- 03.10.2005, 14:04:06
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ÖGJ-Eder: 35-Stunden-Woche für alle ArbeitnehmerInnen
Gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit sowie eine Bildungsoffensive können Arbeitsmarktlage verbessern
Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Die September-Arbeitsmarktzahlen beweisen nur
eines: Das Beschäftigungspaket der Bundesregierung kommt viel zu
spät, denn schon wieder ist die Zahl der Lehrstellen Suchenden
gestiegen", kritisiert der Vorsitzende der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder. Zwar sei zu begrüßen, dass
die Zahl der offenen Lehrstellen gestiegen sei. "Allerdings muss man
abwarten wie viele Jugendliche deshalb zusätzlich eine Ausbildung
bekommen werden, denn bekanntlich wird bis zu ein Viertel der
Lehrverträge noch in der Probezeit wieder aufgelöst", so Eder. Die
Probezeit wurde von der Bundesregierung auf drei Monate
verlängert.++++
Alarmierend ist, dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen
gegenüber September des Vorjahres um weitere 11,6 Prozent gestiegen
ist. "Mehr als 40.800 Jugendliche stehen ohne Job da - das sind fast
so viele wie St. Pölten EinwohnerInnen hat", vergleicht Eder. Eder
verlangt die Einführung der 35-Stunden-Woche für alle
ArbeitnehmerInnen bei vollem Lohnausgleich. "Angesichts der
desaströsen Beschäftigungslage muss die vorhandene Arbeit gerechter
verteilt werden", so der ÖGJ-Vorsitzende.
Außerdem fordert die Gewerkschaftsjugend tiefgreifende Reformen im
gesamten Bildungswesen. "Die stärksten Zuwächse gibt es bei den
Arbeitslosen, die entweder gar keinen Schulabschluss haben oder nur
einen Pflichtschulabschluss. Die ÖGJ tritt deshalb dafür ein, dass
alle Schulabschlüsse kostenlos angeboten werden, damit auch Kinder
und Jugendliche aus bildungsfernen und sozial benachteiligten
Familien eine gerechte Chance erhalten, später nicht arbeitslos zu
werden", sagt Eder. Insbesondere Hauptschulabschluss und
Berufsreifeprüfung müssen endlich flächendeckend und gebührenfrei
angeboten werden. Außerdem ist die Abschaffung der unsozialen
Studiengebühren überfällig.(fk)
ÖGB, 3. Oktober 2005
Nr. 562
Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
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