- 24.08.2005, 13:07:59
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E-Card: Pannen im Hauptverband gehen in Serie
Auch Häufung von Beschwerden in der Ärztekammer - ÄK-Präsident Dorner: "Wo bleibt `Chefcontrollerin’ Hartinger?"
Wien (OTS) - Nicht nur der Rechnungshof übt heftige Kritik am
Projekt E-Card. Auch in der Ärztekammer häufen sich die Beschwerden,
und öffentlich jagt eine Panne die nächste. Ärztekammerpräsident
Walter Dorner zum E-Card-Chaos: "Der Rechnungshofbericht bestätigte
unsere kühnsten Vermutungen - zu hohe Projektnebenkosten, hohe
Personalkosten und Fehler im Projektmanagement." Zudem bekamen
Pensionisten fehlerhafte E-Cards zugeschickt.
Die aktuelle Panne: Schüler, die das 18. Lebensjahr erreichen,
verlieren den Versicherungsschutz, wenn zuvor keine Schulbesuchs-
oder Inskriptionsbestätigung an die Kasse übermittelt wurde. "Wie
viel soll eigentlich noch schief gehen, bevor man sich im
Hauptverband um ein professionelles Projektmanagement kümmert?",
fragt sich wahrscheinlich nicht nur Ärztekammerpräsident Dorner.
Dem Hauptverband bleibe nicht anderes mehr übrig, als sich die
Pannenserie einzugestehen. Dorner: "Mr. E-Card, Volker Schörghofer,
ist derzeit mit öffentlichen Schuldeingeständnissen und der
Fehlerbehebung seines Projekts voll ausgelastet." Schuld an der Panne
mit den Pensionisten war die Qualitätssicherung, hieß es aus dem
Hauptverband. Dorner: "Das ist interessant, ist doch gerade der
Hauptverband seit Jahren damit beschäftigt, die niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte mittels so genannter
`Qualitätssicherungsmaßnahmen’ zu Tode zu kontrollieren. Da hätte man
lieber auch im eigenen Haus etwas mehr kontrollieren sollen."
Für Dorner völlig unverständlich ist dabei die Tatsache, dass
Schörghofer die Experten im eigenen Haus sitzen hat, sich dieser aber
scheinbar nicht bedient. "Beate Hartinger, stellvertretende
Hauptverbands-Direktorin, war jahrelang Chefcontrollerin in der
steirischen Spitalsholding. Sie müsste eigentlich wissen, wie man ein
Projekt ordentlich managt, ohne dass alle zwei Wochen gröbere
Katastrophen passieren." Letztendlich stehe auch die Frage im Raum,
warum sich die `Chefcontrollerin’ nicht selbst mehr einbringt und bei
der E-Card völlig auf Tauchstation geht.
Stundenlange Systemausfälle in den Ordinationen
Auch die Mitglieder der Ärztekammer klagen über Probleme und
Verzögerungen bei der Installierung des E-Card-Systems in den
Ordinationen. Die Beschwerden bei der Hotline der Wiener Ärztekammer
betreffen unflexible Terminvereinbarungen bei der Ausstattung mit dem
E-Card-System, unqualifiziertes und schlecht geschultes Personal bei
den Providern sowie eine Reihe von technischen Problemen. Viele Ärzte
berichten zudem von stundenlangen Systemausfällen, die den
Ordinationsalltag erschweren bis ganz zusammenbrechen lassen.
Die Ärztekammer appelliert an den Hauptverband, das Projekt
endlich in den Griff zu bekommen und die Provider-Firmen genau in die
Pflicht zu nehmen. Dorner: "Es muss doch möglich sein, dass die
größte Systemumstellung im Gesundheitswesen ohne drastische
Einschränkung der Patientenbetreuung über die Bühne gehen kann."
Neben der Einhaltung des strikten Zeitplans sei der Hauptverband auch
dafür verantwortlich, dass die von ihm gewählten Partner, also die
Provider-Firmen, das Projekt professionell und entsprechend
qualitativ hochwertig abwickeln. "Wenn Schörghofer alleine nicht dazu
in der Lage ist, dann muss er sich halt der Experten bedienen, die
ihm bei der Abwicklung des E-Card-Projekts behilflich sein können",
so der Ärztekammerpräsident abschließend (bb)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at
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