- 15.09.2005, 13:13:27
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Csörgits: Qualifizierungsmaßnahmen aus Arbeitsmarktpaket richtiger Schritt
Skepsis aber gegenüber Eingliederungsbeihilfen
Wien (ÖGB) - Dass die Regierung nun endlich eine
Qualifizierungsoffensive für Arbeit suchende Frauen startet, bewertet
ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits als Schritt
in die richtige Richtung. Skeptisch beurteilt Csörgits die von der
Regierung gestern ebenfalls angekündigten Eingliederungsbeihilfen für
Wiedereinsteigerinnen. "Da ist die Gefahr von Mitnahmeeffekten sehr
groß." Ausständig sieht Csörgits spezielle Maßnahmen zur Verbesserung
der Arbeitsmarktsituation von älteren Arbeitnehmerinnen und
Migrantinnen. Vollständig fehlen würden zudem Maßnahmen zur
Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so die
ÖGB-Frauenvorsitzende.++++
Wiederholt haben die ÖGB-Frauen eine Qualifizierungsoffensive
gefordert. "Nun hat die Regierung spät aber doch unseren Vorschlag
aufgegriffen", sagt Csörgits. Allerdings gehen den ÖGB-Frauen die
gestern präsentierten Maßnahmen nicht weit genug. "Die Verbesserung
der Qualifikation arbeitsloser Frauen ist richtig und wichtig. Nötig
ist aber auch die Erleichterung von Weiterbildungsmaßnahmen für
Frauen, die in Beschäftigung stehen. Das gilt insbesondere für
Teilzeitbeschäftigte, die oft in Jobs mit geringen
Qualifikationsanforderungen zu finden sind", so Csörgits. Damit die
berufsbegleitende Qualifizierung leistbar sei, solle das
Unterrichtsministerium Gelder zur Verfügung stellen. Auch die
Erleichterung der Inanspruchnahme der Bildungskarenz sei ausständig,
kritisiert die ÖGB-Frauenvorsitzende.
Möglichst selektiv solle die von der Regierung angekündigte
Eingliederungsbeihilfe für Wiedereinsteigerinnen eingesetzt werden.
"Sonst droht die Gefahr, dass damit keine neuen Arbeitsplätze für
Wiedereinsteigerinnen mit Qualifikationsdefizit geschaffen werden,
sondern die Unternehmen mit den Lohnzuckerln jene
Wiedereinsteigerinnen anstellen, die ohnedies gut qualifiziert sind
und auch so einen Job gefunden hätten", sagt Csörgits. Für
Migrantinnen wünscht sich Csörgits eine Erleichterung der
Nostrifizierungsbestimmungen. "Trotz guter Qualifikation haben die
Frauen hier oft keine Chance, weil ihre Ausbildung nicht anerkannt
wird. Die Anrechnung der Ausbildung muss erleichtert werden." Für
ältere Arbeitslose fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende spezielle
Beschäftigungsprojekte, die den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt
erleichtern.
Dringend nötig seien aber auch der Ausbau der
Kinderbetreuungseinrichtungen und Maßnahmen zur partnerschaftlichen
Teilung der Betreuungsarbeit. "Damit würde auch ein zweites Problem
aktiv angegangen: Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern,
die immer weiter aufgeht. Denn ein großer Teil der
Einkommensdifferenz ist auf die langen Berufsunterbrechungen der
Frauen zurückzuführen. An ihnen wird sich erst etwas ändern, wenn die
Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Kind passen", sagt
Csörgits mit Verweis auf die heute veröffentlichte
Einkommensstatistik der AK Oberösterreich.
ÖGB, 15. September
2005
Nr. 540
Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martina Fassler
Tel.: (++43-1) 534 44/480 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
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