- 15.09.2005, 15:37:59
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Kopetz: Energiemärkte im Umbruch
Österreich braucht ein Kyoto-konformes Energiesystem - 50 Prozent erneuerbare Energie im Jahr 2030 nötig
Wien (OTS) - Die Preisexplosion bei Erdöl und Erdgas, drohende
Versorgungsengpässe und Umweltkatastrophen in Folge des Klimawandels
belasten Haushalte und Wirtschaft massiv. Das herkömmliche
Energiesystem nähert sich dem Ende.
Nur ein rascher Umstieg von Öl und Gas auf erneuerbare Energie und
ein klarer Fokus auf effizienten und sparsamen Energieeinsatz
ermöglichen ein Entkommen aus der Kostenfalle und eine sichere und
klimafreundliche Energieversorgung für die Zukunft.
Grundlegender Umbau des Energiesystems als Antwort auf explodierende
Öl- und Gaspreise.
Die Zeichen auf den Energiemärkten stehen auf Sturm. Die Preise
für Öl und Gas steigen massiv. Vieles deutet darauf hin, dass die
Zeiten von billigem Öl und Gas für immer vorbei sind.
Fossile Energiepreise werden in den nächsten Jahren weiter steigen
Die aktuelle Verteuerung von Benzin, Diesel, Heizöl ist keine
vorübergehende Erscheinung, sondern der Beginn eines Strukturbruchs
in der Versorgung mit Öl und Gas.
Was ist in den nächsten Jahren zu erwarten?
- Benzinpreise bis zu 2 Euro (Zitat EU-Kommissar Piebalgs)
- Heizölpreise von über einem Euro je Liter
- Rohölpreise von 80 bis 120 Dollar je Barrell
- Steigende Gaspreise
Der weltweit steigende Verbrauch der fossilen Energieträger führt
außerdem zu einem weiteren Anstieg der Treibhausgase und damit zur
Beschleunigung der Erderwärmung. Das aber bedeutet eine weitere
Zunahme der Naturkatastrophen wie
- Überschwemmungen
- Hochwässer
- Vermurungen
- Dürre
- Hurrikane
- Trockenperioden
Österreich ist ein gutes Beispiel für die allgemeine Entwicklung.
Im Zeitraum von 1990 bis 2003 stieg der Verbrauch fossiler
Energieträger um etwa 6 Millionen Tonnen Öleinheiten (247 PJ),
während der Einsatz erneuerbarer Energieträger nur um 1,7 Millionen
Tonnen Öleinheiten (77 PJ) zunahm. Erdöl und Erdgas werden knapper.
Wenn der Verbrauch weiter so steigt, werden die Preise immer weiter
hinaufgehen, bis die wirtschaftliche Entwicklung so stark eingebremst
wird, dass die Nachfrage zurückgeht.
Was ist die richtige Antwort auf die Situation?
"Die Politik muss jetzt sehr rasch klare Weichenstellungen für einen
grundlegenden Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare
Energieträger und Energieeffizienz vornehmen. Es müssen klare,
langfristige Ziele für die Energieversorgung Österreichs im Jahr 2030
vorgegeben werden. Nur so können private Haushalte und Unternehmen in
den nächsten Jahren vor Fehlinvestitionen bewahrt und der Kollaps
unseres Wirtschaftssystems in einigen Jahrzehnten verhindert werden",
warnt Kopetz eindringlich.
Das Ziel, ein Kyoto-konformes Energiesystem, das heißt bis 2030
mindestens 50 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie
decken.
"Um für die Zukunft eine sichere, preisstabile und
umweltfreundliche Energieversorgung sicherstellen zu können, muss
Österreich bis zum Jahr 2030 mindestens 50 Prozent seines
Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie decken. Dieses Ziel kann nur
erreicht werden, wenn einerseits der Ausbau aller Formen der
erneuerbaren Energie - Wasserkraft, Wind, Biomasse, Solarenergie,
Geothermie - deutlich beschleunigt und gleichzeitig der
Energieverbrauch durch effizienten und sparsamen Energieeinsatz um 20
Prozent gesenkt wird", rechnet Kopetz vor. Damit könnte Österreich
seine Energieversorgung von der weiteren Entwicklung der Öl- und
Gasmärkte abkoppeln, die Versorgungssicherheit deutlich erhöhen und
die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um beachtliche
33 Prozent reduzieren.
Fortsetzung der bisherigen Entwicklung perspektivenlos.
Energieverbrauch und Importabhängigkeit steigen weiter an.
Die Energiepolitik in Österreich hat in den letzten Jahrzehnten
zahlreiche erfolgreiche Initiativen zur Entwicklung erneuerbarer
Energieträger gesetzt. Allerdings reichen diese nicht aus. "Wenn wir
die bisherige Energiepolitik fortsetzen, dann wird der
Energieverbrauch bis zum Jahr 2025 jedoch um 21 Prozent steigen und
der Anteil erneuerbarer Energieträger wird nicht 50 Prozent, sondern
lediglich 23,5 Prozent betragen. Ein Fortsetzen der derzeitigen
Energiepolitik wird somit den Herausforderungen der im Umbruch
befindlichen Energiemärkte in keinster Weise gerecht und bietet somit
auch keine Perspektiven für die Zukunft", bekräftigt Kopetz die
Notwendigkeit zum Umbau der Energieversorgung in Richtung erneuerbare
Energie und effizienten Energieeinsatz. "Mit den bisherigen Maßnahmen
gelang es weder, den Anteil erneuerbarer Energieträger am gesamten
Energieaufkommen nennenswert zu erhöhen, noch den ständigen Anstieg
des Energieverbrauches einzudämmen. Ebenso wenig gelang es, die
Verwendung fossiler Energieträger - Erdöl, Erdgas, Kohle - derart zu
reduzieren, wie dies zur Einhaltung der im Kyoto-Vertrag
eingegangenen Klimaschutzverpflichtungen notwendig wäre", betont
Kopetz. So stieg der Energieverbrauch in den letzten 13 Jahren um 34
Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energieträger erhöhte sich nur
geringfügig von 21,1 auf 21,2 Prozent. Als Folge dieser Entwicklung
stiegen im selben Zeitraum die Treibhausgasemissionen um 13 Millionen
Tonnen.
Bis zu 30.000 neue Arbeitsplätze durch Forcierung erneuerbarer
Energie schaffen.
Der gezielte Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare
Energie würde je nach der jährlichen Installationsrate 20.000 bis
30.000 Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft sowie in
Gewerbe- und Industriebetrieben auf Dauer schaffen. "Vor allem ein
mutiges Programm zum Umbau der Wärmeversorgung wäre gleichzeitig ein
wirksames Programm zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in einer
Zukunftsbranche mit hervorragenden Chancen im Export", betont Kopetz
und erläutert weiter: "Österreich hat dank seiner natürlichen
Ressourcen mehr als andere Länder die Chance, in zwei bis drei
Jahrzehnten seinen Energiebedarf zumindest zu 50 Prozent aus
erneuerbaren Quellen zu decken. Wenn Österreich sein Energiesystem in
diese Richtung umbaut, dann hätte es ein tatsächlich Kyoto-konformes
Energiesystem entwickelt und könnte gleichzeitig ein Beispiel für
andere Länder der Welt für eine nachhaltige Energieversorgung
bieten".
Rückfragehinweis:
DI Stephan Grausam
Österreichischer Biomasse-Verband
Tel: +43-1-533 07 97-32
Fax: +43-1-533 07 97-90
E-Mail: [email protected]
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