AK: Um Zweiklassenmedizin in Österreich zu verhindern, müssen Sparpotenziale im Gesundheitswesen genutzt werden

Linz (OTS) - "Das österreichische Gesundheitssystem droht, seinen hohen Standard zu verlieren", kommentiert AK-Präsident Johann Kalliauer die jüngsten Diskussionen um Leistungseinschränkungen in Spitälern. Kalliauer schlägt vor, endlich die Sparpotenziale zu nutzen statt den Patienten die notwendige Versorgung zu streichen.

Anfang der Woche hatten Ärzte darüber geklagt, dass mit den vorhandenen finanziellen Mitteln eine Zweiklassenmedizin in Österreich drohe. Nur wer es sich leisten könne, werde in Zukunft die besten Medikamente bekommen. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat hatte daraufhin die Verantwortung für diese wichtige Frage an Länder, Ärzte und Sozialversicherungen abgeschoben.

"Jeder weiß, dass im Gesundheitswesen große Sparpotenziale bestehen", so Oberösterreichs AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Das beginnt schon bei den Produzenten und reicht über die Apotheken bis hin zu den Ärzten."

So seien etwa die Behauptungen der Pharmaindustrie, die Erlöse aus den hohen Medikamentenpreisen würden in erster Linie in die Forschung gehen, zu hinterfragen. "Selbstverständlich kosten Spitzenmedikamente viel Geld. Das verschwindet dann aber in den
Taschen der Aktionäre oder geht für Verwaltung und Marketing drauf", ärgert sich Kalliauer. "Auf die Patienten wird dabei nicht Rücksicht genommen."

Auch bei Händlern und Ärzten seien noch große Sparpotenziale vorhanden, so Kalliauer weiter. So sei etwa auffallend, dass der von allen geforderte Einsatz von Generika zwar bei den niedergelassenen Ärzten Fortschritte mache, im Spitalswesen aber kaum Praxis sei. "Dort wo es möglich ist, soll auch im Krankenhaus auf die billigen Generika umgestiegen werden. Teure neue Medikamente werden so wieder leistbar", fordert Kalliauer. Jeder Patient - egal ob er eine Zusatzversicherung hat oder nicht - würde so zur bestmöglichen Versorgung kommen.

"Mit gutem Willen aller Beteiligten - Ministerium, Länder, Sozialversicherungen, Pharmaindustrie, Ärzte und Apotheken - wäre es möglich das zu erreichen, was alle versprechen: Nämlich die bestmögliche Versorgung der Patienten", ist sich Kalliauer sicher. "Es geht hier um das Leben von Menschen. Hier nur an die Kosten zu denken, wäre der falsche Ansatz."

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