- 03.10.2005, 16:01:19
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Mag. Albert Brandstätter ist Geschäftsführer der Lebenshilfe Österreich - BILD

Wien (OTS) - "Das kann die interessanteste Herausforderung meiner
beruflichen Laufbahn werden", kommentiert Mag. Albert Brandstätter,
43, seine Zusage, ab 1. Oktober 2005 die Geschäftsführung der
Lebenshilfe Österreich zu übernehmen. Der bisherige Generalsekretär
der Eurodiaconia in Brüssel erkannte sehr schnell den Reiz der neuen
Aufgabe, die er nach seiner Rückkehr nach Österreich übernimmt: "Die
Lebenshilfe Österreich ist mit 10.000 betreuten Menschen und 4.000
hauptamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine der großen
Not-for-Profit-Organisationen (NPOs) in Österreich. Sie vertritt seit
beinahe 40 Jahren auf Bundesebene erfolgreich die
gesellschaftspolitischen und sozialrechtlichen Interessen von
Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen. Dabei ist sie die
größte Organisation geworden, die die Interessen von Menschen mit
intellektueller (geistiger) Behinderung als Anwältin für Rechte,
Anliegen und Gleichstellung vertritt - mit dem Ziel, dass Menschen
mit intellektueller (geistiger) Behinderung ein eigenständiges und
aktives Leben führen und gleichberechtigt an der Gesellschaft
teilhaben können."
Generalsekretär der Eurodiaconia
Brandstätter, der mit vielseitigen internationalen Erfahrungen die
neue Aufgabe bei der Lebenshilfe Österreich mit ihrem Büro in Wien
übernimmt, war seit 2001 in Brüssel Generalsekretär und
Verbandsmanager der Eurodiaconia, dem Dachverband der Diakonie in
Europa.
"In dieser Tätigkeit wird man täglich mit sozialen Belangen von
Minderheiten konfrontiert. Man erkennt, wie unzulänglich unsere
Gesellschaft im Umgang mit Armut, Krankheiten, Handicaps und
überhaupt mit dem Anderssein noch immer ist. Ich werde mein
diesbezügliches Wissen nun bei der Lebenshilfe Österreich einbringen
und übernehme die Aufgabe in einer Zeit, in der nicht nur
gesellschaftliche Werte, sondern auch Begrifflichkeiten in Frage
stehen."
Das Behindert-Werden schafft die Handicaps
Der ehemalige Student der evangelischen Theologie und der
Altorientalistik hat sich zum Thema Behinderung bereits seine
Gedanken gemacht: "Auch in meiner Tätigkeit als Leiter der
Evangelischen Akademie in Wien oder in Brüssel konnte ich
feststellen, dass es um den Begriff Behinderung nicht so einfach
bestellt ist, wie man zuerst annehmen mag. Es ist vor allem der
diskriminierende Charakter vieler Lebensbedingungen, der mir deutlich
machte, dass nicht das Behindert-Sein die eigentliche Ursache von
Handicaps darstellt. Vielmehr ist es das Behindert-Werden durch das
gesellschaftliche Umfeld, das sich um Behinderungen zu wenig Gedanken
macht."
Ein besonderes Anliegen ist dem Mitinitiator der Österreichischen
Armutskonferenz daher die Vermeidung von Armut von behinderten
Menschen und die Schaffung von Grundsicherungsstrukturen, die eine
möglichst selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht.
"Ein wesentliches Ziel meiner Arbeit wird es sein, mich besonders für
gute gesellschaftliche und sozialrechtliche Rahmenbedingungen der
Menschen mit Behinderungen einzusetzen", betont der neue
Geschäftsführer. "Es geht dabei nicht so sehr um Fürsorge für
Menschen mit Behinderungen, sondern sehr viel mehr darum, ihre
wirklichen Interessen und ihre vielfältigen Begabungen wahrzunehmen."
Teilhabe an der Gesellschaft muss ernst genommen werden
Menschen mit intellektuellen (geistigen) Behinderungen haben ein
Recht auf eigene Gestaltungsräume und auf eine barrierefreie,
unbehinderte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dazu zählt für
Brandstätter auch die Debatte um den in den Augen der Betroffenen
diskriminierenden Begriff "geistige Behinderung", der derzeit von der
Lebenshilfe mit internationalen Partnern geführt wird.
Gemeinsam mit dem Präsidenten der Lebenshilfe Österreich, Univ.-Prof.
Dr. Germain Weber, will sich Mag. Brandstätter daher um die Schärfung
des inhaltlichen und strategischen Profils der Lebenshilfe Österreich
kümmern, um die Neuorientierung der anstehenden Aufgaben und
Forderungen im Sinne einer wirksamen Integration. "Dazu ist auch
immer wieder eine übersichtliche Bündelung der Aufgaben der
vielschichtigen Materie notwendig, um sich national und international
erfolgreich vernetzen zu können", skizziert Brandstätter eine seiner
bevorstehenden Prioritäten. "Die Umsetzung des neuen Leitbilds der
Lebenshilfe Österreich wird dazu ebenso notwendig sein wie eine noch
stärkere Präsenz der Belange von Menschen mit Behinderungen in den
Medien. Dabei muss gelten: Jeder Mensch - ob mit oder ohne
Behinderung - ist frei und gleich an Würde und Rechten. Jeder Mensch
hat ein Recht auf Leben. Persönlichkeit und Entwicklung zu einem
selbstbestimmten Leben stehen dabei im Vordergrund."
"Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe", erklärt Mag.
Brandstätter. "Und ich bin stolz, meine Erfahrungen aus diversen
Managementaufgaben und aus Lobbying und Advocacy gegenüber vielen
europäischen Institutionen bei der Lebenshilfe Österreich einbringen
zu können. Ich weiß selbstverständlich, welche außerordentlichen
Leistungen dieser Organisation mir hier als Vorgabe mitgegeben
werden. Ich weiß aber auch, wie stark in Österreich dadurch ein
offenes Ohr bei den politischen Verantwortungsträgern ermöglicht und
real geworden ist", freut sich der geborene Kärntner zudem wieder auf
eine Tätigkeit in Österreich, wohin im auch seine künstlerisch tätige
Gattin und ihr gemeinsamer Sohn folgen.
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sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Lebenshilfe Österreich, Bundesgeschäftsstelle, Förstergasse 6, 1020 Wien
Dr. Walter Michelson ([email protected])
Tel.: 01/ 812 26 42 DW 72
Mag. Albert Brandstätter ([email protected])
Tel.: 01/ 812 26 42
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