• 16.11.2005, 13:14:51
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JAKOB AUER: ÖSTERREICH UND EUROPA HANDELN - ANDERE LÄNDER REDEN!

WTO-Verhandlungen dürfen multifunktionale Landwirtschaft nicht
gefährden

Wien, 16. November 2005 (ÖVP-PK) Mit der Entkoppelung der
Direktzahlungen von der Produktion hat Europa eine wichtige
Vorleistung in Bezug auf handelsverzerrende Wirkung bei
produktbezogenen Maßnahmen erbracht. Auch die Agrarumweltprogramme,
Regionalbeihilfeprogramme etc., die in Europa und vor allem in
Österreich schon jahrelang Gültigkeit haben, stellen eine wichtige
Leistung der Europäischen Union dar. "Während andere nur davon reden
- so hat die USA im Zuge des neuen Landwirtschaftsgesetzes, der Farm
Bill, die internen Stützungen bis 2011 verlängert und kräftig
nachgebessert - wird in Europa und in Österreich gehandelt", sagte
heute, Mittwoch, ÖVP-Abg. Jakob Auer anlässlich der
Nationalratsdebatte zu den WTO-Verhandlungen. ****

"Es muss in den laufenden WTO-Verhandlungen für Europa und für
Österreich sichergestellt werden, dass die grundlegenden Ziele der
multifunktionellen Landwirtschaft nicht gefährdet werden", wünscht
sich Auer zudem eine stärkere Berücksichtigung der "non trade
concerns" in den Verhandlungen. Um eine nachhaltige, sozial und
ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft zu stärken, müssen "sensible"
Produkte wie Zucker, Butter, Rindfleisch, Milch, Obst, Gemüse und
Getreide als solche anerkannt und durch entsprechenden Außenschutz
geschützt werden.

Noch ein paar Fakten zum Agrarhandel, auch im Bezug zu den
Entwicklungsländern:

- Durch die Initiative "Everything But Arms" (EBA) gewährt die EU
den "Least Developed Countries" (LDC, den am wenigsten entwickelten
Ländern) ab 1.1.2009 freien Marktzutritt
- Rund 85 Prozent der Agrarausfuhren Afrikas und 45 Prozent der
Exporte Lateinamerikas gehen in die Länder der Union
- Die EU ist der größte Importeur von Agrarerzeugnissen aus den 80
am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Insgesamt gehen rund 40
Prozent der gesamten Agrarexporte der Entwicklungsländer in die
Gemeinschaft. Das ist mehr als die USA, Kanada, Japan, Australien und
Neuseeland zusammen dort beziehen.

"Die Europäische Union und Österreich, insbesondere die
Landwirtschaft, haben ihre Hausaufgaben gemacht. Der
Verhandlungsrahmen ist ausgeschöpft. Jetzt müssen die anderen Länder
nachziehen", schloss Auer.
(Schluss)

Rückfragehinweis: Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at

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