- 16.10.2005, 13:34:54
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UN-Tag gegen Armut: Armutsbekämpfung ist Erhöhung der Freiheit
Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen ermutigt und grüßt die 6.Österr.Armutskonferenz
Wien (OTS) - Nobelpreisträger Amartya Sen ermutigt und grüßt die
6.Armutskonferenz, die am 19. und 20 Oktober in Salzburg zum Thema
"Armut bekämpfen, Armut vermeiden" stattfindet.Der in Indien
gebürtige Ökonom Amarty Sen, der für seine Arbeiten mit dem
Nobelpreis ausgezeichnet wurde, argumentiert in einer Grußbotschaft,
dass es um die Fähigkeit gehe, Güter in Freiheiten umzuwandeln. Und
zwar in Freiheiten von Menschen, ihre Vorstellungen von einem guten
Leben zu verwirklichen. Güter sind begehrt um der Freiheiten willen,
die sie einem verschaffen.Im Alltag der Armen gibt es keine
Armutsgrenze. Sie erfahren Armut als Lebenslage des Mangels. Armut
bedeutet einen Mangel an Möglichkeiten, um in den zentralen
gesellschaftlichen Bereichen zumindest in einem Mindestausmaß
teilhaben zu können: Wohnen, Gesundheit, Arbeitsmarkt,
Sozialkontakte, Bildung. Armut ist ein Mangel an
"Verwirklichungschancen" eines Menschen, ein Verlust an
substantiellen Freiheiten.
Deshalb kann man von "Freiheit erst dann sprechen, wenn auch die
Freiheit der Benachteiligten eingeschlossen wird", so DIE
ARMUTSKONFERENZ. Liberalisierung, die die Wahlmöglichkeiten und
Freiheitschancen der Einkommensschwächsten einschränkt, ist eine
halbierte Freiheit. Bei der Analyse sozialer Gerechtigkeit geht es
immer auch darum, den individuellen Nutzen nach den
"Verwirklichungschancen" der Ärmsten zu beurteilen. Die Vergrößerung
des Handlungsspielraums Benachteiligter ist Armutsbekämpfung., so das
österreichische Ant-Armutsnetzwerk.
Die höchsten Familiengelder allein vermeiden offensichtlich Armut
nicht, sonst müsste Österreich die geringste Kinderarmut haben, die
hat aber Dänemark; mit einer besseren sozialen Durchlässigkeit des
Bildungssystems, einem bunteren Netz von Kinderbetreuung wie auch
vorschulicher Förderung und höheren Erwerbsmöglichkeiten von Frauen.
Arbeit schaffen allein vermeidet Armut offensichtlich nicht, sonst
dürfte es keine working poor in Österreich geben. Eine Familie muss
von ihrer Arbeit auch leben können. Anti-Raucherkampagnen vermeiden
das hohe Erkrankungsrisiko Ärmerer offensichtlich nicht, sonst würden
arme Raucher nicht früher sterben als reiche Raucher." so die
ARMUTSKONFERENZ.
In modernen Sozialstaaten wird Armut wird verhindert:
- wenn Zukunft nicht von der Herkunft abhängig ist, - wenn Kinder gleiche Bildungschancen haben, - wenn man vom Job, den man hat, leben kann - wenn Qualifizierung am Arbeitsmarkt für Benachteiligte möglich ist. - wenn gute Erwerbsmöglichkeiten für Frauen gegeben sind - wenn die sozialen Lebensbedingungen in der Gesundheitsvorsorge stärker berücksichtigt werden - wenn leistbarer Wohnraum zur Verfügung steht", so DIE ARMUTSKONFERENZ.
6.Armutskonferenz:
http://www.armut.at/armutskonferenz-termine-armutskonferenz.htm
Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Tel.: 01/ 409 80 01
Mobil: 0664/ 544 55 54
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