Von wegen Flaute: Jungunternehmer trotzen Stimmungstief

Junge Wirtschaft-Konjunkturbarometer zeigt Mut und Optimismus

Wien (PWK653) - Auch wenn in Österreich das Wirtschaftswachstum weiter auf sich warten lässt: "Die Jungunternehmer sind optimistisch und stemmen sich der schwachen konjunkturellen Lage mit Mut entgegen. Offensichtlich erfolgreich - was zeigt, dass der Aufschwung im Kopf beginnt", fasst Peter Lehner, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft, den Tenor der Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Jungen Wirtschaft zur Konjunkturlage zusammen.

Angesprochen auf den eigenen wirtschaftlichen Erfolg im zweiten Halbjahr 2005 zeigen sich die jungen Unternehmen sehr optimistisch. 46 Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten einen besseren oder gar den bisher besten wirtschaftlichen Erfolg. 34 Prozent erwarten einen ähnlichen Erfolg wie im letzten Halbjahr. Lediglich 11 Prozent glauben, dass es schlechter wird.

Die Junge Wirtschaft wollte wissen, welche Rahmenbedingungen den wirtschaftlichen Erfolg am meisten behindern bzw. welche Veränderungen notwendig sind, um den Erfolg anzukurbeln. Angeführt wird diese Liste von den steuerlichen Belastungen, gefolgt von der sozialen Absicherung. Auf Rang drei folgt der Wunsch nach Maßnahmen für mehr Eigenkapital. Am Ende dieser Skala rangieren der Abbau von Arbeitnehmerschutz-bestimmungen, sowie die Einführung eines einheitlichen Steuersatzes. "Gerade die Prioritäten zeigen uns, wie sorgvoll die heimischen Jungunternehmer mit ihrer Verantwortung als Arbeitgeber umgehen. Die Verantwortung gehört unterstützt". Von der Regierung fordert Lehner daher ein "Wachstumspaket für Junge". Damit wären wirklich Effekte zu erzielen. Zu den jüngsten Vorschlägen der Regierung resümiert Lehner: "Viel Geld für wenig Jobs. Investitionen in Jungunternehmer brächten mehr "Job-Rendite".

Die Säulen des Pakets nach JW-Vorstellungen

  • Einen steuerlichen Beteiligungsfreibetrag, um privates Sparguthaben zu Jungunternehmen zu lenken.
  • Eine rasche Staatsreform um Freiräume für Steuersenkungen zu bekommen.
  • Ein soziales Auffangnetz für diejenigen, die Risiko für Wachstum übernehmen (Arbeitslosengeld).

Die heimische Jungunternehmerlandschaft lassen die - zumeist ernüchternden Prognosen - der Wirtschaftsforschungsinstitute kalt. 48 Prozent nehmen solche Meldungen nicht ernst, oder gar nicht wahr. Viele, nämlich 37 Prozent, nehmen Konjunkturprognosen sogar zum Anlass in die Offensive zu gehen und antizyklisch zu reagieren. Schwache 15 Prozent folgen den Aussagen und gehen in die Defensive. "Junge Unternehmen gehen mit Selbstvertrauen und Mut an die Arbeit. Das Ergebnis gibt ihnen Recht. Sie schaffen im Schnitt 3 Arbeitsplätze pro neuem Unternehmen. Das macht pro Jahr 85.000 neue Arbeitsplätze - mehr als 4x so viele wie der neue Wachstumsgipfel schafft. Auf den Jobmotor Jungunternehmer zu setzen, ist die Antwort auf die Krise", betont der Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft.

Zudem wurden die Probleme, die das Vorankommen der jungen Betriebe behindern, abgefragt. Ganz oben: Geiz ist nicht geil für Jungunternehmer. Die Tatsache, dass viele Konsumenten nur mehr auf den Preis und kaum noch auf die Qualität der Ware oder der Dienstleistung schauen, wird als starkes Problem genannt. Ähnlich stark problematisch: Gute Mitarbeiter zu finden, die auch leistbar sind. Viele Jungunternehmer entschließen sich daher vorerst dazu alleine zu starten.

Im Mittelfeld dieser Statistik rangieren die konjunkturelle Lage, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und der unfaire Mitbewerb. Als eher geringes Problem wird die Globalisierung gesehen.

Auch bei der Frage wie sich die wirtschaftliche Lage Österreichs in den kommenden zwölf Monaten verändern wird, zeigen sich die heimischen Jungunternehmer eher positiv. So glauben 32 Prozent an eine Verbesserung der Lage, 46 Prozent gehen davon aus, dass es gleich bleibt und lediglich 20 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

"Dass die Konjunktur schon bessere Zeiten erlebt hat ist uns allen klar. Man kann die Situation aber auch zusätzlich krank reden - und das hilft niemanden. "Raus aus dem Jammertal - nicht verzagen, Marktanteile jagen", wäre für Lehner die richtige Devise. Die Jungunternehmer halten sich daran, das bestätigen auch die Zahlen. Bei mehr als 2/3 aller Befragten gibt es keinen oder maximal einen kaum spürbaren Rückgang bei den Ausgaben der Kunden.

Die Umfrage wurde im Auftrag der Jungen Wirtschaft Österreich vom Meinungsforschungsinstitut market durchgeführt. Befragt wurden bundesweit 1.000 Jungunternehmer. (us)

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