Kopetz: Energiemärkte im Umbruch

Österreich braucht ein Kyoto-konformes Energiesystem - 50 Prozent erneuerbare Energie im Jahr 2030 nötig

Wien (OTS) - Die Preisexplosion bei Erdöl und Erdgas, drohende Versorgungsengpässe und Umweltkatastrophen in Folge des Klimawandels belasten Haushalte und Wirtschaft massiv. Das herkömmliche Energiesystem nähert sich dem Ende.

Nur ein rascher Umstieg von Öl und Gas auf erneuerbare Energie und ein klarer Fokus auf effizienten und sparsamen Energieeinsatz ermöglichen ein Entkommen aus der Kostenfalle und eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung für die Zukunft.

Grundlegender Umbau des Energiesystems als Antwort auf explodierende Öl- und Gaspreise.

Die Zeichen auf den Energiemärkten stehen auf Sturm. Die Preise für Öl und Gas steigen massiv. Vieles deutet darauf hin, dass die Zeiten von billigem Öl und Gas für immer vorbei sind.

Fossile Energiepreise werden in den nächsten Jahren weiter steigen

Die aktuelle Verteuerung von Benzin, Diesel, Heizöl ist keine vorübergehende Erscheinung, sondern der Beginn eines Strukturbruchs in der Versorgung mit Öl und Gas.

Was ist in den nächsten Jahren zu erwarten?

  • Benzinpreise bis zu 2 Euro (Zitat EU-Kommissar Piebalgs)
  • Heizölpreise von über einem Euro je Liter
  • Rohölpreise von 80 bis 120 Dollar je Barrell
  • Steigende Gaspreise

Der weltweit steigende Verbrauch der fossilen Energieträger führt außerdem zu einem weiteren Anstieg der Treibhausgase und damit zur Beschleunigung der Erderwärmung. Das aber bedeutet eine weitere Zunahme der Naturkatastrophen wie

  • Überschwemmungen
  • Hochwässer
  • Vermurungen
  • Dürre
  • Hurrikane
  • Trockenperioden

Österreich ist ein gutes Beispiel für die allgemeine Entwicklung. Im Zeitraum von 1990 bis 2003 stieg der Verbrauch fossiler Energieträger um etwa 6 Millionen Tonnen Öleinheiten (247 PJ), während der Einsatz erneuerbarer Energieträger nur um 1,7 Millionen Tonnen Öleinheiten (77 PJ) zunahm. Erdöl und Erdgas werden knapper. Wenn der Verbrauch weiter so steigt, werden die Preise immer weiter hinaufgehen, bis die wirtschaftliche Entwicklung so stark eingebremst wird, dass die Nachfrage zurückgeht.

Was ist die richtige Antwort auf die Situation?

"Die Politik muss jetzt sehr rasch klare Weichenstellungen für einen grundlegenden Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz vornehmen. Es müssen klare, langfristige Ziele für die Energieversorgung Österreichs im Jahr 2030 vorgegeben werden. Nur so können private Haushalte und Unternehmen in den nächsten Jahren vor Fehlinvestitionen bewahrt und der Kollaps unseres Wirtschaftssystems in einigen Jahrzehnten verhindert werden", warnt Kopetz eindringlich.

Das Ziel, ein Kyoto-konformes Energiesystem, das heißt bis 2030 mindestens 50 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie decken.

"Um für die Zukunft eine sichere, preisstabile und umweltfreundliche Energieversorgung sicherstellen zu können, muss Österreich bis zum Jahr 2030 mindestens 50 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie decken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn einerseits der Ausbau aller Formen der erneuerbaren Energie - Wasserkraft, Wind, Biomasse, Solarenergie, Geothermie - deutlich beschleunigt und gleichzeitig der Energieverbrauch durch effizienten und sparsamen Energieeinsatz um 20 Prozent gesenkt wird", rechnet Kopetz vor. Damit könnte Österreich seine Energieversorgung von der weiteren Entwicklung der Öl- und Gasmärkte abkoppeln, die Versorgungssicherheit deutlich erhöhen und die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um beachtliche 33 Prozent reduzieren.

Fortsetzung der bisherigen Entwicklung perspektivenlos. Energieverbrauch und Importabhängigkeit steigen weiter an.

Die Energiepolitik in Österreich hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche erfolgreiche Initiativen zur Entwicklung erneuerbarer Energieträger gesetzt. Allerdings reichen diese nicht aus. "Wenn wir die bisherige Energiepolitik fortsetzen, dann wird der Energieverbrauch bis zum Jahr 2025 jedoch um 21 Prozent steigen und der Anteil erneuerbarer Energieträger wird nicht 50 Prozent, sondern lediglich 23,5 Prozent betragen. Ein Fortsetzen der derzeitigen Energiepolitik wird somit den Herausforderungen der im Umbruch befindlichen Energiemärkte in keinster Weise gerecht und bietet somit auch keine Perspektiven für die Zukunft", bekräftigt Kopetz die Notwendigkeit zum Umbau der Energieversorgung in Richtung erneuerbare Energie und effizienten Energieeinsatz. "Mit den bisherigen Maßnahmen gelang es weder, den Anteil erneuerbarer Energieträger am gesamten Energieaufkommen nennenswert zu erhöhen, noch den ständigen Anstieg des Energieverbrauches einzudämmen. Ebenso wenig gelang es, die Verwendung fossiler Energieträger - Erdöl, Erdgas, Kohle - derart zu reduzieren, wie dies zur Einhaltung der im Kyoto-Vertrag eingegangenen Klimaschutzverpflichtungen notwendig wäre", betont Kopetz. So stieg der Energieverbrauch in den letzten 13 Jahren um 34 Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energieträger erhöhte sich nur geringfügig von 21,1 auf 21,2 Prozent. Als Folge dieser Entwicklung stiegen im selben Zeitraum die Treibhausgasemissionen um 13 Millionen Tonnen.

Bis zu 30.000 neue Arbeitsplätze durch Forcierung erneuerbarer Energie schaffen.

Der gezielte Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energie würde je nach der jährlichen Installationsrate 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft sowie in Gewerbe- und Industriebetrieben auf Dauer schaffen. "Vor allem ein mutiges Programm zum Umbau der Wärmeversorgung wäre gleichzeitig ein wirksames Programm zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche mit hervorragenden Chancen im Export", betont Kopetz und erläutert weiter: "Österreich hat dank seiner natürlichen Ressourcen mehr als andere Länder die Chance, in zwei bis drei Jahrzehnten seinen Energiebedarf zumindest zu 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken. Wenn Österreich sein Energiesystem in diese Richtung umbaut, dann hätte es ein tatsächlich Kyoto-konformes Energiesystem entwickelt und könnte gleichzeitig ein Beispiel für andere Länder der Welt für eine nachhaltige Energieversorgung bieten".

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DI Stephan Grausam
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