- 27.10.2005, 10:00:00
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JETZT WIRD ES WILD: ACHTUNG AUF VIERBEINIGE VERKEHRSTEILNEHMER!
Herbstzeit ist Wildsaison: 2004 kam es zu 166 fatalen Begegnungen zwischen Mensch und Tier
Wien (OTS) - Die Stunden zwischen 18 Uhr Abends und 6 Uhr Früh
sind von November bis April besonders heikel. In diesem Zeitraum
passiert es nämlich besonders oft, dass ein Reh, Hirsch oder anderes
Wild aus Wald und Feld prescht und direkt vor ein Fahrzeug läuft.
Kombiniert mit herbstlichen Straßenbedingungen und eingeschränkten
Sichtweiten lässt sich eine Kollision oft nicht vermeiden. 166 Mal
kam es 2004 zu unangenehmen Begegnungen mit der Natur. Dabei wurden
188 Menschen verletzt, für zwei endete der Zusammenstoß sogar
tödlich. Am stärksten betroffenes Bundesland war Oberösterreich mit
53 Unfällen, gefolgt von Niederösterreich mit 41 Kollisionen.
Gefahr von beiden Seiten
"Fahrzeuglenker sind sich der Gefahr bewusst, wenn sie am Straßenrand
das Gefahrenzeichen 'Achtung Wildwechsel' sehen", sagt Dr. Othmar
Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Wie
Studien gezeigt haben, erwarten 80 Prozent der Autofahrer aber ganz
unbewusst, dass das Tier von rechts kommt." Die Realität sieht
freilich anders aus, da sich Wild nicht an die Erwartungen des
Menschen hält und quert wie es will oder muss. Tatsache ist auch,
dass viele Lenker nicht wissen, wie sie sich nach einem Wildunfall
verhalten müssen. Anhalten und die Unfallstelle absichern ist der
erste und wichtigste Schritt. Totes Wild darf nicht einfach in den
Kofferraum geladen werden, sondern muss an den Straßenrand gezogen
werden. Danach ist die Polizei zu verständigen, Unfallspuren am
Fahrzeug dürfen nicht beseitigt werden. Das ist später auch für die
Versicherung relevant: Ersatz gibt es nämlich nur, wenn eine
behördliche Schadensaufnahme erfolgt ist und der Unfall ohne
unnötigen Aufschub der Versicherung gemeldet wurde.
Vorbeugen ist besser als kollidieren
Wildunfälle sind nicht in die Kategorie "höhere Gewalt" einzuordnen.
Sie sind vermeidbar, wenn Lenker einige Punkte berücksichtigen.
Besonders in der Dämmerung und in den Abendstunden ist vor
Waldlichtungen, hoch bewachsenen Feldern und tiefer gelegenen
Straßengräben mit verstärktem Wildwechsel zu rechnen. Im Bereich des
Gefahrenzeichens "Achtung Wildwechsel" sollte sich die
Geschwindigkeit verringern und die Bremsbereitschaft steigen. Sobald
sich Wild in Fahrbahnnähe zeigt, hilft nur: Weg vom Gas, abblenden
und abgesetzt hupen - Rudeltiere haben meistens Artgenossen im
Schlepptau. Auf keinen Fall sollte man es auf riskante
Ausweichmanöver ankommen lassen, da sonst auch noch entgegenkommende
Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.
Bauliche Maßnahmen
Mit einfachen baulichen Maßnahmen lassen sich Wildunfälle vermeiden.
Das KfV fordert die zuständigen Stellen dazu auf, Wildschutz- und
Duftzäune oder Wildbrücken zu errichten. Auch Reflektoren wirken
abschreckend auf die Tiere. Um freie Sicht und damit die Möglichkeit
zu einer rechtzeitigen Bremsung zu schaffen, sollte das Gehölz am
Fahrbahnrand ausgedünnt werden.
Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 01-717 70-225
E-Mail: [email protected]
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