- 05.10.2005, 08:52:10
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Heizen mit Holz, fahren mit Biogas, Neuregelung bei Ökostrom
Österreichischer Biomasse-Verband präsentiert Schwerpunkte im Arbeitsjahr 2005/2006
Wien (OTS) - Anlässlich der Vollversammlung und Vorstandssitzung
des Österreichischen Biomasse-Verbandes präsentieren der Vorsitzende,
Dr. Heinz Kopetz, und der Geschäftsführer, Prof. Dkfm. Ernst
Scheiber, die Arbeitsschwerpunkte für die kommende "Saison". "Wir
haben tatsächlich Saison. Die hohen Ölpreise machen es möglich, dass
die Biomassenutzung mittlerweile nicht nur die Umwelt und das Klima
schont, sondern auch die Geldbörse der Konsumenten", freut sich Heinz
Kopetz. "Wer mit Holz heizt, der spart sich im Vergleich zum Heizöl
derzeit zumindest die Hälfte der Brennstoffkosten. Und das sind für
ein durchschnittliches Einfamilienhaus bis zu 1000,- Euro im Jahr."
Der Vereinsvorsitzende kann aber auch auf eine erfolgreiche Saison
2004/2005 zurückblicken: "Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz
2005 im Jänner in Graz war wirklich ein durchschlagender Erfolg. Und
unser Ziel, vor allem die neuen EU-Mitgliedsstaaten anzusprechen, ist
mit rund 350 Teilnehmern diesen Ländern und einer Gesamtbeteiligung
von etwa 1000 Fachbesuchern voll aufgegangen." Derzeit laufen
Gespräche über eine Nachfolgeveranstaltung in Krakau in zwei Jahren.
"Wenn diese Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2007 Realität wird,
dann ist uns in der Tat ein Startschuss in Sachen erneuerbare Energie
im erweiterten Europa gelungen", so Kopetz.
Schwerpunkt "Wärme aus Biomasse"
Die Wärmenutzung der Biomasse ist zur Zeit nicht nur die
preisgünstigste Form des Heizens, sondern birgt auch das größte
Potenzial zur Einsparung von CO2-Emissionen. Die Raumwärmeerzeugung
macht in Österreich rund ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs aus
und ist mit dem Verkehrssektor der stärkste Energiefresser bzw. damit
auch der größte Treibhausgas-Produzent. Der kontinuierliche Umbau der
Wärmeversorgung von fossil auf erneuerbar bietet darüber hinaus eine
doppelte Chance: Österreich könnte seinen international wie national
gesteckten Klimazielen ein gutes Stück näher rücken und
österreichische Technologien könnten Exportschlager werden bzw.
bleiben. "Derzeit sind heimische Firmen weltweit Marktführer etwa bei
Biomassekesseln. Wir müssen uns aber jetzt überlegen, welche
Strategien wir verfolgen, damit das auch so bleibt", warnt Kopetz.
"Denn die Nachfrage wird gewaltig steigen, und dann müssen wir eine
entsprechende Rohstoffversorgung genauso wie ausreichende
Produktionskapazitäten haben."
Die größte Hürde für Umsteiger von Heizöl oder Gas auf Pellets,
Hackschnitzel oder Scheitholz sind die hohen Investitionskosten. Der
Österreichische Biomasse-Verband fordert daher staatliche
Unterstützung in Form von einmaligen Investitionszuschüssen, die ein
Umrüsten attraktiv machen. Der Ausgleich des Preissprungs bei
fossilen Energieträgern durch Heizkostenzuschüsse ist nur eine
Symptombekämpfung. Viel sinnvoller wäre es, die öffentlichen
Fördergelder einmalig in konzentrierter Form auszuzahlen, um den
Umbau des Wärmesystems zu beschleunigen. Die geringen Betriebskosten
bei Holzheizsystemen spielen diese Investitionen nach wenigen Jahren
wieder herein.
Schwerpunkt "Ökostrom"
Der derzeitige Stillstand in Sachen Ökostromentwicklung scheint
kein Ende nehmen zu wollen. "Die Verlängerung der
Inbetriebnahmefristen für Biomasse-, Biogas- und
Kleinwasserkraftanlagen bis Ende 2007 ist zwar ein großartiger
Erfolg", räumt Ernst Scheiber ein. "Die gleiche Regelung für
Windräder steht aber noch aus und: Wir haben noch immer keine neuen
Einspeisetarife!" Österreich droht ein tatsächlicher Ausbaustopp,
wenn die Politik nicht rasch eine Einigung in Sachen Tarifverordnung
erzielt. "Für die Biomasseanlagen setzen wir dabei eindeutig die
Priorität auf kleine Anlagen unter 500 kW. In diesem Leistungsbereich
sind noch große technische Weiterentwicklungen möglich", so der
Geschäftsführer des Biomasse-Verbandes. Für große Anlagen sind auch
große Rohstoffmengen notwendig, die vorrangig in die Wärmeversorgung
geführt werden sollen.
Schwerpunkt "Biokraftstoffe"
Seit 1. Oktober fährt jedes Dieselfahrzeug in Österreich mit einem
biogenen Kraftstoffanteil von 4 bis 5 %. Die Beimischung von
Biodiesel zu fossilem Diesel und in späterer Folge von Bioethanol zu
Benzin ist eine österreichische Erfolgsgeschichte mit
Vorbildcharakter für ganz Europa. "Die gleiche Vorreiterrolle könnten
wir auch im Bereich Biogas einnehmen", fordert DI Josef Plank,
Co-Geschäftsführer und Biogasexperte des Österreichischen
Biomasse-Verbandes. "Gasbetriebene Fahrzeugmotoren werden die nächste
Antriebsgeneration darstellen. Mit Biogas haben wir eine
kostengünstige und klimaschonende Alternative oder zumindest
Ergänzung zum fossilen Erdgas, die noch dazu auf lokalen, heimischen
Roh- bzw. Reststoffen basiert." Eine hochrangige Expertengruppe
besichtigte auf Einladung des Biomasse-Verbandes in Schweden dazu
Biogas-Aufbereitungsanlagen. "Die Schweden wenden diese Technik
bereits seit einem Jahrzehnt an, und ich bin zuversichtlich, dass
Biogas als Treibstoff auch in Österreich kommen wird - nicht zuletzt
deshalb, weil Lebensminister Josef Pröll sich persönlich dafür
einsetzt!", betont auch Ernst Scheiber.
Rückfragehinweis:
DI Stephan Grausam Österreichischer Biomasse-Verband Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien Tel: +43-1-533 07 97-32 Fax: +43-1-533 07 97-90 E-Mail: office@biomasseverband.at
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