Neues Volksblatt: "E-Card" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. Oktober 2005

Linz (OTS) - Mit Umfragen ist das immer so eine Sache. Wer
schlecht aussteigt, findet naturgemäß immer ein Haar in der Suppe, wird etwas gelobt, dann heißt es oft, der Auftraggeber hat sich das Ergebnis bestellt. Trotzdem: Was hätten Patienten, die die E-Card schon verwenden und jetzt auch loben davon, nicht die Wahrheit zu sagen? Also glauben wir einfach, dass der Grad der Zufriedenheit tatsächlich so hoch ist. Und Hand aufs Herz: Wer schon einmal den Quartalswechsel übersehen und keinen neuen Krankenschein abgegeben hat, der weiß, wie praktisch eigentlich der Griff zur Karte im Geldtascherl ist.
Dass die Einführung eines komplexen EDV-Systems nicht problemlos laufen kann, ist klar. Nicht einmal der PC daheim läuft immer reibungslos, Systemabstürze in EDV-Netzen sind keine Seltenheit. Daher jetzt schon zu sagen, dass die E-Card ein Flop ist, kann nur einer gewissen Technologieskepsis zugeschrieben werden. Da passt es ins Bild, dass die Wiener Ärzteschaft besonders kritisch ist. Wenn erst 60 Prozent der Ordinationen überhaupt mit EDV ausgestattet sind, bedeutet das einen doppelten Umstellungsprozess.

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