Grillitsch: EU muss in WTO-Agrarverhandlungen selbstbewusster auftreten

Europa ist durch die Agrarreform 2003 für WTO-Verhandlungen gerüstet - Nun sind die USA am Zug

Wien, 11. Oktober 2005 (ÖVP-PK) "Die Europäische Union muss in den WTO-Agrarverhandlungen endlich wieder selbstbewusster
auftreten. Derzeit überlässt der zuständige britische EU-Verhandlungsführer Außenhandelskommissar Peter Mandelson durch sein gleichgültiges Agieren den USA und den größten Agrarexporteuren der Welt komplett die Rolle der Antreiber, obwohl sich diese realpolitisch in der Defensive befinden. Ich fordere daher von der EU mehr Mut in der WTO-Diskussion." Das sagte Bauernbundpräsident Abg.z.NR Fritz Grillitsch zu den US-Forderungen nach weiteren Zugeständnissen Europas im Bereich des Marktzuganges. ****

Für Grillitsch ist ein solches offensiveres Auftreten der EU in den Verhandlungen absolut gerechtfertigt: "Wir haben für den

Bereich der internen Fördersysteme mit der GAP-Reform 2003 ein großes politisches Projekt verwirklicht und damit als einziger Wirtschaftsbereich unsere Vorleistungen erbracht. Unsere Betriebe beziehen seitdem nicht handelsverzerrende, also von der Produktion entkoppelte, Ausgleichszahlungen."

"Die USA sind derzeit allerdings politisch nicht in der Lage, irgendwelche Kürzungen bei handelsverzerrenden internen Stützungen auch nur anzudiskutieren. Nun müssen sich die USA endlich bewegen, um mit Europa in diesem Punkt gleichziehen zu können", so der Bauernbundpräsident. "Solange die USA dazu nicht bereit sind, ist Europa gut beraten, nicht auf die letzten verbleibenden Steuerungselemente im Bereich des Marktzuganges zu verzichten.
Sonst werden unsere hohen Standards im Bereich Umwelt-, Tier- und Naturschutz sowie die soziale Sicherheit der bäuerlichen Betriebe endgültig am Altar der Liberalisierung geopfert. Die Gesellschaft erwartet diese hohen Produktionsstandards, die bäuerlichen Betriebe erfüllen diese Erwartung und die Bauern in Europa haben sich daher eine klare und selbstbewusste Positionierung der EU-Verhandlungsführer verdient."

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