Dieselpreise unter EU-Durchschnitt für Autofahrer nicht existent

Steuerliche Vergünstigung für Rapsdiesel verfälscht Netto-Dieselpreis

Wien (OTS) - In den vergangenen zwei Wochen lag der Netto-Dieselpreis mehrmals unter dem EU-Schnitt. Ein Ereignis, bei dem der ARBÖ vor zu frühem Jubel warnte.
Denn dass die vermeintliche Senkung des Dieselpreises ja nur aufgrund einer neuen Berechnungsmethode möglich war, hat der ARBÖ bereits letzte Woche kritisiert.

Für den seit 1. Oktober angebotenen fünf-prozentigen Rapszusatz, gibt es eine steuerliche Begünstigung. Der Mineralölsteuersatz ist für dieses Biodieselgemisch von 0,302 auf 0,297 Euro gesunken, während die Mineralölsteuer für herkömmlichen Diesel auf 0,325 stark erhöht wurde. Bei der Berechnung des Nettopreises wurde zwar der Zapfsäulenpreis für das neue Biodieselgemisch hergenommen. Statt davon aber den ermäßigten Steuersatz von 0,297 Euro abzuziehen, wurde der höhere Mineralsteuersatz von Biodiesel abgezogen.

"Bei Berücksichtung des richtigen Steuersatzes wäre ein um 2,3 Cent höherer Nettopreis für Diesel herausgekommen. Durch diesen Trick senkt sich aber nun der Nettopreis auf dem Papier um 2,3 Cent", kritisiert ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar erneut.

Und er warnt: "Bleibt es bei dieser Rechnungsumstellung in Österreich, ergibt sich auf dem Papier (und in der Statistik) auch für die Zukunft automatisch immer ein um 2,3 Cent niedrigerer Nettopreis. Diese Rechenkunststücke sind reine Augenauswischerei, die den Autofahrern nichts bringt".

Der ARBÖ hat seine Argumente und Kritik in der Monitoringgruppe des Wirtschaftsministeriums zur Sprache gebracht und auf eine korrekte Berechnung in der Zukunft gepocht.

Apropos Diesel: am Spotmarkt sind die Produktenpreise für Diesel von 12. Oktober bis 14. Oktober von 645 Dollar je Tonne auf 613,25 Dollar gesunken. Davon haben die österreichischen Autofahrer an den Zapfsäulen aber nichts gemerkt, denn in dieser Zeit ist der Treibstoffpreis von Diesel von 1,027 auf zuletzt 1,041 Euro je Liter gestiegen. Erst gestern machten die Produktenpreise am Spotmarkt in Amsterdam Rotterdam und Antwerpen einen Sprung auf 633,50 Euro pro Liter.

Anders lief es bei Eurosuper: Hier gaben die Preise am Spotmarkt zwischen 12. und 14. Oktober von 621,75 auf 561,00 Dollar pro Tonne nach. An den Zapfsäulen verbilligte sich Eurosuper geringfügig von 1,154 auf 1,148 Euro pro Liter. Gestern zogen die Preise am Spotmarkt auch hier auf 589, 25 Dollar pro Tonne an.

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
presse@arboe.at
http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0003