Mandak: Regierungsmaßnahmen zur Hospizkarenz zu wenig weitreichend

Grüne: Existenzsicherung während der Karenz vordringlich

Wien (OTS) - Die Familiensprecherin der Grünen, Sabine Mandak, begrüßt grundsätzlich die heute dem Ministerrat vorliegenden Verbesserungen bei der Familienhospizkarenz - Verlängerung der Karenzmögichkeit auf neun Monate, die Pensionsanrechnung und Erhöhung der Einkommensgrenzen für Zuschüsse - diese seien jedoch zu wenig weitreichend. "Wie soll eine Frau, die 750 Euro verdient auf ihr Gehalt verzichten können, um ihre schwerkranke Tochter zu pflegen? Ich befürchte, dass auch mit den beschlossenen Änderungen nicht wesentlich mehr Männer und Frauen die Karenz in Anspruch nehmen können," so Mandak.

Die Grünen haben bereits vor längerem umfassende Verbesserungen bei der Familienhospizkarenz gefordert. Insbesondere eine Existenzsicherung während der Karenz sowie eine Erweiterung des Angehörigenbegriffes und damit der Personen, die Hospizkarenz in Anspruch nehmen können. "Wir brauchen eine Existenzsicherung statt Almosen aus dem Härteausgleich. Diese ist finanzierbar, denn die Hospizkarenz bringt nicht nur mehr Lebensqualität für die umsorgten Menschen, sondern spart auch Krankenhauskosten", erläutert Mandak. Dies wäre auch frauenpolitisch eine wichtige Maßnahme, da 84 Prozent der NutzerInnen von Familienhospizkarenz Frauen sind, wie eine vom BMWA in Auftrag gegebene Evaluierung gezeigt hat.

Außerdem fordert Mandak Maßnahmen, um eine bessere Anbindung der KarenznehmerInnen an den Arbeitsplatz zu gewährleisten. Die Evaluierung hatte nämlich auch ergeben, dass immerhin 7,5 Prozent der Betroffenen durch die Familienhospizkarenz Schwierigkeiten im Betrieb hatten. "Wenn die Regierung die grünen Verbesserungsvorschläge aufgreifen würde, bestünde tatsächlich eine Chance, dass die Familienhospizkarenz von mehr Menschen in Anspruch genommen wird", so Mandak abschließend.

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