ÖAAB-Frauen präsentieren Modell eines Karriereleitfadens für Frauen

Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin zu Karriereentwicklung nach der Babypause

Wien (OTS) - Die ÖAAB-Frauen präsentierten heute, Montag, bei einer Pressekonferenz in Wien ihr Modell eines Karriereleitfadens für Frauen und Mütter. "Dadurch wollen wir den Frauen Hilfestellungen für ihre Karriereplanung und ihr weiteres Erwerbsleben nach einer Babypause geben", führte ÖAAB-Frauenvorsitzende Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek, gemeinsam mit ihrer Kollegin AK-Rätin Betriebsratsvorsitzender Abg.z.NR Christine Marek aus. Das Modell sehe einen Leitfaden für ein Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin bereits rechtzeitig vor Beginn des Mutterschutzes vor, das protokolliert werden und in eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin münden solle. ****

Für die Entwicklung ihres Modells hätten die ÖAAB-Frauen viele für Frauen wesentliche Daten herangezogen, sagte Brinek. Mehr als 50% der Schüler/innen an höheren Schulen seien bereits weiblich, ebenso verhalte es sich bei den Maturant/innen, Studierenden sowie Hochschul-Absolvent/innen. Auch die private Planung der jungen Frauen habe sich verändert: "Mehr als die Hälfte der 25jährigen Frauen sind heute Singles, das Streben in eine ‚Versorgungsehe’ ist also nicht mehr gegeben. Jede zweite Ehe landet heute weiters vor dem Scheidungsrichter", so Brinek. Auch das Durchschnittsalter der Erstgebärenden habe sich nach hinten verschoben: "Lag dieses Alter im Jahr 1970 noch bei 22,9, liegt es heute bei 27,2 Jahren", so die Vorsitzende der ÖAAB-Frauen.

Im Bereich der Frauenbeschäftigung läge Österreich "gut im EU-Durchschnitt", die Top-Länder hätten jedoch "mehr als 61% Frauenerwerbsquote". Vor allem die Anzahl der Frauen in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Maßnahmen notwendig seien im Bereich der 45-64jährigen Frauen, von denen derzeit nur 19% im Erwerbsleben stünden, ebenso wie im Bereich der 15-24jährigen Frauen, wo die Erwerbsquote rückläufig sei. Auch im Bereich der Kinderbetreuungsquote gebe es für Österreich noch Aufholbedarf. Zu all diesen Fakten käme die steigende Lebenserwartung. "Es lohnt sich jedenfalls, Fragen des Lebens und Alters sorgfältig zu klären." "Diese Daten haben für uns den Ausschlag gegeben, darüber nachzudenken, wie wir den nachweislichen Karriereeinbruch von Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben besser bewältigen können", sagte die ÖAAB-Frauenvorsitzende.

Christine Marek, selbst AK-Rätin in Wien und Betriebsratsvorsitzende, erläuterte das Modell des Leitfadens, der "Stütze für die Unternehmen und die Mitarbeiterinnen" sein solle. "Wir wollen damit den Unternehmern und den Frauen die Möglichkeit geben, eine Phase, in der aufgrund vieler Veränderungen für die Betroffenen oft kein Platz für Karriereplanung ist, Chancen und Möglichkeiten klarer anzusprechen und zu sehen", sagte Marek.

Der Leitfaden für ein protokolliertes Karrieregespräch solle gemeinsam mit rechtlichen Informationen über Kinderbetreuungsgeld, Recht auf Teilzeit, Pensionszeit u.ä. in einer Kooperation von BMWA und BMGF etwa vier Monate vor Beginn der Mutterschutzzeit an Unternehmer und Arbeitnehmerin versandt werden, um ausreichend Zeit für notwendige Planungen und Überlegungen zu geben. In einem Karrieregespräch sollten dann drei Phasen besprochen werden:
Mutterschutz, Babypause und Wiedereinstieg. "Dieses Gespräch kann einen deutlichen Mehrwert für beide Partner bringen, indem so bereits vorher geklärt werden kann, wie lange die Babypause geplant ist, ob und wann ein ganzer oder teilweiser Wiedereinstieg (0 bis 100 %) über Teilzeit oder zum Beispiel Teleworking erfolgen kann und inwieweit eine Ersatzkraft benötigt wird", erläuterte Marek.

Vorbild dafür könne der Bundesdienst bieten, erläuterte Frauenvorsitzende Brinek, wo solche Gespräche bereits mit hoher Verbindlichkeit für beide Seiten durchgeführt würden. Insgesamt setzten die ÖAAB-Frauen bei der Etablierung ihres Modells zuerst auf Freiwilligkeit und positive Bewusstseinsbildung. "Die Wirtschaft hat bereits Unterstützung für dieses Modell signalisiert", sagte Brinek, auf sozialpartnerschaftlicher Ebene solle diskutiert werden, ob es auch gesetzlicher Grundlagen für die Umsetzung bedürfe.

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