- 22.11.2005, 13:32:14
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E-Card-Pannen-Serie offensichtlich mit Supergage belohnt
Massive Kritik seitens der Ärztekammer - Beschwichtigungsversuche des Hauptverbands angesichts der Wiener Kassenverhandlungen "besonders pikant"
Wien (OTS) - In Wien ist die Empörung über die jüngst bekannt
gewordenen Supergagen des "Mister E-Card" Volker Schörghofer
besonders groß. "Uns erreichen bereits erboste Anrufe von Wiener
Kolleginnen und Kollegen, die wütend darüber sind, dass in den
derzeit anstehenden Honorarverhandlungen die Wiener
Gebietskrankenkasse mit Hinweis auf knappe finanzielle Ressourcen
nicht bereit ist, neue medizinische Leistungen zu finanzieren, und
auf der anderen Seite sich die Spitzen der sozialen
Krankenversicherung Millionenverträge finanzieren lassen", sagt der
Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner.****
Bereits im August hat der Rechnungshof massive Kritik am Projekt
E-Card geübt und insbesondere die hohen Projektnebenkosten und
Personalkosten bei der Chipkartenbetriebs- und
Errichtungsgesellschaft kritisiert. Dass nun der für das
E-Card-Projekt verantwortliche Volker Schörghofer als "Gagenritter"
geoutet wurde, sei nur die logische Folge all der Pannen und Probleme
rund um das Projekt. Dorner: "Da passt auch ganz gut hinein, dass
just zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Spitzengehalts von
Schörghofer ein neuerlicher Systemabsturz der E-Card passiert ist."
Besonders beschämend für den Ärztechef sind die
Beschwichtigungsversuche der politisch Verantwortlichen. Auch wenn
Hauptverbandspräsident Erich Laminger nun als Entschuldigung anführe,
dass die Verträge Schörghofers "ordnungsgemäß zu Stande gekommen
sind", prolongiere dies eigentlich nur den Gagenskandal mit üblem
Nachgeschmack. "Für mich ist völlig unverständlich, dass die Gehälter
offensichtlich keine Unachtsamkeit waren, sondern ganz bewusst von
der Hauptverbandsspitze abgesegnet wurden", betont der Ärztechef.
Jahrein, jahraus erkläre die soziale Krankenversicherung in
Österreich die "schwierige finanzielle Situation". Nun stelle sich
ein weiteres Mal heraus, mit welchen Pfründen die Spitzen im
Hauptverband bedacht werden. In diesem Zusammenhang stellt Dorner
auch die Forderung, die Dienstverträge anderer leitender Angestellter
wie Beate Hartinger oder Josef Kandlhofer offen zu legen. Dorner:
"Die Öffentlichkeit wird es sicherlich interessieren, ob hier
möglicherweise ähnlich 'leistungsdotierte Verträge' existieren."
Ausschreibungschaos, fehlendes Controlling, katastrophaler
Roll-out in den Ordinationen, mangelhafte E-Cards, Systemabstürze:
"Offensichtlich stört das im Hauptverband niemanden, und dafür wird
man dann auch noch belohnt." Die Bevölkerung und auch die Ärzteschaft
habe jedenfalls kein Verständnis dafür, dass der Bevölkerung immer
mehr Leistungen im Rahmen der sozialen Krankenversicherung
vorenthalten würden und das dabei frei werdende Geld direkt auf die
Gehaltskonten von Spitzenangestellten fließe, so Dorner, der auch
darauf verweist, dass "wieder einmal alle Kontrollmechanismen seitens
des Gesundheits- und Sozialministeriums komplett versagt haben".(hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at
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