht, den jeweiligen iranischen Botschafter vorzuladen.

Vielmehr müßten der iranischen Bevölkerung durch Maßnahmen signalisiert werden, daß die gesamte Welt gegen eine solche Politik steht und diese nicht zuläßt. So könnte der Iran von allen kulturellen und sportlichen Aktivitäten (z.B. Fußball WM) ausgeschlossen werden, es könnten Flugverbindungen in den Iran eingestellt werden und der Iran könnte aus der WTO ausgeschlossen werden.

Sollten die Europäer nicht zu Taten übergehen und sich weiterhin auf Verurteilungen und Empörung beschränken, wird Israel die Initiative in die Hand nehmen und selbst die nötigen Schritte setzen. Nach der Schoah und nach der Ermordung von Millionen Juden in den letzten 2000 Jahren ist es das gute Recht des jüdischen Staates, sich gegen die Ahmadi-Nejads dieser Welt zur Wehr zu setzen. Daß in einem solchen Fall der ganze Nahe Osten aber auch die ganze Welt in eine Krise gestürzt werden, braucht nicht erwähnt zu werden. Es liegt daher an Europa, ein solches Szenario zu verhindern.

Dr. Ariel Muzicant
Präsident der
Israelitischen Kultusgemeinde

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