ÖGJ-Eder: 35-Stunden-Woche für alle ArbeitnehmerInnen

Gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit sowie eine Bildungsoffensive können Arbeitsmarktlage verbessern

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Die September-Arbeitsmarktzahlen beweisen nur eines: Das Beschäftigungspaket der Bundesregierung kommt viel zu spät, denn schon wieder ist die Zahl der Lehrstellen Suchenden gestiegen", kritisiert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder. Zwar sei zu begrüßen, dass die Zahl der offenen Lehrstellen gestiegen sei. "Allerdings muss man abwarten wie viele Jugendliche deshalb zusätzlich eine Ausbildung bekommen werden, denn bekanntlich wird bis zu ein Viertel der Lehrverträge noch in der Probezeit wieder aufgelöst", so Eder. Die Probezeit wurde von der Bundesregierung auf drei Monate verlängert.++++

Alarmierend ist, dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen gegenüber September des Vorjahres um weitere 11,6 Prozent gestiegen ist. "Mehr als 40.800 Jugendliche stehen ohne Job da - das sind fast so viele wie St. Pölten EinwohnerInnen hat", vergleicht Eder. Eder verlangt die Einführung der 35-Stunden-Woche für alle ArbeitnehmerInnen bei vollem Lohnausgleich. "Angesichts der desaströsen Beschäftigungslage muss die vorhandene Arbeit gerechter verteilt werden", so der ÖGJ-Vorsitzende.

Außerdem fordert die Gewerkschaftsjugend tiefgreifende Reformen im gesamten Bildungswesen. "Die stärksten Zuwächse gibt es bei den Arbeitslosen, die entweder gar keinen Schulabschluss haben oder nur einen Pflichtschulabschluss. Die ÖGJ tritt deshalb dafür ein, dass alle Schulabschlüsse kostenlos angeboten werden, damit auch Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen und sozial benachteiligten Familien eine gerechte Chance erhalten, später nicht arbeitslos zu werden", sagt Eder. Insbesondere Hauptschulabschluss und Berufsreifeprüfung müssen endlich flächendeckend und gebührenfrei angeboten werden. Außerdem ist die Abschaffung der unsozialen Studiengebühren überfällig.(fk)

ÖGB, 3. Oktober 2005
Nr. 562

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003