- 20.10.2005, 15:12:08
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Offener Brief an Bundesministerin Maria Rauch-Kallat,
Wien. (OTS) - Sehr geehrte Frau Bundesministerin Rauch-Kallat,
mit großer Ungeduld warten wir darauf, dass Sie alle Möglichkeiten
ausschöpfen, um die ÖsterreicherInnen vor der aktuellen Bedrohung
durch Gentech-Raps zu schützen. Hierfür ist ein Importverbot für den
Gentech-Raps GT 73 von Monsanto unabdingbar.
Die Europäische Kommission hat mit 31. August 2005 den gentechnisch
veränderten Raps GT 73 von Monsanto für den Import als Futtermittel
zugelassen. Die EU-Kommission entschied damit gegen das klare Votum
der europäischen UmweltministerInnen. Nur sechs von 25
UmweltministerInnen der EU-Mitgliedsländer sahen die Voraussetzungen
für die Zulassung des Gentech-Raps als gegeben. 13 Länder, darunter
auch Österreich, votierten gegen eine Zulassung und das aus gutem
Grund:
Die Europäische Umweltbehörde (EEA) hat den Gentech-Raps als
Hochrisikopflanze bezüglich Kontamination eingestuft. In
Großbritannien erbrachten Untersuchungen über die ökologischen
Auswirkungen des Anbaus von Gentech- Raps alarmierende Ergebnisse.
Die WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass durch den Anbau des
Gentech-Raps die Zahl der Schmetterlinge, Hummeln und Käfer deutlich
zurückging. Monsanto selbst hatte in Versuchen an mit Gentech-Raps
gefütterten Ratten vergrößerte Leberzellen festgestellt. In Kanada
hat die großflächige Verunreinigung der Rapsfelder mit Gentech-Sorten
dazu geführt, dass für Bio-Bauern und -Bäuerinnen der Anbau von Raps
praktisch unmöglich geworden ist.
Nun geht es bei dem von der EU-Kommission zugelassenen Gentech-Raps
vordergründig nicht um den Anbau, sondern um den "Import zur
Verarbeitung zu Tierfutter sowie auf industrielle
Verwendungszwecke".Übersehen wurde dabei aber offensichtlich, dass
der Gentech-Raps jederzeit gewollt oder auch ungewollt als Saatgut
genutzt werden kann. In Japan haben Behörden Gentech-Verunreinigungen
durch im Hafen verschüttete Rapssamen im Umkreis von 30 Kilometern
festgestellt.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, dieser Gentech-Raps ist eine
massive Bedrohung für die österreichische Landwirtschaft. Wir
brauchen umgehend eine klare Reaktion auf diese Gefahr. Bitte
veranlassen Sie ein Importverbot für diesen Gentech-Raps. Sonst ist
zu befürchten, dass innerhalb kürzester Zeit weite Gebiete entlang
von Straßen und Flüssen in Österreich mit Gentech-Raps kontaminiert
werden.
Landwirtschaftsminister Joseph Pröll hat bereits mehrfach zu
verstehen gegeben, dass er ein Importverbot für diese gentechnisch
veränderte Rapssorte als sinnvoll erachtet, auch wenn die derzeitige
Zulassung sich auf Futtermittel bezieht und daher nicht in sein
Ressort fällt. Wir erwarten uns, dass Sie binnen einer Woche die
entsprechenden Maßnahmen einleiten und bitten Sie, uns davon in
Kenntnis zu setzen.
Mit freundlichen Grüßen,
Dipl. Pol. Jens Karg, GLOBAL 2000
Dr. Bernhard Drumel, Greenpeace
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 0664-6126721.
Dipl. Pol. Jens Karg, Gentechnik-Sprecher GLOBAL 2000, tel. 0664-8143440.
Dr. Bernhard Drumel, Geschäftsführer Greenpeace, tel. 0664-5482487.
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