• 06.10.2005, 16:14:37
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Ärztekammer: Erhöhtes Tumor-Risiko nach zehn Jahren Handytelefonieren

Interphone-Studie belegt: 1,8 bzw. 3,9-fach erhöhtes Risiko für Hörnerv-Tumore nach zehn Jahren Handytelefonie - Warnungen der Ärztekammer bestätigt

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer ist froh, dass nun auch das
Forum Mobilkommunikation selbst die Gefahren des Handytelefonierens
erkannt hat und die entsprechenden Daten aus der Interphone-Studie
via Presseaussendung der Öffentlichkeit mitteilt. Erik Huber,
Umweltmedizinreferent der Ärztekammer für Wien: "Die
Interphone-Studie bestätigt jene Befürchtungen, die wir bereits im
August dieses Jahres geäußert haben und die damals von der
Mobilfunkindustrie erbost zurückgewiesen wurden." Das Risiko, an
einem Hörnerv-Tumor auf der Seite des Kopfes zu erkranken, an dem die
in der Interphone-Studie untersuchten Personen das Telefon bevorzugt
gehalten haben, war bei Nutzung des Telefons von zehn und mehr Jahren
um das 1,8-fache erhöht. Huber: "Wir danken dem Forum
Mobilkommunikation für die explizite Kommunikation des nun
nachgewiesenen Risikos der Handytelefonie."

Bei der Interphone-Studie wurden 678 an Akustikneurinomen
erkrankte Personen und 3553 Kontrollpersonen befragt. Huber, der die
Ergebnisse der Interphone-Studie, die gerade im "British Journal of
Cancer" publiziert wurden, sehr gut kennt, weiß, dass "einige Autoren
in Schweden sogar von einem um das 3,9-fache erhöhten Risiko
sprechen." Mit dieser Studie werde bewiesen, dass es ein erhöhtes
gesundheitliches Risiko nach zehn Jahren Handytelefonieren gibt. "Für
unsere Kinder ist dieses eindeutige Ergebnis von extrem hoher
Bedeutung, denn wer kann heute schon vorhersagen, wie das Risiko nach
20 Jahren Telefonieren mit dem Handy aussehen wird", so Huber.

. Institut für Umwelthygiene unterstützt Ärztekammer-Warnung

Angesichts dieses Ergebnisses wird die Bedeutung der Leitlinien
für den Umgang mit Mobiltelefonen, die die Wiener Ärztekammer im
August publiziert hat und die vom Institut für Umwelthygiene
unterstützt werden, also aktueller denn je. Hans-Peter Hutter vom
Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien: "Diese
große Studie zeigt einmal mehr, wie wichtig das Vorsorgeprinzip ist.
Dieses sollte jedoch nicht nur für Handys, sondern auch für
Handymasten gelten. Denn auch hier liegen genügend Hinweise von
möglichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus vor, die auf
jeden Fall zur Vorsicht mahnen."

Huber empfiehlt angesichts dieser neuen Erkenntnisse nochmals
Anrufe mit dem Mobiltelefon nur dann zu tätigen, wenn kein Festnetz
verfügbar sei und vor allem Kinder vor dem übermäßigem
Handytelefonieren zu schützen. (bb)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Mag. Brigitte Biedermann
Tel.: (++43-1) 51501/1407 oder 0664/23 23 537
Fax: (++43-1) 51501/1289
mailto:[email protected]

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