• 09.09.2005, 10:24:09
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E-Card: Nach wie vor komplette Systemabstürze

Täglich langen Beschwerden bei der Ärztekammer ein - Beschwichtigungsversuche des Hauptverbands werden immer peinlicher

Wien (OTS) - Bei den Problemen rund um E-Card-Installationen in
den Wiener Arztpraxen ist kein Ende in Sicht. Nach wie vor langen bei
der Telefon-Hotline der Wiener Ärztekammer täglich mehrere Anrufe von
völlig entnervten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ein.
Hauptprobleme sind dabei komplette Systemabstürze, Patienten, die vom
System fälschlich als unversichert ausgewiesen werden, eine nicht
nachvollziehbare desaströse Terminkoordinierung seitens der
Providerfirmen sowie die komplette Überforderung der Mitarbeiter bei
den diversen Hotlines der Provider und des Hauptverbands.****

Aus Sicht der Ärztekammer ist dabei besonders ärgerlich, dass
aufgrund der in der Kammer einlangenden Beschwerden von Ärztinnen und
Ärzten die Standesvertretung oft mehrmals bei den Verantwortlichen
einschreiten muss, um Lösungen zu erreichen. "Wenn schon die
Ärztekammer solche Schwierigkeiten hat, einigermaßen kompetente
Techniker und Ansprechpartner zu finden, dann kann man sich
vorstellen, wie es in Ordinationen zugeht, wo der einzelne Arzt mit
den Problemen alleine und bei vollem Wartezimmer zu kämpfen hat",
kritisiert Ärztekammerpräsident Walter Dorner.

In Anbetracht dieser Tatsachen könne es nur mehr als "blanker
Zynismus" verstanden werden, wenn "Mister E-Card Volker Schörghofer"
vom Hauptverband behaupte, dass es laut Statistik der
Betreibergesellschaft bisher 15 durch das System verursachte
Problemfälle gegeben habe, "die alle innerhalb von zwei Stunden
gelöst werden konnten". Dorner: "15 ist jene Zahl, die wir manchmal
in nur einer Stunde in Wien verzeichnen." Und von einer zweistündigen
Problembewältigung könne nicht einmal annähernd die Rede sein.
Sollten Schörghofer tatsächlich diese Zahlen vorgelegt worden sein,
dann werde er intern entweder falsch informiert, oder bei der Hotline
des Hauptverbands langten keine Anrufe mehr ein, weil sowieso jeder
Arzt wisse, dort keine Hilfe zu bekommen.

Die Wiener Ärztekammer zähle jedenfalls jeden Anruf und
protokolliere die massivsten Beschwerden, "und diese Liste wird immer
länger", so Dorner. An der Spitze der "Top ten der Chaos-Card"
stünden jedenfalls nach wie vor die nicht vorhandene Kommunikation
zwischen Hauptverband und Providerfirmen, die Nicht-Einhaltung von
Installationsterminen, völlig überforderte Hotline-Mitarbeiter,
fälschlich als unversichert ausgewiesene Patienten sowie komplette
Systemausfälle und defekte GINA Boxen.

Ein besonderes "Schmankerl", das keinesfalls ein Einzelfall ist:
Techniker von Providerfirmen stehen in der Ordination und fragen den
dort anwesenden Arzt: "Was genau soll ich jetzt eigentlich tun?"

Dorner: "Offensichtlich hat der Hauptverband - so wie von uns
befürchtet - nicht einmal ein Mindestmaß an Qualitätsmanagement
walten lassen, um den Roll-out der E-Card in den Arztordinationen
problemlos zu bewältigen." Daran änderten auch nichts die in immer
kürzeren Abständen notwendigen und peinlichen
Beschwichtigungsversuche seitens des Hauptverbands. "Wenn ein Arzt in
seiner Ordination so arbeiten würde, wie der Hauptverband das bei der
E-Card tut, würde die Ordination wahrscheinlich schon längst
behördlich geschlossen sein - und das zu Recht", so Dorner
abschließend. (hpp)

Rückfragehinweis:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Dr. Hans-Peter Petutschnig
   Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222
   Fax: (++43-1) 51501/1289
   mailto:[email protected]
   http://www.aekwien.at

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