• 12.10.2005, 13:53:10
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Gusenbauer: Bei Öffnung des Arbeitmarkts droht Winterarbeitslosigkeit von 400.000 Menschen

Vöcklabruck (SK) - SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer sprach sich
am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Rahmen der Startklar-Tour in
Vöcklabruck entschieden gegen die von der Regierung geplante stärkere
Öffnung des Arbeitsmarkts für ausländische Saisonarbeitskräfte und
vor allem Scheinselbständige aus. "Nach Schätzung der Arbeiterkammer
ist mit 20.000 zusätzlichen Arbeitskräften zu rechnen; die
Winterarbeitslosigkeit geht damit in Richtung 400.000 Menschen."
Gusenbauer hielt das Pressegespräch gemeinsam mit der
SPÖ-Nationalratsabgeordneten Rosemarie Schönpass und der stv.
Bürgermeisterin von Vöcklabruck, Hermi Kraler. ****

Mit der zusätzlichen Öffnung des Arbeitsmarkts würde die Regierung
die "völlig falsche Maßnahme setzen", sagte Gusenbauer. Belaste man
den ohnehin äußerst angespannten österreichischen Arbeitsmarkt mit
zusätzlichen 20.000 Arbeitskräften, würden die derzeitigen Maßnahmen
zur Verbesserung der prekären Situation am Arbeitsmarkt "im negativen
Sinn kompensiert". Denn es käme zu einem "Verdrängungswettbewerb, bei
dem schlecht bezahlte ausländische Arbeitskräfte gegen gut bezahlte
inländische Arbeitskräfte antreten würden". Die Folge davon, dass der
international zu beobachtende Lohnwettbewerb direkt nach Österreich
herein getragen wird, sei, dass "Kollektiv-Verträge ausgehebelt
werden und Lohndumping betrieben wird", warnte Gusenbauer.

Gusenbauer kritisierte die Kaltschnäuzigkeit der Regierung, die
die Alltagssorgen der Menschen nicht erst nehme. Immer wieder werde
er, Gusenbauer, bei seinen Gesprächen mit der Bevölkerung, wie auch
hier in Vöcklabruck, auf die Beschäftigungsproblematik angesprochen.
"Es gibt kaum eine Familie in Österreich, die nicht in einer Form von
der derzeitigen Beschäftigungslage betroffen ist; sei es, dass Eltern
für ihre Kinder keinen geeigneten Ausbildungsplatz finden, sei es,
dass ältere Arbeitnehmer oder Wiedereinsteigerinnen keine
Beschäftigung finden", so Gusenbauer.

"Die Regierung, darauf deutet alles hin, ist außer Rand und Band",
sagte Gusenbauer. Ähnlich abgehoben wie bei der Beschäftigungsfrage
werde von Seiten der Regierung auch in der Frage der Pensionen und
der Universitäten agiert. Die Menschen, so Gusenbauers Resümee,
wünschen sich zutiefst einen Wechsel der Regierung und einen
Kurswechsel. (Schluss) up

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

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