- 12.08.2005, 14:02:12
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AK: Um Zweiklassenmedizin in Österreich zu verhindern, müssen Sparpotenziale im Gesundheitswesen genutzt werden
Linz (OTS) - "Das österreichische Gesundheitssystem droht, seinen
hohen Standard zu verlieren", kommentiert AK-Präsident Johann
Kalliauer die jüngsten Diskussionen um Leistungseinschränkungen in
Spitälern. Kalliauer schlägt vor, endlich die Sparpotenziale zu
nutzen statt den Patienten die notwendige Versorgung zu streichen.
Anfang der Woche hatten Ärzte darüber geklagt, dass mit den
vorhandenen finanziellen Mitteln eine Zweiklassenmedizin in
Österreich drohe. Nur wer es sich leisten könne, werde in Zukunft die
besten Medikamente bekommen. Gesundheitsministerin Rauch-Kallat hatte
daraufhin die Verantwortung für diese wichtige Frage an Länder, Ärzte
und Sozialversicherungen abgeschoben.
"Jeder weiß, dass im Gesundheitswesen große Sparpotenziale
bestehen", so Oberösterreichs AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Das
beginnt schon bei den Produzenten und reicht über die Apotheken bis
hin zu den Ärzten."
So seien etwa die Behauptungen der Pharmaindustrie, die Erlöse aus
den hohen Medikamentenpreisen würden in erster Linie in die Forschung
gehen, zu hinterfragen. "Selbstverständlich kosten Spitzenmedikamente
viel Geld. Das verschwindet dann aber in den
Taschen der Aktionäre oder geht für Verwaltung und Marketing drauf",
ärgert sich Kalliauer. "Auf die Patienten wird dabei nicht Rücksicht
genommen."
Auch bei Händlern und Ärzten seien noch große Sparpotenziale
vorhanden, so Kalliauer weiter. So sei etwa auffallend, dass der von
allen geforderte Einsatz von Generika zwar bei den niedergelassenen
Ärzten Fortschritte mache, im Spitalswesen aber kaum Praxis sei.
"Dort wo es möglich ist, soll auch im Krankenhaus auf die billigen
Generika umgestiegen werden. Teure neue Medikamente werden so wieder
leistbar", fordert Kalliauer. Jeder Patient - egal ob er eine
Zusatzversicherung hat oder nicht - würde so zur bestmöglichen
Versorgung kommen.
"Mit gutem Willen aller Beteiligten - Ministerium, Länder,
Sozialversicherungen, Pharmaindustrie, Ärzte und Apotheken - wäre es
möglich das zu erreichen, was alle versprechen: Nämlich die
bestmögliche Versorgung der Patienten", ist sich Kalliauer sicher.
"Es geht hier um das Leben von Menschen. Hier nur an die Kosten zu
denken, wäre der falsche Ansatz."
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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