- 23.09.2005, 11:31:05
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Moser/Grüne Heizkostensteigerung auch Versäumnis fehlender Wohnungs-Sanierungspolitik
Mehrbelastungen treffen einkommensschwache Haushalte besonders hart
Wien (OTS) - Die Steigerung der Energiekosten schlagen nun mit
voller Wucht auf die Heizkosten durch. Bereits in den vergangenen
Jahren kam es zu erheblichen Mehrbelastungen vor allem
einkommensschwacher Haushalte, wie ein Bericht der Volksanwaltschaft
2001 zeigte. So betrug seit 1998 die Preissteigerung bei Heizkosten
6,5 Prozent, während der Verbraucherpreisindex um 2,6 % und die
Pensionsanpassungen um 1,1 % zunahmen (Bericht der
Volksanwaltschaft). "Die Regierung hat diese Alarmzeichen nicht
beachtet und keinerlei spürbare Schritte in Richtung forcierte
Wärmedämmung und Ausstieg aus dem Erdöl unternommen. Schüssel und
Grasser steuern blind in eine gewaltige Heiz-Energie-Krise, die die
Armen am meisten trifft", kritisiert die Wohnungssprecherin der
Grünen, Gabriela Moser. Schon längst hätten Wohnbauförderungsmittel
für Energiesparen und Klimaschutz zweckgewidmet werden müssen. Doch
Grasser überlasse es den Bundesländern im Finanzausgleich,
Wohnbaudarlehen beispielsweise für diverse Straßenbauten zu
verkaufen!"
Angesichts der Krise am Arbeitsmarkt sei ein Investitionsschub durch
energetische Sanierungsarbeiten nicht nur heizkostensenkend, sondern
auch arbeitsplatzschaffend. Rein wirtschaftlich und
beschäftigungspolitisch betrachtet, besitzt das österreichische
Wohnbauförderungsmodell eine Hebelwirkung von 2,5, d.h. eine Mrd an
Förderung löst ein Investitionsvolumen von 2,5 Mrd. Euro aus.
Experten vom Wifo und der österr. Klimabeirat empfehlen daher
dringend eine Wohnbausanierungs-Offensive.
Dreiviertel der bewohnten Wohnungen (inkl. Ein- und
Zweifamilienhäuser) Österreichs, das sind 2,4 Mio. Wohnungen, sind
laut WIFO sanierungsbedürftig. 33% der Wohnungen wurden zwischen 1961
und 1980 errichtet und weisen erhebliche Energiesparpotenziale auf.
Das WIFO schätzt das Investitionsvolumen im Bereich der thermischen
Sanierung zur Erreichung des Kyoto-Ziels auf jährlich 530 Mio. Euro.
Bis 2010 wären insgesamt 5.109 Mio. Euro notwendig, was einen Aufwand
von 2.044 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln allein für die thermische
Sanierung voraussetzt. Dies bedeutet auf Basis der derzeitigen
Förderintensität einen zusätzlichen jährlichen Förderaufwand von 200
Mio. Euro. "Damit könnte die Sanierungsrate von den derzeitig 0,5%
auf die notwendigen 2% erhöht, jährlich 750.000 t CO2-Emissionen und
120 Mio. Euro Energiekosten eingespart werden. Außerdem entstünden
11.400 Arbeitsplätze jährlich", so Moser.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]
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