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Neues Volksblatt: "Augenmaß" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 12. August 2005
Linz (OTS) - Zumindest in einem Punkt scheint die SPÖ in diesem
Land das Sagen zu haben: Weil sie wissen, dass die Sozialdemokraten
zum Urlaubsende ihres Vorsitzenden hin eine Nationalratssondersitzung
brauchen, um ihn wieder in Erinnerung zu rufen, halten sich die
Nationalratsabgeordneten die Zeit um Mitte August im Terminkalender
frei. Nur acht Mandatare hatten es nicht geschafft, an der gestrigen,
von der SPÖ verlangten Sitzung teilzunehmen.
Wiewohl er also vor fast vollem Hohem Haus ans Werk schreiten konnte,
blieb Alfred Gusenbauer argumentativ dennoch ziemlich farblos. Statt
am ersten wärmeren Sommertag seit geraumer Zeit Aufbruchstimmung zu
versprühen, wurde alles, was die Regierung an Maßnahmen zur
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unternimmt, in Grund und Boden
gejammert. Nicht dass die Opposition nicht kritisieren sollte, bloß
der Bezug zur Realität sollte nicht verloren gehen. "Nur" 290
Millionen Euro habe die Regierung für die Steiermark
übrig, so beispielsweise SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser. Wer
fast vier Milliarden Schilling Konjunkturmittel als "nur" bezeichnet,
dem fehlt wirklich jedes Augenmaß.
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