Neues Volksblatt: "Verzichtbar" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 2. November 2005

Linz (OTS) - Gerhard Schröder weg; Franz Müntefering relativ weg; Joschka Fischer weg; die SPD im Richtungsstreit, die Grünen in Opposition: Schauten wir einst bewundernd über die Grenze zum deutschen Nachbarn, bei dem alles so gut lief, wo Wertarbeit und Gründlichkeit als vorbildhaft und die Gehälter beneidenswert hoch erschienen, so macht sich bei einem solchen Blick heute Ernüchterung breit. Zum Glück ist Österreich von der einstigen Wirtschaftslokomotive Deutschland nicht mehr lebensnotwendig abhängig. Und zum Glück hat man jahrelang vor Augen geführt bekommen, dass rot-grüne Politik offenbar kein Segen für ein Land ist.
Eines scheint klar: Die Probe aufs Exempel, ob Österreich mit gleicher Konstellation wie in Deutschland auch so dastünde wie der Nachbar, ist verzichtbar. Es genügt, wenn die rote Wirtschaftspolitik Wien die mit Abstand höchste Arbeitslosenrate beschert. Und es genügt auch, wenn die linken Grünen in Wien ein arbeitsloses Grundeinkommen durchsetzen wollen. Es wäre schade, müsste ganz Österreich für Politik und Experimente dieser Art herhalten.

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