Kärntner Tourismus bereit für neue Wege

LH Haider plädierte bei Kärntner Tourismustag für neue Strategien und Optimismus - Landestourismusdirektor Bucher stellte seine Aufgaben vor

Klagenfurt (LPD) - Zum Kärntner Tourismustag hat Donnerstag Abend Tourismusreferent Landeshauptmann Jörg Haider ins Klagenfurter Messezentrum eingeladen. Vor den heimischen Touristikern, Wirtschaftsvertretern und Unternehmern stellten dabei der neue Landestourismusdirektor Seppi Bucher und Kärnten Werbung-Chef Werner Bilgram ihre Vorhaben und Strategien vor. Eventmanager Hannes Jagerhofer präsentierte sein Konzept einer "Fun-City Kärnten", die Sportbegeisterten die besten Rahmenbedingungen bieten soll. Über Kärntens Chancen durch die Fußball-EM 2008 sprach ÖFB-Präsident Friedrich Stickler. Tenor der enorm gut besuchten Veranstaltung war es, alle touristischen Kräfte zusammenzuführen und neu entwickelte Strategien nachhaltig zu verfolgen. Der Landeshauptmann plädierte für den optimistischen, positiven Blick nach vorne und erteilte dem "Jammern" eine klare Absage.

Haider betonte, dass Kärntens Tourismus jetzt vor wichtigen Weichenstellungen stehe. Es gelte, sich von vielen "liebgewonnenen Gewohnheiten zu befreien und zu verabschieden". Hintergründe seien die wirtschaftliche Situation in Kärntens touristischem Kernland Deutschland, die ungünstige Ferienordnung und das schlechte Sommerwetter. Daher müsse man dringend das Angebot modifizieren, neue Gästeschichten ansprechen, Schlechtwetteralternativen entwickeln. Für den Landeshauptmann ist es notwendig, nun einen großen Dialog im Land zu beginnen, Schwerpunkte zu finden und sich darauf zu einigen, was man wirklich machen wolle.

Wichtig sei es, den so entwickelten Strategien nachhaltig zu folgen und optimistisch nach vorne zu blicken. "Jammern erweckt Hoffnungslo-sigkeit und bedeutet Energieverlust", strich Haider hervor. Vielmehr gelte es, die Kraft in der Kärntner Tourismuswirtschaft zu mobilisieren. Ausgezeichnete Möglichkeiten würden sich u.a. durch die beiden "Leuchtzeichen" Fußball-EM und "Fun-City Kärnten" sowie durch die Kärntner Events, die Low-Cost-Carrier und die zahlreichen aktuellen touristischen Großprojekte in den Regionen ergeben.

Eine "wichtige Ansage" sei der Aufbau eines Ganzjahrestourismus. Zudem müsse die Qualitätsverbesserung vorangetrieben werden, wie beispielsweise mit dem Zirbenzimmer-Projekt in Bad Kleinkirchheim. Qualitätssprünge soll es aber auch bei der Ausbildung in den touristischen Berufen geben, meinte der Landeshauptmann. Mehr Mittel sollen künftig auch in die Internationalisierung des Gästemarktes fließen. Durch die Öffnung Europas seien 70 Mio. neue potentielle Gäste für Kärnten hinzugekommen, diesem Markt müsse man sich verstärkt zuwenden. Haider verwies außerdem auf den großen Nutzen der Kärntner Events, in die seitens der öffentlichen Hand relativ wenig investiert werden müsse. Sie würden jährlich eine Wertschöpfung von 21 Mio. Euro und einen Werbewert von zehn Mio. Euro ergeben. Insgesamt zähle man 2,1 Mio. Besucher und 550.000 Nächtigungen.

Landestourismusdirektor Seppi Bucher meinte, dass der Tourismus ein Bereich sei, der alle angehe. Er wolle eine positive Tourismusgesinnung ins Land bekommen. Wichtig sei es, über Fehler und Probleme nicht in der Hauptsaison öffentlich zu diskutieren und sich gegenseitig die Schuld daran zuzuweisen. Dann würden nämlich die Kärntengäste von dieser "Tourismuskrise" in der Zeitung lesen und verunsichert werden. Als seine Hauptarbeit nannte Bucher die Umsetzung des von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing (OGM) entwickelten Tourismusweißbuches für Kärnten. Man wolle alle direkten und indirekten tourismuspolitischen Organisationen Kärntens vernetzen, dabei sollen auch Verbände, Vereine, Industrie, Schulen und Wirtschaftsberufe eingebunden werden. Maßgeblich sei auch die umfassende und professionelle Information aller Tourismusunternehmer. Neben dem "Tourismus-Forum" auf der GAST Klagenfurt soll es auch Roadshows in die einzelnen Regionen geben. Zudem versteht sich Bucher als Servicestelle für sämtliche Anliegen der Tourismuswirtschaft.

Als wichtige Maßnahmen kündigte der Landestourismusdirektor die Durchforstung der landesnahen Tourismusgesellschaften an. Einsparungspotentiale sollen gefunden und eine schlank strukturierte Organisationskultur aufgebaut werden. Neue Werbemöglichkeiten will Bucher auf den Autobahnen durch Kärnten finden, auch sollen Themenstraßen entwickelt werden. Neue Richtlinien soll es in der Förderpolitik geben, wo Qualität der Betriebe nicht an der Anzahl der Sterne gemessen werden könne. Als Leitsatz gab Bucher vor: "Manchmal muss man vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben."

Große Chancen für den Kärntner Tourismus sieht ÖFB-Präsident Friedrich Stickler in der Fußball-Europameisterschaft 2008, bei der Kla-genfurt Austragungsort für drei Spiele sein wird. Das Klagenfurter Stadion nannte er "eine der besten Investitionen, die Kärnten je gemacht hat". Rund 500 Mio. Menschen werden laut Stickler die drei Spiele in Klagenfurt am TV-Bildschirm sehen und dabei auch das Land präsentiert bekommen. Man promote die EM nicht nur als sportliches Ereignis, sondern lege den Fußballfans auch die Möglichkeit nahe, die Familie für einen Urlaub nach Kärnten mitzunehmen.

Seine Idee der "Fun-City Kärnten" präsentierte Eventmanager Hannes Jagerhofer. Er will damit Radfahrer, Inlineskater, Ruderer, Powerwanderer, usw. ansprechen, die auf hochqualitative Sportgeräte und professionelle Trainingsprogramme setzen. Ihnen sollen in Kärnten die besten Rahmenbedingungen für die Ausübung ihres Sportes geboten werden, wobei sich jede Region auf bestimmte Sportarten konzentrieren soll. Jagerhofer will dazu ein völlig neues Kommunikationskonzept entwickeln und den Sportlern persönliche Trainer sowie ärztliche Betreuung zur Verfügung stellen. So soll der Sporturlauber mit seinem Kärntner Beraterteam das ganze Jahr über in Verbindung bleiben, Fitnesswerte sowie Trainingsprogramme sollen übermittelt werden.

Neue Events kündigte auch Kärnten Werbung-Geschäftsführer Werner Bilgram an. So sollen im Winter und im Sommer große Maturareisen nach Kärnten veranstaltet werden und zahlreiche jugendliche Gäste anlocken. Auch mit dem Zugpferd Fußball-EM habe man vieles vor. Damit wolle man vor allem den italienischen Markt gewinnen und eröffne daher im nächsten Jahr ein Kärnten-Büro in Mailand.

(S E R V I C E: Den Landestourismusdirektor erreicht man unter der Gratis-Hotline 0800 808 033 oder unter post.ltd@ktn.gv.at im Amt der Kärntner Landesregierung, Landestourismusdirektion, Arnulfplatz 1, 9020 Klagenfurt.)
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