- 17.11.2005, 11:52:05
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Kassenhonorare: Verhandlungen in Wien ergebnislos vertagt
WGKK will Minus-Deal mit Ärzten abschließen - Ärztekammer unterbreitet konkretes und moderates Angebot
Wien (OTS) - Die gestern, Mittwoch, Abend, stattgefundene dritte
Verhandlungsrunde zwischen der Wiener Ärztekammer und der Wiener
Gebietskrankenkasse endete ergebnislos. Johannes Steinhart,
Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, ist
verwundert, dass sich die Wiener Gebietskrankenkasse trotz eines
moderaten Angebots "äußerst starr und unbeweglich" zeigte. "Unsere
Vorstellungen liegen trotz der drei Verhandlungsrunden noch immer
meilenweit auseinander", so Steinhart.****
Über den umfassenden Leistungskatalog der Ärztekammer für die
Wiener Patientinnen und Patienten konnte erst gar nicht gesprochen
werden, da "seitens der Gebietskrankenkasse keine Bereitschaft
vorhanden war, eine Medizin auf internationalem Top-Niveau zu
erreichen", so Steinhart. Auch der Zynismus von Obmann Bittner, der
den Ärzten empfiehlt, ihre Verträge zurückzulegen, wenn sie zu seinen
Bedingungen nicht mehr arbeiten möchten, empfindet Steinhart als
äußerst kontraproduktiv und ärgerlich: "Wir haben in der gestrigen
dritten Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot auf den Tisch gelegt,
das eine Erhöhung der Tarife von 5,25 Prozent für jedes Jahr
vorsieht. Das sind 80 Cent pro Patient und Monat für die Wiener
Ärztinnen und Ärzte zusätzlich. Für Obmann Bittner ist das immer noch
utopisch."
WGKK will Minus-Deal mit Ärzten
Das Gegenangebot, das die WGKK unterbreitet hat, entspricht einem
Minus-Deal, weil es keine Tariferhöhung bedeutet, sondern die Ärzte
ihr Honorar durch Überstunden und medizinische Innovationen quasi
selbst verdienen lässt. "Das ist für uns völlig inakzeptabel", so
Steinhart.
Die weiteren Forderungen der Ärztekammer:
- Keine Verknüpfung von Honoraren und Heilmitteln - Sparen auf
Kosten der Patienten ist unethisch und wird von der Ärztekammer
seit jeher abgelehnt
- Die Aufhebung aller Deckelungen - Zwangsarbeit zum Nulltarif
darf im 21. Jahrhundert keine Realität mehr sein
- Die Rezepturbefugnis und das Überweisungsrecht für alle
hauptberuflichen Wahlärzte - Keine Bürokratieschikanen für
PatientenSteinhart: "In Anbetracht des derzeitigen Verhandlungsstands rückt
ein Abschluss eines neuen Vertrages immer weiter in die Ferne. Wir
haben mit allen Fachgruppen einen Angebotskatalog erarbeitet, der den
Ansprüchen eines modernen Gesundheitssystems entspricht. Dieser wurde
jedoch noch nicht einmal diskutiert, weil die Gebietskrankenkasse
keine neuen Leistungen einkaufen kann. Das nehmen wir bestürzt im
Sinne unserer Patienten zur Kenntnis."
Die Ärztekammer kann von ihrem Angebot nicht mehr viel abweichen,
da die gesetzlichen Mehraufwände wie Hygienebestimmungen, E-Card,
Abfallverordnungen, et cetera, mit denen die Wiener Ärztinnen und
Ärzte in den letzten Jahren belastet wurden, finanziell abgegolten
werden müssen. "Eine Erhöhung um 80 Cent pro Patient und Monat
erscheint uns für den täglichen Mehraufwand in unseren Ordinationen
nicht übertrieben", so Steinhart. Wenn man bedenke, dass der Vertrag
mit 31. Dezember 2005 ausläuft, sei die Unbeweglichkeit der Wiener
Gebietskrankenkasse mehr als mutig. "Wie soll es unter solchen
Voraussetzungen bis Jahresende zu einem neuen Vertrag kommen?" fragt
sich Steinhart abschließend. (bb)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Mag. Brigitte Biedermann
Tel.: (++43-1) 51501/1407
Fax: (++43-1) 51501/1289
mailto:[email protected]
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