- 05.12.2005, 14:29:56
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Nikolo fürs Programm und Krampus für die Politik!
WWF stimmt Waldprogramm mit Vorbehalt zu.
Wien (OTS) - Das erste Österreichische Waldprogramm ist heute
beschlossen worden. Nach mehr als zweijährigen Verhandlungen zwischen
WWF, Waldeigentümern, Holzindustrie, Arbeiterkammer und anderen
Interessensgruppen erkennt der WWF gute Teilergebnisse des
Waldprogrammes an. "Die generelle Zielsetzung geht beim
österreichischen und internationalen Waldschutz durchaus in die
richtige Richtung", begründet DI Gerald Steindlegger das "Ja" des WWF
zum Programm. Bei der politischen Umsetzung ortet der WWF allerdings
massive Schwächen.
Klimaschutz: Waldprogramm gut, Politik schwach Auch der Wald
leidet unter der Klimaerwärmung. Das Waldprogramm sieht eine
Förderung von erneuerbaren Energieträgern vor. Die politische
Realität sieht allerding leider ganz anders aus. Die Ökostromnovelle,
der BM Josef Pröll zugestimmt hat, sieht eine massive Kürzung der
Förderung der erneuerbaren Energien vor. "Österreich ist bereits
Schlusslicht beim Klimaschutz, jetzt darf BM Pröll keinen Kniefall
vor den fossilen Brennstoffen machen", fordert Steindlegger.
Schutzgebiete: Fehlende Finanzierung und ungeeeignetes Management
Schutzgebiete sind eine unabdingbare Voraussetzung für die
biologische Vielfalt. Nur drei Prozent der österreichischen
Waldfläche stehen unter Naturschutz, mit dem Ziel, die biologische
Vielfalt zu erhalten. Auf lediglich 0,7% der Waldfläche darf sich die
Natur frei entfalten. Damit gehört Österreich zu den Schlusslichtern
in Europa und verfehlt klar die Vorgaben der Biodiversitätskonvention
und der Alpenkonvention. "Das Waldprogramm sieht eine Ausweitung und
qualitative Verbesserung von Schutzgebieten vor, der dafür zuständige
Minister Pröll kümmert sich aber nicht um die notwendigen Finanzen",
ortet Steindlegger auch hier dringenden Handlungsbedarf.
Österreich importiert illegal geschlägertes Holz Rund 80 % der
Urwälder, die die Erde ursprünglich bedeckt haben, sind bereits
zerstört. Illegaler Holzeinschlag und damit verbundener Holzhandel
ist eine der Hauptursachen für die Urwaldzerstörung. Bis zu 15% aller
auf Holz basierenden Importe nach Österreich stammen aus illegaler
Schlägerung. Das Waldprogramm hat sich die Eindämmung dieser
Missstände zum Ziel gesetzt. "Wenn das Holz- und Papierland
Österreich Verantwortung zeigen will, muss es auch mit gesetzlichen
Maßnahmen den Import von illegalen Produkten verhindern", zieht
Steindlegger auch hier die Politik in die Verantwortung.
Der WWF Österreich erkennt die Dialogbereitschaft der
Interessensgruppen und die ambitionierten Zielsetzungen des
Waldprogramms an. Jetzt allerdings müssen die Ziele mit messbaren
Sollwerten versehen werden und die Maßnahmen rasch umgesetzt werden.
"Ein Papier ist immer nur ein Anfang, sollte aber die noch fehlende
politische Umsetzung im kommenden Jahr ausbleiben, wird das
Waldprogramm ad absurdum geführt und so wirkungslos", erklärt
Steindlegger abschließend die Zustimmung unter Vorbehalt.
Rückfragehinweis:
Mag. Lydia Matzka, WWF-Pressereferentin, Tel.: 0676/83 488 288
DI Gerald Steindlegger, internationaler WWF-Waldexperte,
Tel.: 0676/83 488 216
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