• 21.10.2005, 12:08:05
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45. Europäische Warenbörse in Wien eröffnet

Rudolf Kunisch übernimmt 2006 Amt des europäischen Börsepräsidenten

Wien (AIZ) - Mit einem Galaabend im Wiener Rathaus wurde am
Donnerstag die 45. Europäische Warenbörse in Wien von
Landwirtschaftsminister Josef Pröll eröffnet. Der Präsident der Börse
für landwirtschaftliche Produkte in Wien, Rudolf Kunisch, konnte als
Organisator der Veranstaltung auch zahlreiche Ehrengäste - an der
Spitze COPA-Präsident Rudolf Schwarzböck - begrüßen. Heute, Freitag,
findet der europäische Börsetag im Austria Center Vienna statt, dazu
haben sich etwa 2.000 Teilnehmer aus Europa und Übersee angemeldet.

"Die europäischen Warenbörsen spielen seit Jahrhunderten eine sehr
wichtige Rolle beim Handel mit Agrarprodukten. Wenngleich sich ihre
Tätigkeit in den vergangenen Jahren geändert hat, so steht fest, dass
wir sie auch in Zukunft brauchen, um den Marktteilnehmern zu
signalisieren, unter welchen Rahmenbedingungen der Handel erfolgt",
sagte Pröll in seiner Begrüßungsansprache.

Diese Konferenz unterstreiche auch die große Bedeutung von
landwirtschaftlichen Produkten im europäischen Handelsgeschehen und
trage der Wertschätzung Wiens als bedeutender Börse- und Handelsplatz
Rechnung, so Pröll. Die Vereinbarungen im Rahmen der derzeitigen
WTO-Verhandlungen würden auch für die weltweiten Handelsbeziehungen
große Veränderungen bedeuten. Die EU müsse dabei jedoch danach
trachten, dass die nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft nicht zu
Gunsten einer völligen Liberalisierung der Agrarmärkte geopfert wird.

Kunisch: Erfolgreiche Gespräche am Börsetag ermöglichen

"Das Gebäude der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien
wurde Ende des 19. Jahrhunderts in der damaligen Donaumonarchie den
Kaufleuten aller Völker und jeder Sprache gewidmet. Das ist für uns
auch ein Signal für das Streben zu einem friedlichen Miteinander über
alle Grenzen hinweg. Wir sind bemüht, die Europäische Warenbörse in
Wien so zu gestalten, dass unsere Gäste erfolgreiche Gespräche am
Börsetag führen können", erklärte Präsident Kunisch. Diese Börse
werde auch weiterhin ihre große Bedeutung für einen funktionierenden
Agrarmarkt haben.

Vereinigung von 47 Warenbörsen

Die Europäische Warenbörse ist die 1960 gegründete Vereinigung von
47 Warenbörsen in zwölf europäischen Ländern mit Sitz in Straßburg.
Präsident ist zurzeit Baudouin Delforge, Präsident der Bourse de
commerce de Paris. Rudolf Kunisch ist derzeit Vizepräsident und wird
gemäß den Statuten im Herbst 2006 für eine Amtszeit von zwei Jahren
von Delforge die Präsidentschaft über die Europäische Warenbörse
übernehmen.

Die jährliche Europäische Warenbörse ist ein etabliertes Ereignis
und Anlaufpunkt für Marktteilnehmer aus den Branchen Getreide,
Ölsaaten, Futtermittel in Europa und Übersee. Dem Austragungsort Wien
kommt dabei die Rolle einer repräsentativen Plattform für persönliche
und wirtschaftliche Kontakte im - seit der EU-Erweiterung - stark
zunehmenden Handel des westlichen Europas mit dem mittel- und
osteuropäischen Raum zu.

Neue Aufgaben der Warenbörsen

Inhaltlich setzt sich Kunisch als Gastgeber und designierter
Europäischer Börsepräsident zum Ziel, dem Handel mit
landwirtschaftlichen Produkten in Europa über die Funktion der Börsen
möglichst einheitliche und verlässliche Rahmenbedingungen zu setzen.
Unter anderem will er die Einführung einheitlicher europäischer
Getreidekontrakte als über die Grenzen hinaus anerkannte und
durchsetzbare Geschäftsgrundlagen vorantreiben. Weiters sollen die
Kontakte der Branche zu den europäischen Institutionen und
Dienststellen vertieft werden. "Die Reformen der Gemeinsamen
EU-Agrarpolitik und der zunehmend spürbare Rückzug der EU-Kommission
von ihrer Aufgabe der Verwaltung der europäischen Agrarmärkte darf
nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein funktionierender Handel in
einem Binnenmarkt mit 25 Mitgliedstaaten einheitlicher Regeln
bedarf", betont Kunisch.

Kontakte zu Warenbörsen im Osten intensivieren

Ein einheitlicher deutsch-österreichisch-italienischer
Musterkontrakt für den Getreidehandel ist nicht zuletzt auf
Initiative der Wiener Produktenbörse schon Realität. Weiters will
Kunisch von der zentraleuropäischen Drehscheibe Wien aus die Kontakte
zu Warenbörsen im östlichen Mitteleuropa intensivieren und diesen
Einrichtungen Hilfe und Know-how beim Aufbau ihrer Strukturen zur
Etablierung von Handelsusancen auf westlichem Standard anbieten.

Warenbörsen sind insbesondere mit der Preisnotierung auf Grund des
tatsächlichen Verkaufs physischer Ware sowie mit der Festsetzung von
Usancen und deren Durchsetzung mit eigenen Schiedsgerichten befasst.
Damit erfüllen sie eine wichtige Funktion für die Transparenz der
Agrarmärkte und für die Rechtssicherheit bei deren Geschäften. Eine
Zusammenfassung der Tätigkeiten und Aufgaben der Börse für
landwirtschaftliche Produkte in Wien ist auf der AIZ-Homepage
(www.aiz.info) im Anschluss an diesen Beitrag als pdf-Dokument
verfügbar.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ

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