• 23.09.2005, 10:11:26
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Kärntner Tourismus bereit für neue Wege

LH Haider plädierte bei Kärntner Tourismustag für neue Strategien und Optimismus - Landestourismusdirektor Bucher stellte seine Aufgaben vor

Klagenfurt (LPD) - Zum Kärntner Tourismustag hat Donnerstag Abend
Tourismusreferent Landeshauptmann Jörg Haider ins Klagenfurter
Messezentrum eingeladen. Vor den heimischen Touristikern,
Wirtschaftsvertretern und Unternehmern stellten dabei der neue
Landestourismusdirektor Seppi Bucher und Kärnten Werbung-Chef Werner
Bilgram ihre Vorhaben und Strategien vor. Eventmanager Hannes
Jagerhofer präsentierte sein Konzept einer "Fun-City Kärnten", die
Sportbegeisterten die besten Rahmenbedingungen bieten soll. Über
Kärntens Chancen durch die Fußball-EM 2008 sprach ÖFB-Präsident
Friedrich Stickler. Tenor der enorm gut besuchten Veranstaltung war
es, alle touristischen Kräfte zusammenzuführen und neu entwickelte
Strategien nachhaltig zu verfolgen. Der Landeshauptmann plädierte für
den optimistischen, positiven Blick nach vorne und erteilte dem
"Jammern" eine klare Absage.

Haider betonte, dass Kärntens Tourismus jetzt vor wichtigen
Weichenstellungen stehe. Es gelte, sich von vielen "liebgewonnenen
Gewohnheiten zu befreien und zu verabschieden". Hintergründe seien
die wirtschaftliche Situation in Kärntens touristischem Kernland
Deutschland, die ungünstige Ferienordnung und das schlechte
Sommerwetter. Daher müsse man dringend das Angebot modifizieren, neue
Gästeschichten ansprechen, Schlechtwetteralternativen entwickeln. Für
den Landeshauptmann ist es notwendig, nun einen großen Dialog im Land
zu beginnen, Schwerpunkte zu finden und sich darauf zu einigen, was
man wirklich machen wolle.

Wichtig sei es, den so entwickelten Strategien nachhaltig zu
folgen und optimistisch nach vorne zu blicken. "Jammern erweckt
Hoffnungslo-sigkeit und bedeutet Energieverlust", strich Haider
hervor. Vielmehr gelte es, die Kraft in der Kärntner
Tourismuswirtschaft zu mobilisieren. Ausgezeichnete Möglichkeiten
würden sich u.a. durch die beiden "Leuchtzeichen" Fußball-EM und
"Fun-City Kärnten" sowie durch die Kärntner Events, die
Low-Cost-Carrier und die zahlreichen aktuellen touristischen
Großprojekte in den Regionen ergeben.

Eine "wichtige Ansage" sei der Aufbau eines Ganzjahrestourismus.
Zudem müsse die Qualitätsverbesserung vorangetrieben werden, wie
beispielsweise mit dem Zirbenzimmer-Projekt in Bad Kleinkirchheim.
Qualitätssprünge soll es aber auch bei der Ausbildung in den
touristischen Berufen geben, meinte der Landeshauptmann. Mehr Mittel
sollen künftig auch in die Internationalisierung des Gästemarktes
fließen. Durch die Öffnung Europas seien 70 Mio. neue potentielle
Gäste für Kärnten hinzugekommen, diesem Markt müsse man sich
verstärkt zuwenden. Haider verwies außerdem auf den großen Nutzen der
Kärntner Events, in die seitens der öffentlichen Hand relativ wenig
investiert werden müsse. Sie würden jährlich eine Wertschöpfung von
21 Mio. Euro und einen Werbewert von zehn Mio. Euro ergeben.
Insgesamt zähle man 2,1 Mio. Besucher und 550.000 Nächtigungen.

Landestourismusdirektor Seppi Bucher meinte, dass der Tourismus
ein Bereich sei, der alle angehe. Er wolle eine positive
Tourismusgesinnung ins Land bekommen. Wichtig sei es, über Fehler und
Probleme nicht in der Hauptsaison öffentlich zu diskutieren und sich
gegenseitig die Schuld daran zuzuweisen. Dann würden nämlich die
Kärntengäste von dieser "Tourismuskrise" in der Zeitung lesen und
verunsichert werden. Als seine Hauptarbeit nannte Bucher die
Umsetzung des von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing
(OGM) entwickelten Tourismusweißbuches für Kärnten. Man wolle alle
direkten und indirekten tourismuspolitischen Organisationen Kärntens
vernetzen, dabei sollen auch Verbände, Vereine, Industrie, Schulen
und Wirtschaftsberufe eingebunden werden. Maßgeblich sei auch die
umfassende und professionelle Information aller Tourismusunternehmer.
Neben dem "Tourismus-Forum" auf der GAST Klagenfurt soll es auch
Roadshows in die einzelnen Regionen geben. Zudem versteht sich Bucher
als Servicestelle für sämtliche Anliegen der Tourismuswirtschaft.

Als wichtige Maßnahmen kündigte der Landestourismusdirektor die
Durchforstung der landesnahen Tourismusgesellschaften an.
Einsparungspotentiale sollen gefunden und eine schlank strukturierte
Organisationskultur aufgebaut werden. Neue Werbemöglichkeiten will
Bucher auf den Autobahnen durch Kärnten finden, auch sollen
Themenstraßen entwickelt werden. Neue Richtlinien soll es in der
Förderpolitik geben, wo Qualität der Betriebe nicht an der Anzahl der
Sterne gemessen werden könne. Als Leitsatz gab Bucher vor: "Manchmal
muss man vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben."

Große Chancen für den Kärntner Tourismus sieht ÖFB-Präsident
Friedrich Stickler in der Fußball-Europameisterschaft 2008, bei der
Kla-genfurt Austragungsort für drei Spiele sein wird. Das
Klagenfurter Stadion nannte er "eine der besten Investitionen, die
Kärnten je gemacht hat". Rund 500 Mio. Menschen werden laut Stickler
die drei Spiele in Klagenfurt am TV-Bildschirm sehen und dabei auch
das Land präsentiert bekommen. Man promote die EM nicht nur als
sportliches Ereignis, sondern lege den Fußballfans auch die
Möglichkeit nahe, die Familie für einen Urlaub nach Kärnten
mitzunehmen.

Seine Idee der "Fun-City Kärnten" präsentierte Eventmanager
Hannes Jagerhofer. Er will damit Radfahrer, Inlineskater, Ruderer,
Powerwanderer, usw. ansprechen, die auf hochqualitative Sportgeräte
und professionelle Trainingsprogramme setzen. Ihnen sollen in Kärnten
die besten Rahmenbedingungen für die Ausübung ihres Sportes geboten
werden, wobei sich jede Region auf bestimmte Sportarten konzentrieren
soll. Jagerhofer will dazu ein völlig neues Kommunikationskonzept
entwickeln und den Sportlern persönliche Trainer sowie ärztliche
Betreuung zur Verfügung stellen. So soll der Sporturlauber mit seinem
Kärntner Beraterteam das ganze Jahr über in Verbindung bleiben,
Fitnesswerte sowie Trainingsprogramme sollen übermittelt werden.

Neue Events kündigte auch Kärnten Werbung-Geschäftsführer Werner
Bilgram an. So sollen im Winter und im Sommer große Maturareisen nach
Kärnten veranstaltet werden und zahlreiche jugendliche Gäste
anlocken. Auch mit dem Zugpferd Fußball-EM habe man vieles vor. Damit
wolle man vor allem den italienischen Markt gewinnen und eröffne
daher im nächsten Jahr ein Kärnten-Büro in Mailand.

(S E R V I C E: Den Landestourismusdirektor erreicht man unter
der Gratis-Hotline 0800 808 033 oder unter [email protected] im Amt
der Kärntner Landesregierung, Landestourismusdirektion, Arnulfplatz
1, 9020 Klagenfurt.)
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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