• 30.11.2005, 20:42:58
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Neues Volksblatt: "Freie Familie" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 1. Dezember 2005

Linz (OTS) - Die Inszenierung hätte ja gepasst: Erst die
Parteivizechefin, die in Grasser-Seitenblicke-Manier ihre
Schwangerschaft in Szene setzt, aber ja nicht über ihr Privatleben
sprechen will. Dann die Präsentation des Reformmodells zur Karenz.
Inhaltlich hält das, was die Grünen dazu vorgelegt haben, aber nicht
mit dem Inszenierungsglamour mit. Dass ein mit der Höhe des
Einkommens steigendes Karenzgeld die Chancen erhöht, die (zu) geringe
Zahl an Männern, die sich ganz ihrem Kleinkind widmen, zu erhöhen,
ist sicher richtig. Quasi mit Zwang in die Familien hineinzuregieren
und Paaren, die sich frei dafür entscheiden, dass nur Vater oder
Mutter beim Kind bleiben, die Karenzzeit auf zehn Monate
zusammenzustreichen, lässt allerdings Zweifel am Umgang mit
persönlichen Freiheiten aufkommen. Abgesehen davon: Mit
Vaterschutzmonat, Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten
Geburtstag des Kindes und dem höheren Bezug fordern die Grünen
praktisch alles, was im Prinzip gut, aber auch teuer ist. Die seriös
kalkulierte Finanzbede-
ckung zum Vorschlag lässt die Partei des Wirtschaftsprofessors
bedauerlicherweise wieder offen.

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Neues Volksblatt
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