Leitl und Götz: 200 Post.Partner in Österreich - ein rot-weiß-rotes Erfolgsmodell

WKÖ-Präsident Leitl: "Sicherung der Nahversorgung mit starker Unterstützung des Handels" - Post-Direktor Götz: "Post.Partner hervorragende Alternative, die die Kunden schätzen"

Wien (PWK757) - "Post.Partner bringen allen etwas", freuen sich Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, und Herbert Götz, Vorstandsdirektor der Österreichischen Post AG. Sie eröffneten heute, Dienstag, den 75. Post.Partner des Jahres 2005, der von Adolf Donabaum in seinem "Nah & Frisch"-Geschäft in Rohrendorf bei Krems in Niederösterreich betrieben wird.

"Nahversorgung bietet nicht nur Ware gegen Geld, sondern vor allem menschliche Begegnung. Wo der Handel nicht funktioniert bzw. es keine Kaufleute mehr gibt, dort ist die Gesellschaftsstruktur in Gefahr. Kaufleute haben auch die Aufgabe, die Kommunikation zu ermöglichen, Brücken zu schlagen - auch und gerade zur wachsenden Zahl von älteren, nicht so mobilen Menschen. Darum gehört Nahversorgung unterstützt und gefördert", betont Präsident Leitl.

Es gelte die Nahversorgung für die Bürger mit starker Unterstützung des Handels sicherzustellen. Die Wirtschaft bringe mit den qualifizierten Kaufleuten und Gewerbetreibenden, die die Post.Partner in ganz Österreich betreiben, qualitativ und quantitativ hochwertiges Know-How ein, so Leitl. "Post.Partner sind eine hervorragende Alternative zu Postämtern, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr weiter zu betreiben sind. Umfragen unter Kunden beweisen das eindrucksvoll", führt Direktor Götz aus: Kunden schätzen die in der Regel längeren Öffnungszeiten des Post.Partners, der Post.Partner dürfe sich über höhere Kundenfrequenz und Umsatzsteigerungen freuen, die Gemeinde profitiere durch den Erhalt der Infrastruktur. "Post.Partner stellen eine Win-win-win-Situation für alle Beteiligten dar", formuliert es Präsident Leitl.

Wie versprochen sei kein Postamt ersatzlos aufgelassen worden, hält Götz fest. Die gefundenen Alternativen gewährleisteten für alle Standorte adäquate Ersatzlösungen und damit eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Der nun eröffnete Post.Partner ist der 75., der heuer eröffnet wird. Inklusive Post.Partnern - derzeit hält man bei 197, "mit drei weiteren sind die Verhandlungen schon so weit fortgeschritten, dass wir guten Gewissens sagen können: Wir halten österreichweit bei 200 Postpartnerschaften" (Leitl) - gibt es österreichweit mehr als 660 stationäre Lösungen für Orte ohne Postämter: Neben den Post.Partnern sind das 361 Post.Servicestellen sowie 92 Post.Abholstellen. Darüber hinaus wurden in jüngster Zeit zwei so genannte Post.Mobile ihrer Bestimmung übergeben.

Der Wirtschaftskammer Österreich und der Post AG ist es auch ein Anliegen, die Konditionen laufend sich ändernden Gegebenheiten anzupassen und zu verbessern. So konnten im Zuge des Ausbaus der Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Post nach konstruktiven Verhandlungen zuletzt folgende Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Postpartnerschaften erzielt werden: Erhöhung des Investitionszuschusses für Postpartner-Betriebe auf 85 Prozent, Halbierung der Online-Gebühr sowie die Anbindung der Provisionsgebühren, die Postpartner für erbrachte Leistungen bekommen, an den Verbraucherpreisindex.

Als notwendige Maßnahmen zur Erhaltung der Nahversorgungs-Infrastruktur, insbesondere im ländlichen Raum, sieht Präsident Leitl:
* die Einbeziehung des Handels in Fördermodelle (österreichische und solche der EU)
* eine gerechtere Umverteilung der Kommunalsteuer ("interkommunaler Finanzausgleich")
* Anregung und Nutzung des Gestaltungspotenzials von Städten und Gemeinden, beispielsweise in Bezug auf die Bereitstellung von Parkraum oder einheitliche Öffnungszeiten, damit die Leute wissen: Da haben die Geschäfte sicher offen.
* Abziehen der Raumordnungs-Zuständigkeit von den Gemeinden, Regelung und Überwachung durch eine übergeordnete Instanz.
* Daraus muss konkret auch ein Mitspracherecht für Gemeinden, in deren Nachbarschaft ein Einkaufszentrum errichtet werden sollen, resultieren.
* Ausbau der Breitband-Infrastruktur und Förderung der Nutzung von Breitband

Nahversorgung müsse eine Kopf- UND Herzensangelegenheit sein, appelliert der WKÖ-Chef. Daher lädt die Bundessparte Handel am Donnerstag, 13. Oktober, ab 9 Uhr in die WKÖ zur Nahversorgungs-Enquete "Wir leben, wo wir kaufen. Wir kaufen, wo wir leben". Bei der Veranstaltung mit hochrangigen Rednern und Gästen -u.a. dem Metro-"Chefstrategen" Erich Greipl - werden die Ursachen für die Gefährdung der Nahversorgung beleuchtet, Schwächen der bestehenden Regelungen aufgezeigt und Lösungsansätze sicher auch emotionsgeladen diskutiert werden. In der Folge sollen die Ansatzpunkte für eine Lösung aufgearbeitet und in der ersten Hälfte des kommenden Jahres als "Nahversorgungs-Sicherungspaket" präsentiert werden. (JR)

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