Moser/Grüne Heizkostensteigerung auch Versäumnis fehlender Wohnungs-Sanierungspolitik

Mehrbelastungen treffen einkommensschwache Haushalte besonders hart

Wien (OTS) - Die Steigerung der Energiekosten schlagen nun mit voller Wucht auf die Heizkosten durch. Bereits in den vergangenen Jahren kam es zu erheblichen Mehrbelastungen vor allem einkommensschwacher Haushalte, wie ein Bericht der Volksanwaltschaft 2001 zeigte. So betrug seit 1998 die Preissteigerung bei Heizkosten 6,5 Prozent, während der Verbraucherpreisindex um 2,6 % und die Pensionsanpassungen um 1,1 % zunahmen (Bericht der Volksanwaltschaft). "Die Regierung hat diese Alarmzeichen nicht beachtet und keinerlei spürbare Schritte in Richtung forcierte Wärmedämmung und Ausstieg aus dem Erdöl unternommen. Schüssel und Grasser steuern blind in eine gewaltige Heiz-Energie-Krise, die die Armen am meisten trifft", kritisiert die Wohnungssprecherin der Grünen, Gabriela Moser. Schon längst hätten Wohnbauförderungsmittel für Energiesparen und Klimaschutz zweckgewidmet werden müssen. Doch Grasser überlasse es den Bundesländern im Finanzausgleich, Wohnbaudarlehen beispielsweise für diverse Straßenbauten zu verkaufen!"

Angesichts der Krise am Arbeitsmarkt sei ein Investitionsschub durch energetische Sanierungsarbeiten nicht nur heizkostensenkend, sondern auch arbeitsplatzschaffend. Rein wirtschaftlich und beschäftigungspolitisch betrachtet, besitzt das österreichische Wohnbauförderungsmodell eine Hebelwirkung von 2,5, d.h. eine Mrd an Förderung löst ein Investitionsvolumen von 2,5 Mrd. Euro aus. Experten vom Wifo und der österr. Klimabeirat empfehlen daher dringend eine Wohnbausanierungs-Offensive.

Dreiviertel der bewohnten Wohnungen (inkl. Ein- und Zweifamilienhäuser) Österreichs, das sind 2,4 Mio. Wohnungen, sind laut WIFO sanierungsbedürftig. 33% der Wohnungen wurden zwischen 1961 und 1980 errichtet und weisen erhebliche Energiesparpotenziale auf. Das WIFO schätzt das Investitionsvolumen im Bereich der thermischen Sanierung zur Erreichung des Kyoto-Ziels auf jährlich 530 Mio. Euro. Bis 2010 wären insgesamt 5.109 Mio. Euro notwendig, was einen Aufwand von 2.044 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln allein für die thermische Sanierung voraussetzt. Dies bedeutet auf Basis der derzeitigen Förderintensität einen zusätzlichen jährlichen Förderaufwand von 200 Mio. Euro. "Damit könnte die Sanierungsrate von den derzeitig 0,5% auf die notwendigen 2% erhöht, jährlich 750.000 t CO2-Emissionen und 120 Mio. Euro Energiekosten eingespart werden. Außerdem entstünden 11.400 Arbeitsplätze jährlich", so Moser.

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