- 13.10.2005, 10:56:26
- /
- OTS0097 OTW0097
Pontonbrücke bei Novi Sad beseitigt: die Wirtschaft atmet auf
Kessler: Die prognostizierten Verkehrszuwächse im Donaukorridor können nur mit effizienter, leistungsfähiger Binnenschifffahrt bewältigt werden
Wien (PWK763) - Eine vielbeklagte Engstelle an der unteren Donau
wurde gestern offiziell als "nicht mehr vorhanden" erklärt. Nach
sechs Jahren wurde die im April 1999 zerstörte Sloboda-Brücke in Novi
Sad nunmehr feierlich wiedereröffnet. Die bis gestern provisorisch
errichtete Potonbrücke gehört somit der Vergangenheit an, zeigt sich
Veronika Kessler, Leiterin der Verkehrspolitischen Abteilung der WKÖ,
zufrieden.
EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn und der Vorsitzende des
Stabilitätspakts für Südosteuropa, Erhard Busek, überschritten
gemeinsam mit dem Außenminister von Serbien Montenegro, Vuk
Draskovic, die wiedererrichtete "Freiheitsbrücke".
Die österreichische Wirtschaft feiert mit und sieht, so Kessler,
diese lang ersehnte Beseitigung eines großen Hindernisses als
Gelegenheit zum Aufatmen. Die ungehinderte Schifffahrt auf der Donau
ist in Zeiten der wachsenden Globalisierung ein unabdingbares
Kriterium geworden, um die zu erwartenden Steigerungen des
Verkehrsaufkommens im Donaukorridor von 54 Millionen t im Jahr 2000
auf 94 Millionen t im Jahr 2015 zu bewältigen.
Die zukünftigen Warenströme können nicht allein auf herkömmlichen
Verkehrswegen abgewickelt werden. Vor allem Österreich profitiert
aufgrund seiner zentralen Lage im erweiterten Europa besonders von
der Einbindung der Wasserstraße in die logistische Kette. Die
Bundesregierung, und hier insbesondere Staatssekretär Helmut Kukacka,
hat eine umfassende Strategie zur Förderung der Binnenschifffahrt in
Angriff genommen. Derartige Maßnahmen können jedoch nicht auf
Österreich beschränkt bleiben: schließlich entfaltet die
Binnenschifffahrt ihr Stärken gerade im Langstreckenverkehr, betont
Kessler. Der Verkehr auf der Donauachse konzentriere sich vermehrt in
Richtung neue und zukünftige Mitgliedsländer. Hier spiele die Donau -
im wahrsten Sinne des Wortes - eine tragende Rolle. Jedes weitere
Versäumnis, das durch mangelnden Infrastrukturausbau verursacht wird,
hätte fatale Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Österreich.
Die Potonbrücke in Novi Sad war ein Hindernis, das zu langen
Wartezeiten und somit zur mangelnden Konkurrenzfähigkeit der
Donauschifffahrt an sich geführt hat. Die Potontonbrücke wurde bis
gestern nur dreimal pro Woche geöffnet, um den Schiffsverkehr
passieren zu lassen. "Just in time"-Lieferungen auf der Wasserstraße
waren somit quasi unmöglich; von den unnötigen Kosten ganz zu
schweigen. Logistikketten leben von ihrer Planung und
Vorhersehbarkeit. "Die neue Freie Fahrt am ehemaligen Nadelöhr bei
Novi Sad lässt Hoffnung aufkommen. Eine qualitativ hochwertige und
konkurrenzfähige Binnenschifffahrt rückt die westeuropäischen
Nordseehäfen und die dazwischen liegenden Industrieländer näher an
die neuen und zukünftigen Mitgliedsstaaten", fasst Kessler zusammen.
(hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik
Tel.: (++43) 0590 900-4020
mailto:[email protected]
http://wko.at/Presse
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK






